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Vom Licht des Krieges zur Geburt der Geschichte

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60 pages, Paperback

Published January 1, 1986

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Michel Foucault

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Paul-Michel Foucault was a French philosopher, historian of ideas, writer, political activist, and literary critic. Foucault's theories primarily address the relationships between power and knowledge, and how they are used as a form of social control through societal institutions. Though often cited as a structuralist and postmodernist, Foucault rejected these labels. His thought has influenced academics, especially those working in communication studies, anthropology, psychology, sociology, criminology, cultural studies, literary theory, feminism, Marxism and critical theory.
Born in Poitiers, France, into an upper-middle-class family, Foucault was educated at the Lycée Henri-IV, at the École Normale Supérieure, where he developed an interest in philosophy and came under the influence of his tutors Jean Hyppolite and Louis Althusser, and at the University of Paris (Sorbonne), where he earned degrees in philosophy and psychology. After several years as a cultural diplomat abroad, he returned to France and published his first major book, The History of Madness (1961). After obtaining work between 1960 and 1966 at the University of Clermont-Ferrand, he produced The Birth of the Clinic (1963) and The Order of Things (1966), publications that displayed his increasing involvement with structuralism, from which he later distanced himself. These first three histories exemplified a historiographical technique Foucault was developing called "archaeology".
From 1966 to 1968, Foucault lectured at the University of Tunis before returning to France, where he became head of the philosophy department at the new experimental university of Paris VIII. Foucault subsequently published The Archaeology of Knowledge (1969). In 1970, Foucault was admitted to the Collège de France, a membership he retained until his death. He also became active in several left-wing groups involved in campaigns against racism and human rights abuses and for penal reform. Foucault later published Discipline and Punish (1975) and The History of Sexuality (1976), in which he developed archaeological and genealogical methods that emphasized the role that power plays in society.
Foucault died in Paris from complications of HIV/AIDS; he became the first public figure in France to die from complications of the disease. His partner Daniel Defert founded the AIDES charity in his memory.

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Profile Image for André.
118 reviews43 followers
November 27, 2019
Mitschriebs einer Kassettenrekorderaufnahme einer (auch sprachlich interessanten) Foucault-Vorlesung von 1976 über 3 Geschichtsdiskurse / Wirklichkeitsvorstellungen versch. Epochen

Römische Historie der Souveränität vs
biblische Historie der Knechtschaft und der Exile, der "Historie des Rassenkrieges", der Gegengeschichten (16 Jh.),
hin zum medizin.-biologist. geprägten Diskurs der Rasse (Singular)


1. "philosophisch-juridischer Diskurs":
- in römischer Zivilsation und Gesellschaften des Mittelalters, in röm. bzw indoeuropäischen Religionen, Ritualen, Mythen und Legenden
- Position des universalen, totalisierenden und neutralen Subjekts (Jurist, Philosoph)
- Geschichte der Könige, Mächtigen, Souveräne, ihrer Siege (keine Geschichte von 'unten'), Souveränitätshistorie
- habe ununterbrochenen Charakter des Rechts des Souveräns zu zeigen: vergangene große Könige begründen Recht der Souveräne, die ihnen folgen
- Rechtfertigung und Verstärkung der Macht, Glanz
- Petrarca "Was gibt es eigentlich in der Geschichte, was nicht zum Ruhme Roms ist?"
- alle Nationen Europas aus dem Fall Trojas geboren, alle Nationen, Monarchien, Staaten die Schwester Roms: franz. Monarchie stamme von Francus ab, engl. Monarchie von Brutus, ..., Türken von Turcus (42); kein Bruch zw. Rom und diesen unzähligen Königreichen, die seit dem 5., 6. Jh. auftauchen
- ...

