Bereits vor dem Zeitalter der Telefonie wurden Kurzmitteilungen ubermittelt. Milliarden von Bromsilberpostkarten wurden damals Auf der Vorderseite befand sich ein vorgefertigtes Bild, auf der Ruckseite ein handschriftlicher Text. Sie wurden vor allem zu Anlassen des Jahres- und des Lebenslaufs hergestellt. In Fotostudios wurden Bilder inszeniert, montiert, retuschiert und uber spezialisierte Verlage vertrieben. Das Geschaft florierte. In der Blutezeit gab es uber 300 Verlage, von denen heute die wenigsten noch bekannt sind. Aufgrund ihrer hohen Dichte an Susse werden die fotografischen Postkarten, insbesondere die handkolorierten, gerne als Kitsch bezeichnet. Und doch sind solche Ansichtskarten heute wieder en Sie werden fur den Textildruck verwendet, fur Tapetenmuster recycelt oder tauchen als Reprints auf. Ihr nostalgischer Charme macht sie zum beliebten Sammlerobjekt. Auch die Kunstwelt nimmt sie, obwohl sie zu den Vorlaufern des Dadaismus und des Surrealismus zu zahlen sind, erst seit ein paar Jahren wahr. Fritz Franz Vogel ist dem Phanomen nachgegangen und hat eine beachtliche Sammlung zusammengetragen. In seinem aufwandig ausgestatteten Band lasst er uns in die erstaunliche Welt des postalischen Kitschs eintauchen.