Frühling. Die Kirschbäume blühen. Es könnte so idyllisch sein. Doch Anna Albinger, die in einer Kleinstadt am Fuß der Schwäbischen Alb lebt, wird schwer krank. Plötzlich wird sie von dem Gefühl eingeholt, dass es für manche Dinge irgendwann zu spät sein könnte. Denn es gibt diese große Lüge in ihrem Leben. Schweren Herzens schreibt sie einen langen Brief, den ihre Nichte Frederike für sie nach Lappland bringen soll. Frederike, frisch geschieden und auf der Suche nach einem neuen Anfang, ist wenig begeistert. Nur widerwillig lässt sie die kranke Tante zurück und bricht in den menschenleeren Norden auf, sucht den Mann, an den Annas Brief adressiert ist. Doch Petter Svakko scheint verschwunden. Allein auf sich gestellt in der Bergwelt Lapplands, merkt Frederike, dass man manchmal auch am falschen Ort sein kann und trotzdem das Richtige findet.
Gemütliches Buch für ein bisschen Fernweh stillen - aber mehr auch nicht. Sprachlich ist die Geschichte so simpel geschrieben, wie es nur geht, die Handlungen sind vorhersehbar & dass teilweise von 4 (5?) Generationen erzählt wird, führt (zumindest bei mir) zu größter Verwirrung.
Ob die Autorin penibel einer Romananleitung aus der 8. Klasse folgt bleibt offen. An dem Roman ist weniges so genial wie seine Berechenbarkeit. Dennoch hab ich ihn bis zum Ende gelesen und daran auch eine gewisse Freude gehabt.
Inhaltlich ist zu erklären, dass die Geschichte sowohl in Süddeutschland als auch im schwedischen Teil Lapplands (Jokkmokk) spielt und die (Familien-) Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird. Zum einen aus der Sicht der an Krebs erkrankten Anna und zum anderen aus der ihrer Nichte Frederike. Weil ich Gegenteiliges gelesen habe, möchte ich hinzufügen, dass das Buch aufgrund Annas Erkrankung meiner Ansicht nach NICHT seichter Unterhaltung zuzuordnen ist, da Ablauf und Therapie relativ emotional und sehr authentisch beschrieben worden sind.
Generell bin ich für die meisten Familiengeschichten und für Geschichten mit Perspektivenwechsel zu haben. Besonders wurde das Buch für mich allerdings erst durch die Naturbeschreibungen Lapplands und durch die kulturelle Einbindung der Samen. Und aufgrund dessen hat dieses Buch auch 5 Sterne verdient. Es hat einige meiner Interessen widergespiegelt. Außerdem wurde ich an eigene Reiseerlebnisse erinnert- so etwas liebe ich!
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Hörbuch:
Ich habe übrigens die gebundene Ausgabe gelesen, aber wegen einer der beiden Sprecherinnen (Hannelore Hoger) ab und an parallel das gekürzte Hörbuch gehört. Es wurde von beiden Sprecherinnen sehr gut eingesprochen. Da ich aber keine gekürzten Versionen mag, habe ich mir lediglich stichprobenartig einige Stellen angehört. Wer sich nicht an der gekürzten Version stört, wird sicherlich wunderbare Hörstunden haben.
Ich liebe Finnland. So war das Buch eintauchen in alter Erinnerung an diese wunderbare Landschaft und ihre Menschen. Ich bekomme Lust auf weitere Bücher der Autorin
So ein Buch wird veröffentlicht, wenn man jemandem sagt, er könne "gut" schreiben.
Die Geschichte war absolut vorraussichtlich, den Charakteren mangelte es an jeglicher Tiefe und der semi antizipierte Moment bekam am Ende des Buches lediglich eine einzige Seite. Das einzig Interessante an dem Werk waren die spärlichen Informationen über die Samen in Schweden und wie sie seit Generation ihre höchst altertümlichen Traditionen in den Bergen weiter führen.
Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich las die Leseprobe und fand diese so gut geschrieben, dass mich interessierte, wie die Geschichte weiter ging.
Cover: Das Cover ist sehr einfach und schlicht gehalten. Die Blaubeeren darauf sind auch nicht wirklich auffällig. Das Cover hätte mich jetzt auf den ersten Blick nicht wirklich angesprochen.
Inhalt: Anna ist 72 und erkrankte vor kurzem an Krebs. Da leider bereits Metastasen gefunden wurden, ist die Chance auf Heilung so gut wie nicht mehr gegeben. Um beruhigt ins Jenseits überzugehen, bittet sie ihre Nichte Frederike, die sie aufgezogen hat, um einen Gefallen: Sie soll einen Brief persönlich nach Lappland bringen und diesen überreichen. Frederike tut ihr diesen gefallen und muss erkennen, dass diese Reise ihr ganzes Leben verändert.