2. ...aufgebrochen durch 'Gegenhistorie' des "historisch-politischen Diskurses":
- seit Ende der Religions-/Bürgerkriege des 16. Jh
- erste nicht-/antirömische Historie im Abendland (33)
- Identifikation zw. Monarch und Volk verschwinde, Souveränität verbinde nicht mehr alles in einer Einheit der Nation oder des Staates; Souveränität verbinde nicht, sondern unterjoche
- Geschichte der einen ist nicht Geschichte der anderen; Triumph der einen, Unterwerfung der anderen
- parteiisch, negiere das Neutrale, suche nur die Dualität: Gut oder Böse
- Wahrheit als Waffe
- "wir haben keine Kontinuität hinter uns. […] wir kommen aus dem Schatten" (35)
- Historie der dunklen Knechtschaft und der Niederlage, der Prophezeiung und der Verheißung, des wiederzufindenden und zu entschlüsselnden geheimen Wissens
- anfangs wesentlich der Diskurs der Geknechteten, der Diskurs der Oppostionen, des Volkes, vom Volk beanspruchte und gesprochene Historie, Volksroman, kosmo-biologische Spekulationen; später diente selber Diskurs der aristokratischen Reaktion gegen Ludwig XIV
- Erklärung der Rechte und des Krieges
- nicht mehr Diskurs der Souveränität, sondern Diskurs - nicht der Rasse, sondern - der Rassen, Diskurs des Krieges der Rassen, Rassenkampf innerhalb der Nationen und Gesetze
- ewig währender Krieg, das Politische als Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln (von Clausewitz verdreht)
- Rassen nicht biol. fixiert, algm. Orts- oder Kulturfremde: Sprache, Religion, pol Einheit nur um den Preis des Krieges; Gruppen, die sich trotz Zusammenlebens nicht vermischten (aufgrund von Differenzen, Asymmetrien, Barrieren, die auf Privilegien, Sitten, Rechte, Verteilung der Vermögen und Weise der Machtausübung)
- Diskurs näher der mythisch-religiösen Geschichte der Juden als der politisch-legendären der Römer
- ...

3. Gegenhistorie umgeformt im "biologisch-rassistischen Diskurs":
- 19. Jh: Übergang vom Rassenkampf zum revolut. Klassenkampf
- bei Ausbildung Gegenhistorie revol. Typs. -> Formierung neuer Gegenhistorie: der Rassismus, Diskurs der Rasse (Singular)
- Rassismus als Umformung des o.g. Diskurses des Rassenkrieges in medizinisch, sozial-biologischen Begriffen zu Zwecken des gesell. Konservativivismus & teils Herrschaftszwecken
- keine Konfrontation zweier einander äußerer Rassen, sondern Verzweifachung ein und derselben Rasse in Ober- und Unterrasse (Gegenrasse), Infiltration, regeneriere sich im und aus soz. Gefüge -> Reinhaltung
- Nazi-Transformation und Transformation sowjetischen Typs: Sowjetischer Staatsrassismus mit Gesundheitspolizei gegen Kranke, Irre, Abweichende
- ...


"Man sollte nicht vergessen, daß Marx am Ende seines Lebens, im Jahr 1882, an Engels schrieb: Also unseren Klassenkampf, du weißt genau, wo wir ihn gefunden haben: wir haben ihn bei den französischen Historikern gefunden, als die den Rassenkampf erzählten! Die Geschichte des Projekts und der Praxis der Revolution ist glaube ich nicht zu trennen von dieser Gegengeschichte, die mit der indoeuropäischen Form der Souveränitätsgeschichte gebrochen hat. Die Historie des Projekts und der Praxis der Revolution ist nicht zu trennen vom Auftreten dieser Gegenhistorie, die die Historie der Rassen und der Rolle ist, welche ihre Konfrontation im Abendland gespielt hat. Mit einem Wort könnte man sagen, daß man am Ende des Mittelalters, im 16., 17. Jahrhundert eine Gesellschaft verlassen hat, daß man angefangen hat, eine Gesellschaft zu verlassen, deren historisches Bewußtsein noch dem römischen Typ angehörte, d.h. auf das Ritual der Souveränität und ihrer Mythen ausgerichtet war, ..."
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