Absolute Überraschung! Hätte nicht gedacht, dass das Buch mir so gut gefallen würde. Vielleicht schreib ich die Tage eine vollständige Rezension. Interesse?
loved it! contemporary characters and intersected story-lines, wonderfully light and smart style, funny and sad, wise and delightful. intelligent summer read in german about four people, paul, a journalist travelling to portugal with sara, his younger girl-friend, his ex-wife sonja, an increasingly successful therapist of break-ups, and tin, sara's computer nerd ex-friend who is lying in hospital after what seems to have been a terrorist attack, with an unexpected happy ending for him. one way or another, they are all contemplating "the rest of the summer" in their own, often surprising way. excellent.
Der Schreibstil von Scharnigg ist genial. Soo gut zu lesen, man fliegt durch die Seiten. Und auch thematisch hat mich das Buch am Anfang echt gecatched und ich hab so viel Potenzial in der Story gesehen. Daraus wurd aber leider irgendwie gar nichts. Hab selten so ein wenig zusammengefügtes Ende gelesen. Vielleicht ist das auch Absicht, wer weiß, ich habs auf jeden Fall nicht verstanden...
Vier Menschen, die durch vergangene und aktuelle Liebesbeziehungen miteinander verbunden sind, erleben verändernde letzte Sommertage. Da ist Paul Neulich, ein Mitte vierzig jähriger Kolumnist, der mit der jüngeren und schönen Sara Almeida aus seinem Alltag nach Portugal geflohen ist. Als „Benimm-Papst“ zerpflückt er gnadenlos den Kleidungsstil und das Gebaren von anderen Menschen, „für alle anderen Dinge des Lebens war er wahlweise zu fein oder zu schüchtern, um sich genauer damit zu beschäftigen“. Sara bringt sein Leben aus dem Takt, sie ist unbekümmert und extrovertiert. Gemeinsam werfen sie ihre Handys ins Meer, übernehmen ein Fischrestaurant und streiten sich still auf dem Wochenmarkt, indem einer von beiden Bananen kauft. In Deutschland haben sie ihre früheren Partner zurückgelassen. Sonja Wilms, die Exfrau von Paul, ist Therapeutin und kümmert sich vor allem um die Beziehungen anderer Menschen. Sie selbst hat sich und ihr Umfeld „ent-sorgt“, denn Sorgen um Sonja Wilms helfen ihr auch nicht weiter. Ein Radioauftritt macht sie über Nacht zu einer Sensation und sie begreift, dass sie sich endlich ein eigenes Leben aufbauen kann. Tin Hasenglock hat für Sara damals seine ganze Wohnung vollgestellt, obwohl sie gar nicht mehr da war. Eigentlich hat er sie schon geliebt, bevor sie an seiner Wohnungstür gestanden hatte, schon als sie noch der Star der Schule war und er nur ihr Nebensitzer im Bus. Obwohl die Entwicklung eines der größten sozialen Netzwerke der Welt ihn zum Millionär gemacht hat, sitzt er in einem Scherbenhaufen. Naja, eigentlich liegt er eher unter einem Gepäckwagen am Flughafen. Und dann ist da noch Tove und der „Sprengstoff in Form eines Dinkelklotz-Brotes“…
SPRACHE
Scharnigg malt mit jedem Satz ein Bild und mit jedem Leerzeichen einen Gedanken. Der Sprachgebrauch ist flüssig und gut lesbar. Dabei bleibt der Ton des Buches eher leicht, manchmal sogar recht witzig.
„Der Fingerabdruck eines Paares liegt in einer Sprache, die nur ein anderer Mensch auf der Welt wirklich vollkommen richtig entschlüsseln konnte.“
THEMA
Das Thema des Buches ist nur schwer einzuordnen. Am ehesten kann man es wohl als eine Art Gesellschaftskritik betrachten. Dabei fällt auf, dass die Frauen ihre von Männern dominierte Existenz nach und nach in ein selbstbestimmtes Leben umwandeln. Sonja stand bisher immer im Schatten von Paul, der allen als erfolgreicher Journalist bekannt ist. Doch ein Radiointerview führt dazu, dass sie nun selbst den gleichen Berufspfad einschlägt, ja sogar seinen Platz im Magazin für eine neue Kolumne bekommt. Sara beschließt, dass sie beginnen will Lohnsteuer zu zahlen, dass sie aufhören will nur für Männer zu Brennen bis nichts mehr da ist und dass sie ein „richtiges, ganzes Leben“ will. Tin kommt endlich über Sara hinweg und kann sich um sein eigenes Glück kümmern. Paul schafft es bis zum Ende nicht loszulassen, sein Alter-Ego, der Benimm-Papst August Sternberg, wird zu seiner eigentlichen Persona, hinter der er sein mangelndes Selbstbewusstsein versteckt. Im Hintergrund wird dabei eine Gesellschaft angedeutet, die nahe genug an die unsere angelegt ist aber sich dennoch unterscheidet. Ab und zu ist mir der Eindruck entstanden, der Roman ist in der nahen Zukunft angesiedelt. Die Anschläge durch Extremisten jeglicher Gesinnung bestimmen das Zusammenleben, es wurde sogar eine Sicherheitssteuer eingeführt und die Regierung empfiehlt, das Haus so wenig wie möglich zu verlassen. Soziale Nähe scheinen die Menschen vor allem online zu suchen, zum Beispiel beim harpfen, dem von Tin entwickelten Kommunikationstool.
