19. September 1991: Erika und Helmut Simon stoßen bei ihrer Wandertour in den Ötztaler Alpen auf etwas Seltsames: Gliedmaßen ragen aus dem Eis. Ein verunglückter Bergwanderer? Nein – sie hatten eine der ältesten Mumien der Welt entdeckt.Heute liegt die Gletschermumie in einer Kühlkammer in Bozen. Als der Mumienforscher Albert Zink sich Ötzi zum ersten Mal – in OP-Kleidung samt Mundschutz und sterilen Handschuhen – nähert, ist er begeistert. Ötzi ist eine Sensation. Im Vergleich zu ägyptischen Mumien ist sein Körper extrem gut erhalten, die Körperoberfläche wirkt elastisch und weich.Nachweisbar ist er keines natürlichen Todes gestorben. Hinterrücks erschossen, vor über 5000 Jahren. Alter, Aussehen, Krankheiten, Arbeit und Alltag, Ernährung und Körperpflege: Albert Zink zeigt, welche Geheimnisse man dem Iceman entlocken konnte und was wir daraus über das Leben unserer Vorfahren lernen.
Die neue Reclam-Reihe überzeugt mich mehr und mehr. Mit "Ötzi" lag mir diesmal ein Thema vor, dass mir eigentlich fern liegt. Aber Albert Zink, Leiter des Bozener Instituts für Mumien und den Iceman - also aktuell oberster Ötzi-Forscher -, hat mir das Thema anschaulich und verständlich näher gebracht, ohne dabei einen gewissen wissenschaftlichen Standard zu unterschreiten. Chapeau.