Handlung und Thematik: Die Geschichte der Krebskranken Anna berührt mich aus persönlichen Gründen sehr. Auch ihre Pläne, wie sie offene Sachen aufarbeitet finde ich super. Frederikes Abenteuer wird mitreißend erzählt. Sowohl der Mittelteil als auch das Ende waren überraschend. Das Ende war relativ offen gehalten, das lässt mich hoffen, dass es vielleicht noch einen zweiten Teil gibt.
Charaktere: Anna ist eine eher sture ältere Dame, die wenig bis gar nichts von ihren Gefühlen preisgibt. Nichtsdestotrotz lässt sie aber ihre hingebungs- und liebevolle Art gegenüber ihrer Nichte Frederike sympathisch wirken. Ich hatte direkt Mitleid mit ihr und fieberte bei ihren Arztterminen mit. Frederike’s Suche nach Abenteuer lies auch sie gleich sympathisch wirken. Nach der Trennung von ihrem Mann haute sie nochmal auf den Putz und bereiste die Welt. Dass sie ihrer Tante diesen großen Gefallen tut, finde ich nett von ihr. Petter Svakko ist der Mysteriöse und Geheimnisvolle in diesem Buch. Ich wurde mit ihm leider nicht warm, er hatte aber leider auch nur wenige Auftritte.
Schreibstil: Mir gefiel gleich von Anfang an der Schreibstil der Autorin super gut. Die bildlichen Beschreibungen sind spitze! Das Flair der Schwäbischen Alb und von Lappland kommt gut rüber. Das Buch lies sich leicht und schnell lesen. Sowohl die Erzählungen über Anna als auch die über Frederike fand ich durchgängig spannend. Die Hintergründe von Anna wurden gefühlvoll rübergebracht und waren rührend!
Persönliche Gesamtbewertung: Mitreißend bis zum Schluss! Ich finde die Idee des letzten Wunsches der krebskranken Frau sehr berührend. Das Buch lies sich schnell lesen und war gespickt mit bildlichen Beschreibungen. Ich empfehle es jedem, der mal einen Ausflug in die Natur von Lappland machen möchte. Vielen lieben Dank an den Fischer-Verlag, dass ich das Buch vorab lesen durfte!
Frederike ist auf dem Weg nach Lappland. Weshalb weiß sie auch nicht ganz genau. Ihre Tante, Anna, hat sie mit einem Brief für einen gewissen Petter Svakko dahin geschickt. Sie konnte ihrer Tante diese Bitte nicht abschlagen, schließlich wurde bei Anna Krebs diagnostiziert. Frederike hat sich gerade von ihrem Mann getrennt, hat ihren Job gekündigt und ihre Tochter, Paula, ist zurzeit in Australien. Noch weiß Frederike außerdem nicht wie sie ihre Zukunft nun gestalten möchte. Sie ahnt nicht, dass sie bald von einer großen Lebenslüge erfahren soll und dass sie gerade in Lappland den Ort finden wird, wo sie am glücklichsten ist.
Hiltrud Baier gelingt mit ihrem Roman „Helle Tage, helle Nächte“ ein wunderschönes und rührendes Meisterwerk. Es hat alles zu bieten, was einen guten Roman ausmacht: Runde Charaktere, die einen direkt einnehmen und mitfiebern lassen, sowie ein Geheimnis, das es zu enträtseln gilt – verpackt in eine einnehmende Sprache voller Emotionen und doch jenseits falscher Sentimentalitäten. Indem uns die Autorin an dem Innenleben von Anna und Frederike teilnehmen lässt, offenbart sie uns ihre große Gabe das emotionale Gepäck, das jeder mit sich trägt, in Worte zu fassen. Man fühlt als Leser mit, kann die Gedanken und Reaktionen der Protagonistinnen nachempfinden und womöglich sogar für sich selbst nutzbringend verarbeiten. Die große authentische Liebe der Autorin zur Natur Nordschwedens spürt man in jedem ihrer Sätze, in denen sie diese beschreibt und reflektiert. Gleichzeitig berührt sie auf diese Weise den Nerv unserer schnellebigen Zeit und bringt die verborgene Saite eines jeden Menschen zum klingen – die Sehnsucht nach einem einfachen Leben im Einklang mit der Natur. Ein äußerst poetisches und zugleich sehr realitätsnahes Werk, das man einfach lieben muss!
Anna ist zweiundsiebzig und eigentlich richtig fit - doch dann kommt eine niederschmetternde Diagnose: Krebs. Jetzt erst kommt ihr in den Sinn, dass sie etwas wiedergutmachen will und sie schreibt einen langen Brief. Den soll Friederike, ihre Nichte, an einen Mann übergeben, von dem sie noch nie was gehört hat und sie auch nichts weiß. Und nebenbei wohnt der auch noch in Lappland, und weiß auch nichts von ihr. Eigentlich hat sie keine Lust, andererseits ist ihr Leben gerade eh nicht so richtig im Lot, also macht sie sich mit ihrem alten VW auf die Reise. Natürlich trifft sie den Mann nicht sofort und so hat sie viel Zeit, nicht nur über Anna und sich und ihre komplizierte Beziehung nachzudenken, sondern auch darüber, was sie eigentlich vom Leben erwartet.
