Die gegenwartige Moralphilosophie ist dabei, die Antworten der Antike auf die drangende, immer neue Frage nach dem guten Leben wieder zu entdecken. Das gute Leben, so die Antwort von Platon und Aristoteles auf die fortschreitende Individualisierung unserer Gesellschaft, ist das Leben in einer gelungenen menschlichen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft ist Ursprung aller anderen, auch der materiellen Guter; nur sie kann die Einheit von Sittlichkeit und Wohlergehen gewahrleisten. Ohne die Tugend des einzelnen, vor allem die Gerechtigkeit, kann das Leben in Gemeinschaft und Freundschaft nicht glucken. Platon und Aristoteles betonen den Einfluss der Kunst auf den sittlichen Charakter des Menschen. Nicht zuletzt gehort zum guten Leben eine Einstellung zum Tod.