FAZIT
Das Buch liest sich schnell und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Es regt zum Nachdenken über den eigenen Lebensweg an, ohne mahnend den Zeigefinger zu erheben. Die Sprache ist stellenweise elegant, witzig, ironisch oder sachlich-nüchtern und passt sich immer der beschriebenen Situation an. Allerdings hätte ich mir einen deutlich dickeren roten Faden gewünscht. Der Roman kommt mir mehr wie eine Parabel vor, das Ende ist etwas unbefriedigend, da die Geschichte genauso abrupt abreißt wie sie beginnt. Das Buch ist nicht gerade spannend, aber diesen Anspruch hat es auch gar nicht. Es plätschert dahin wie die Wellen an der Algarve und hat seine Momente wie die letzten Sonnenstrahlen am Sommerabend. Ein wenig erinnert es mich an eine Schullektüre: nicht spannend, aber Prädikat wertvoll und mit genügend sprachlichen Ausschmückungen und Metaphern, um es interpretieren zu können. Alles in allem würde ich das Buch jedem empfehlen, der sich an gutem Sprachstil und Geschichten aus dem Alltag interessiert. Eher weniger geeignet ist der Roman jedoch für diejenigen, die eine mitreißende Handlung erwarten und Plot-lastige Bücher bevorzugen. „Der restliche Sommer“ lebt von seinen Charakteren, ihren Höhen und Tiefen, ihren Entscheidungen und den daraus resultierenden Erlebnissen.
„Jetzt aber lag alles, der ganze restliche Sommer, wie frisch gewaschen vor Tin.“
„Der Fingerabdruck eines Paares liegt in einer Sprache, die nur ein anderer Mensch auf der Welt wirklich vollkommen richtig entschlüsseln konnte.“ (Zitat Seite 196)
Inhalt Paul Neulich schreibt seit zwölf Jahren als August Sternberg eine konservative Ratgeber Kolumne über gutes Benehmen. Als ihm die Redaktion mitteilt, dass er nicht mehr in die zukünftige, moderne Blattlinie passt, verbringt er gerade mit der Performance Künstlerin Sara Almeida eine Auszeit in Portugal. Zwölf Jahre lang war Paul mit der Paartherapeutin Dr. Sonja Wilms verheiratet, bevor er sie verlassen hat. Sara wiederum war zuvor mit dem mit introvertierten Informatiker Tin Hasenglock zusammen, der gemeinsam mit zwei Freunden eine sehr erfolgreiche Social-Media-Community entwickelt hatte, Harpf.com. Persönliche Erlebnisse am Beginn dieses Sommers leiten Veränderungen ein …
Thema und Genre Dieser Roman ist eine Momentaufnahme im Leben der Protagonisten, gesellschaftskritisch und mit ironischer Betrachtung der Entwicklungen im Social Media Bereich und Journalismus. Er handelt aber auch von der Frage „wer war ich früher, wer will ich heute sein“, die sich wohl jeder irgendwann im Laufe des Lebens stellt.
Charaktere Die Protagonisten haben eines gemeinsam, sie träumen sich die eigene Situation schön, spielen ihre Rollen, reagieren, statt zu agieren. Erst als der Autor sie mehr oder weniger wichtige Situationen erleben lässt, setzen Veränderungen ein. Doch selbst manche dieser Ereignisse sind im Grunde banal, nur in ihrem persönlichen Empfinden bedeutend. Dadurch bleibt man auch als Leser ein unbeteiligter Beobachter.
Handlung und Schreibstil Der Zeitrahmen der Handlung beschränkt sich auf die ersten Sommerwochen, alle weiteren Details aus dem Leben der jeweiligen Person erfährt der Leser, indem der Autor ihn durch die personale Erzählform an den Gedanken und Erinnerungen seiner Figuren teilhaben lässt. Die einzelnen Kapitel betreffen abwechselnd Paul, Sara, Sonja, Tin; der jeweilige Name ist die Überschrift. Ein einziges Kapitel ist aus Sicht des Nachrichtenchefs des Magazins, für das Paul schreibt, erzählt. Die fließende, leicht zu lesende Sprache zeigt einige interessante Metapher, zum Beispiel beobachtet Paul ein Moskito in einem Spinnennetz. Interessant ist es auch, die Gedanken und Überlegungen der Protagonisten zu lesen, die oft im Gegensatz zum sichtbaren Verhalten und Handeln stehen.
Fazit In der Realität sind die Dinge, die den vier Personen passieren, zwar wichtig, aber nicht so außergewöhnlich, wie sie es für sich selbst empfinden. Der Autor macht sich nicht die Mühe, auf die Auswirkungen der Ereignisse einzugehen, er bleibt vage, bei einem „vielleicht, vielleicht auch nicht“. Der ironisch gemeinten Gesellschaftskritik fehlen leider Humor und Ironie, dadurch versickert alles in 240 schnell zu lesenden Seiten von enttäuschender Mittelmäßigkeit.
Man würde vermuten dies wäre ein passendes Urlaubsbuch. Unterhaltsam und sehr spannend wie man die Personen darin eine nach der anderen entdeckt. Man fühlt sich ein, wird verwickelt in jede Geschichte und entdeckt dabei vielleicht auch etwas mehr von sich selber.
Kann mich meinen Vorgänger*innen leider nicht anschließen. Für mich war da überhaupt kein stringenter Faden in der Geschichte. Habe auch keinerlei Sympathie für die Protagonist*innen empfunden.