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Rilkes Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Materialien

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352 pages, Hardcover

Published January 1, 1984

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Profile Image for Maren.
274 reviews5 followers
March 22, 2025
BUDDYREAD MIT KINGOFMUSIC

WIR MUSSTEN BEIDE NACH EINER GEWISSEN ZEIT EINE LESEPAUSE EINLEGEN, BEI MIR BEDINGT DURCH SCHWERE KRANKHEITEN IN DER FAMILIE
LESEN WAR FÜR MICH ZEITLICH UND KONZENTRATIONSMÄSSIG FAST GAR NICHT MEHR MÖGLICH.
DARUM SORRY AN ALLE, DIE NUN SCHON EINE GANZE WEILE NICHTS VON MIR GEHÖRT HABEN.

"Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" ist ein sehr persönlicher Roman, der den inneren Zustand eines sensiblen jungen Mannes (man kann annehmen Malte = Rilke) nachzeichnet.

Maltes Gedankenwelt ist geprägt von Einsamkeit und Ängsten.
Der junge Mann zieht nach Paris, nicht, um das Leben zu genießen, sondern um sich seinen Ängsten und Zweifeln hinzugeben.
Malte ist hypersensibel und von der Welt sehr irritiert, er erlebt die Stadt als Kulisse des Verfalls, der Krankheit und des drohenden Todes.

Doch nicht nur die äußere Welt erscheint ihm düster, er reist auch in seine eigene Vergangenheit.
Eine Kindheit in einem alten Adelsgeschlecht, geprägt von strenger Erziehung, rätselhaften Ängsten und einer Faszination für das Unheimliche.
Spiegel und dunkle Flure hinterlassen tiefe Spuren in seiner Seele.
Mein Buddyreadpartner, der KingofMusic, und ich haben uns darüber ausführlich ausgetauscht.

Zwischendurch philosophiert er über tragische Schicksale von historischen Persönlichkeiten und betrachtet mit Unbehagen die gesichtslosen Menschen in den Straßen von Paris.
Außerdem entwickelt er eine wachsende Skepsis gegenüber zwischenmenschlicher Nähe.
Malte zieht sich also immer weiter in seine Gedankenwelt zurück und fragt sich, ob er überhaupt noch existiert.

Je weiter der Roman voranschreitet, desto mehr verschwimmen Realität und reine Vorstellung/Fantasie.
Malte sieht Geister (oder glaubt es zumindest), seine Träume sind ebenso verstörend wie sein Leben, wenn er wach ist.
Selbst das Schreiben wird zur Qual.

Am Ende keine klare Antwort, keine Erlösung.
Malte taucht immer tiefer in seinen eigenen Kopf ab.

Anschließend noch meine Notizen zu den Kapiteln, die ich während des Lesend gemacht habe, falls es jemanden gibt, den sie interessieren.

Kapitel 1
Die verstörende Welt von Paris

Malte beginnt seine Aufzeichnungen mit Eindrücken aus Paris, einer Stadt, die er nicht als romantisch, sondern als bedrückend erlebt.
In den engen Gassen begegnet er Kranken, Elenden und Sterbenden, der Tod ist allgegenwärtig.
Malte fühlt sich verloren und kann die Härte des Lebens kaum ertragen.

Kapitel 2–3
Die Kindheit

Maltes Gedanken wandern zurück in seine Kindheit in Dänemark.
Doch diese ist keine ungetrübte Idylle, sondern geprägt von Einsamkeit.
Die Rückblenden sind für ihn einerseits ein seelischer Rückzugsort, andererseits eine Quelle tiefer Melancholie.

Kapitel 4–6
Gesichter

Malte beobachtet die Menschen um sich herum und erkennt mit Schrecken, dass viele ihr wahres Gesicht hinter Masken verbergen.
Seine größte Angst ist es, eines Tages selbst so zu werden.

Kapitel 7–10
Lähmende Angst vor dem Tod

Malte denkt über Krankheit und Tod nach.
Seine Schilderungen sind drastisch.
Der Tod ist für ihn nicht abstrakt, sondern eine reale Bedrohung.
Hinter dieser Angst steckt auch seine Sehnsucht zu verstehen, was es bedeutet, wirklich zu leben.

