Seit über 30 Jahren lebt die gebürtige Französin Martine Lestrat in Deutschland. Schon einiges hat sie in dieser Zeit mit den Deutschen und der deutschen Sprache erlebt: Was versteckt sich zum Beispiel hinter der kurzen Feststellung «Es zieht!»? Wer zieht denn? Und was wird überhaupt gezogen? Hat die Aufforderung «Warten Sie ruhig hier» mit ihrem lebhaften Temperament zu tun? Sind die beiden Weltkriege immer noch präsent im deutsch-französischen Alltag, und wie wurde mit ihr als ausländischer Kollegin am Arbeitsplatz umgegangen? Wie kam sie mit der deutschen Umarmung klar und … ist sie überhaupt eine «echte» Französin? Lustige und nachdenklich machende Geschichten – humorvoll betrachtet und geschrieben
Mein Leseeindruck - Bonjour Deutschland von Martine Lestrat, Elvea-Verlag
Wir dürfen teilhaben an den Erfahrungen, die die Autorin als Französin in Deutschland gemacht hat.
Anekdotisch erzählt sie von ihren Erlebnissen als Französin in Deutschland. Aber ist sie nach dreißig Jahren noch Französin? Das ist eine der Fragen, die Martine Lestrat sich in ihrem Buch stellt.
Durch die anekdotische Erzählform und ihren sympathischen, oft augenzwinkernden Schreibstil hatte ich nach ein paar Seiten das Gefühl, dass mir hier jemand gegenübersitzt und direkt aus seinem Leben erzählt.
Ich hatte viele Momente, in denen ich geschmunzelt habe. Herrlich hier das Zitat eines Teilnehmers eines deutsch-französischen Seminars, das die Autorin leitete: „Bei deutsch-französischen Treffen bin ich immer besoffen. Mittags fang' ich mit den Franzosen an und am Abend trinke ich mit den Deutschen weiter“. In dieser Anekdote geht es um die unterschiedlichen Trinkgewohnheiten von Franzosen und Deutschen.
Als Erzieherin haben mich die Kapitel natürlich besonders interessiert, in denen Martine Lestrat über ihre Zeit als Praktikantin im Kindergarten berichtet, die sie absolvierte, um Sozialpädagogik studieren zu können, und wie es die Kinder waren, die ihr beim Erlernen der Sprache geholfen haben.
Und als Deutsche habe ich viel über deutsche Gewohnheiten und Verhaltensweisen gelernt, die mir vorher nie bewusst waren. Ich hatte viele Aha-Momente. So war mir zum Beispiel nicht klar, wie „deutsch“ das Umarmen bei Verabschiedungen ist...
Martine Lestrat hat ein sehr persönliches Buch geschrieben, das auf charmante Art und Weise auch um Toleranz und Verständnis zwischen unseren beiden Kulturen wirbt.
Ein Buch - geschrieben von einer bookcrosserin! Das muss in die Database hier :-)
Ich habe es gern gelesen, da ich es liebe, über die Fallen einer Sprache zu lesen. Das ist meistens komisch und es ist schön, mit einem Lächeln im Gesicht zu lesen! natürlich gibt es auch weniger lustige Erlebnisse, aber die sind ja gottseidank eher selten. Martine Lestrat schreibt humorvoll, regt aber manchmal auch zum Nachdenken an. Beispielsweise, wie man in Deutschland als Ausländer behandelt wird. Mir war nicht klar, dass Behörden einen Unterschied machen, aus WELCHEM Land die Menschen kommen. Sobald Martine gesagt hat, dass sie Französin ist, wurden die Beamten um Welten freundlicher... erschreckend!
das Cover versprach gute Laune und gab einen kleinen Einblick nach Frankreich, aber es war mehr als ein Ausblick nach Frankreich, eher räumt es mit Vorurteilen und Klischees auf, und so hätte es auch ein guter Ratgeber werden können, denn die Autorin, die vor 30 Jahren, wegen der Liebe nach Hannover, später nach Norddeutschland zieht merkt sehr schnell, wie es ist sich nicht deutsch zu fühlen, gibt aber ihre positiven Erlebnisse weiter in diesem Buch. Ich vergebe 5 von 5 möglichen Sternen weil nicht nur flüssig zu lesen, sondern weil man sich an ein Thema traut, was andere nur still denken. Und deshalb empfehle ich dieses kleine Buch als Zwischendurch-Lektüre