Eigentlich gehört das Buch nicht in mein Beuteschema, also sollte ich mich nicht wundern, dass es mich nicht gepackt hat. Andererseits habe ich mit Lektüre außerhalb meines Beuteschemas schon absolute Highlights erwischt, also war ich guten Mutes. Nach einigen Seiten schwand dieser, denn obwohl wir hier einen ernsthaften Hintergrund haben - die Krebserkrankung Annas - war ich nur selten gefesselt. Anna selbst geht dabei noch, auch wenn ich bei den Rückblicken mehr Interessantes erwartet habe, doch Friederike ... Mit der bin ich so gar nicht warm geworden. Ihre Art konnte ich nicht ab, und sie tat selten etwas, das ich nachvollziehen konnte. Davon abgesehen war das große, böse Geheimnis von Anna so auffällig und verhältnismäßig banal, dass ich nur die Augen verdrehen konnte. Geschrieben war das Buch routiniert, nur packen konnte es zumindest mich nicht.
Zum Inhalt: Anna wird schwer krank und plötzlich wird ihr bewusst, dass es für manche Dinge bald zu spät sein könnte und beschließt die größte Lüge ihres Lebens aufzuklären. Und sie schickt Fredrike nach Lappland, die dort einen Brief an Petter übergeben soll. Meine Meinung: Zunächst plätschert die Geschichte so vor sich hin, mal erzählt das Buch was Anna macht, mal was Frederike macht. Und man fragt sich schon, wohin das denn eigentlich führen soll. Nach und nach löst sich der Knoten immer mehr und auch die Geschichte wird immer interessanter. Die Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Die doch sehr mutige Anna, aber auch Frederike, die zunächst nur grimmig scheint, aber zusehends sympathischer wird. Der Schreibstil ist sehr gut und liest sich extrem gut. Die Geschichte ist schön und hat mir wirklich gut gefallen. Fazit: Schöner Familienroman.
Mein erstes Buch im 2019 das 5 Sterne gekriegt hat.
Die Geschichte spielt in Beuren (D) und in Lappland. Die Autorin beschreibt beide Landschaften so schön und detailreich - man spaziert in den Obstgärten in Deutschland und spürt die eiskalte Bergluft in Lappland. Für mich lebt das Buch von diesen wunderschönen Landschaftsbildern die die Autorin auf fast jeder Seite heraufbeschwört.
In der Geschichte selber geschieht nicht viel mehr als man auf dem Klappentext erfährt. Und doch konnte ich kaum aufhören zu lesen.
Eine wunderbare Geschichte, schnell war ich völlig gebannt von Annas Geschichte und wollte auch wissen wie es für Friederike weiter geht. Mir persönlich war das Ende nur etwas zu kitschig. Aber das Buch hat mir eine schöne Lesezeit bereitet.
Die Beschreibungen der Landschaft gleicht einer Art Liebeserklärung an Beuren, als auch dem Lappland. Leider besteht die Geschichte hauptsächlich aus Gedankengängen beider Protagonisten (vor allem denen von Anna). Mir fehlte ein Höhepunkt in der Handlung. Insgesamt sehr seicht, aber natürlich geschrieben.
Nett. Nicht besonders spannend oder aufregend aber gut um es als Hörbuch im Hintergrund laufen zu lassen. Bei der Beschreibung eines stillen Einsiedler-Daseins in Lappland wurde ich ein bisschen neidisch :)
Ein wunderbares Buch, das die Schönheit des einsamen Lappland ebenso zu vermitteln versteht wie das Innenleben seiner Hauptpersonen. Ein Roman wie dieser könnte sehr leicht in seichten Kitsch oder Vorhersehbarkeit abrutschen, doch Hiltrud Baier gelingt es, diese Untiefen zu vermeiden und einen wirklich schönen Roman abzuliefern, den ich als Sommerlektüre im Finnlandurlaub geradezu verschlang.
Frederike begibt sich in ihrem VW-Bus auf eine Reise nach Lappland, um im Auftrag ihrer Tante Anna einen Brief an einen Mann namens Petter zu überbringen. Der Roman beleuchtet abwechselnd die Erzählstränge um Tante und Nichte; auch deren jeweilige Familiensituationen und Blicke in die Vergangenheit kommen nicht zu kurz. Die Autorin verwendet eine gut lesbare klare Sprache, erwähnt dann aber oft nebensächliche Details, während Aspekte, die ich gerne erfahren hätte, im Hintergrund blieben. Damit verschenkt sie einiges an Potenzial, das das Buch aufgrund seiner Themen Krankheit, Liebe und Familiengeheimnisse gehabt hätte. Gefallen haben mir die Einblicke in die samische Kultur und der ruhige Erzählton.