Kapitel 11–15
Familienerinnerungen

Er kehrt in seinen Gedanken zu seinem Vater zurück, einem strengen, autoritären Mann.
Die Erwartungen der Familie zwingen Malte früh, seine eigenen Gefühle zu unterdrücken.
Seine Schwierigkeiten, in der Welt zurechtzukommen, wurzeln vermutlich in diesen frühen Erfahrungen.

Kapitel 16–20
Die erste Begegnung mit dem Unheimlichen

Prägende Kindheitserinnerung; Malte sieht in der Dunkelheit eine unheimliche Gestalt oder glaubt es zumindest.
Das Unheimliche ist für ihn sowohl eine äußere als auch eine innere Bedrohung.

Kapitel 21–25
Vergangenes Leben

Malte beschäftigt sich mit historischen Figuren, deren Schicksale tragisch oder leidvoll sind (Napoleon, Märtyrer).
Psychologisch gesehen spiegelt er sich in diesen Erzählungen wider, sie scheinen ihm näher zu sein, als die Menschen seiner Gegenwart.

Kapitel 26–30
Spiegel und Angst

Malte erinnert sich an Momente, in denen er Angst vor Spiegelbildern hatte. Kann er sich selbst wirklich erkennen?
Ist er noch er selbst?
Der Blick in den Spiegel wird zum Symbol für seine Identitätskrise.

Kapitel 31–35
Die Liebe

Malte spricht über die Liebe, nicht mit Freude, sondern mit Distanz.
Nähe empfindet er als Bedrohung.
Seine Bindungsangst könnte darauf hindeuten, dass er nie gelernt hat, sich sicher und angenommen zu fühlen.

Kapitel 36–40
Suche

Malte denkt über Kunst und Literatur nach. Was ist echt, was ist nur Schein? Diese Frage beschäftigt ihn nicht nur künstlerisch, sondern auch existenziell.

Kapitel 41–45
Aufzeichnungen

Alte Briefe und Tagebücher faszinieren ihn mehr als das echte Leben. Sie sind für ihn Schutz und Flucht zugleich. Die Vergangenheit erlebt er intensiver als die Gegenwart.

Kapitel 46–50
Träume/Abgründe

Malte schildert seine Träume, die von Angst und Verlorenheit geprägt sind.
Sein Unterbewusstsein verarbeitet dieselben Themen, die ihn auch im Wachzustand beschäftigen: Unsicherheit, Sehnsucht, Angst.

Kapitel 51–55
Begegnungen mit den Toten

Malte hat Visionen von Verstorbenen.
Sind es Geister oder Einbildungen?
Die Grenze zwischen Realität und Vorstellung verschwimmt, seine Einsamkeit wächst.

Kapitel 56–60
Die wachsende Erschöpfung

Die Welt erscheint Malte immer bedrohlicher.
Er zieht sich zurück und verliert den Kontakt zur Außenwelt.
Ein psychischer Erschöpfungszustand – eine Depression? – lähmt ihn.

Kapitel 61–65
Das Ringen um Worte

Malte versucht zu schreiben, aber Worte reichen nicht aus, um das Leben wirklich zu erfassen. Ein zutiefst menschlicher Moment: die Sehnsucht nach Ausdruck, die Frustration über sprachliche Grenzen.

Kapitel 66–71 (Ende)
Die offene Frage nach dem Sein

Der Roman endet ohne klare Auflösung. Psychologisch erleben wir einen Menschen, der sich immer weiter in seine Gedankenwelt zurückzieht, mit seinen Ängsten und Sehnsüchten ringt ohne Antworten zu finden.

Rilkes Roman war keine einfache Lektüre, aber er hat mich tief berührt.
Maltes Gedanken spiegeln Erfahrungen wider, die viele Menschen kennen:
die Angst vor dem Alleinsein, die Unsicherheit, ob man in der Welt einen Platz findet, die Sehnsucht nach etwas "Echtem"
4 Sterne (sehr gut).
Sprachlich beeindruckend, psychologisch faszinierend, trotzdem hat er mich in manchen ausufernden, wiederholenden Passagen verloren.

4 Sterne (sehr gut)
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,112 followers
Read
July 8, 2018
Darin: Ulrich Fülleborn. "Form und Sinn der Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Rilkes Prosabuch und der moderne Roman."
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