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Frauen müssen längst nicht mehr im Kino psychologische Kapriolen vollführen, um angeblich nur Männern vorbehaltenen erotischen Kitzel und lustvollen Voyeurismus zu empfinden. So durfte die Zuschauerin schon mal Blicke auf einen flatternden Lendenschurz bei Johnny Weissmuller, eine gut sitzende Piratenuniform bei Errol Flynn oder die knappe Badehose bei Burt Lancaster werfen und dabei ihre Fantasie schweifen lassen. Ob nun die männlichen Pin-Ups der 50er-Jahre (Hudson, Brando, Dean) oder die Sixpacks der 90er-Jahre (Pitt, Cruise) -- Männer können sich schon seit Jahrzehnten einem taxierenden Anschauen nicht entziehen, die meisten wissen nur immer noch nicht, dass auch beim Mann Schönheitskriterien gelten, wenn auch keine universal bindenden. Und so sehen wir einen bunten, reich bebilderten Reigen an Traumtypen, erfahren, warum das männlichste aller Filmgenres -- der Western -- eigentlich für die Frauen erfunden wurde und wie der Sex im Slash neuerfunden wird.
Am amüsantesten sind jedoch die Gedanken und Bilder zu den männlichen "Bodyparts", von lächelnden Lippenbekenntnissen und bestrumpfter Beinfreiheit bis hin zum Suchspiel nach der Rarität eines entblößten knackigen Hinterteils und dem noch selteneren unverhüllten "Free Willy". Doch sind es denn nur die Frauen, die hier lustvoll schauen (dürfen) oder ließe sich nicht auch mancher Mann dazu verführen, seine Artgenossen mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen? Dass Männer auch für Männer "heavenly creatures" darstellen können, dazu kann, muss man aber nicht schwul sein. Ein Buch definitiv nicht nur für Frauen! --RJ Poole
350 pages, Hardcover
Published January 1, 2002