Nach der Vereinigung Deutschlands nimmt die Tendenz wieder zu, das NS-System und die Rolle seiner intellektuellen Stützen umzudeuten und einem unreflektierten Verstehen anzunähern. Zugleich löste die Aufarbeitung der Nazi-Zeit nationalistische Abwehrmechanismen aus. Gegen derartige Ideologien, die die Erinnerung an das System des Grauens und dessen sozialpsychologische Fortexistenz in der Form von Schuldabwehr gleichermaßen einnebeln, richtet sich diese Schrift von Professor Joachim Perels. Die Ideologeme jener Spielarten des Konservatismus, welche die Negation des NS-Regimes relativieren, um die deutsche Nation zu einer im Kern unbefleckten Größe machen zu können, werden einer detaillierten Kritik unterzogen. Sie kann, als Intervention gegen die Verdrängung, einer Entstellung des Systems planmäßiger Willkür entgegenwirken.