Dass er einen Vater hat, wusste Simon eigentlich schon immer. Nur dass er selbst Michael Petersen niemals so genannt hätte: Vater. Wer es fertigbringt, in neununddreißig Jahren nicht ein einziges Wort mit seinem Sohn zu wechseln, ist bestenfalls ein Erzeuger. Deshalb ist Simon auch ziemlich verärgert, als er in einem offiziellen Schreiben aufgefordert wird, monatlich € 697,69 Pflegebeteiligung für Herrn Petersen zu bezahlen. Simon fährt persönlich zum Amt, um Widerspruch einzulegen. Doch was er dort erfährt, stellt sein Leben vollends auf den Kopf. Anscheinend ist sein Vater nicht der einzige, der sich nie blicken ließ ...
Simon lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zufrieden in Hamburg, bis ihn an einem Tag ein Brief vom Sozialamt erreicht. Sein Vater ist pflegebedürftig und er soll die Rechnung bezahlen. Doch Simon, der als Kind nur mit seiner Mutter aufgewachsen ist, fragt sich: Welcher Vater?
Mit humoristischer Art und Weise nähert der Autor sich in seinem neuen Roman "Vatertage" ernsten Themen. So wird eine (Nicht-)Beziehung zwischen Vater und Sohn thematisiert, einiges dreht sich um Sterbehilfe und um (arme) Schicksale in Pflegeheimen. Es gibt viele verschiedene Szenen, die die schwere Thematik auflockern, ohne dabei klamaukig zu werden. Oftmals musste ich beim Lesen schmunzeln oder sogar auflachen und nie war es geschmacklos. Der Schreibstil ist wirklich besonders hervorzuheben. Schon lange habe ich kein so sprachlich gut verständlich-modernes Buch mehr gelesen, was vor allem unterhält und wirklich witzig ist, aber dennoch weder langweilig noch albern wirkt.
Mit viel Liebe wurden auch die Personen gezeichnet, die sich vor allem durch einen starken Charakter auszeichnen. Diese tragen die Handlung des Buches. Denn rückblickend passiert eher wenig, aber durch viel Situationskomik und durch liebevolle Szenenbeschreibung wird es nie langweilig und bleibt spannend. Eine vierzig Jahre zurückliegende Rahmenhandlung ummantelt die Geschehnisse der heutigen Zeit und man erfährt als Leserin immer genau so viel, wie man braucht, so dass es auch da weiterhin spannend bleibt. In der Rahmenhandlung wird dabei das interessante Setting des Prager Frühlings aufgegriffen, so dass man auch noch ein wenig Historie mitgeliefert bekommt.
Ich kannte den Vorgänger "Dicke Freunde" nicht. Das hat meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan - im Gegenteil: Ich kann mich jetzt auf die Lektüre davon freuen. Denn eins steht für mich fest: Ich werde sicherlich mehr von Stephan Bartels lesen!
The book starts out pretty dull. Maybe that was the intention of the writer, but it almost made me put it down to never pick it up again (minus one star in my rating).
Once the story is not about money anymore, it becomes very interesting. Written with love for the characters and the Pflegeheim.
Locker, leichtes Buch. Ich mochte die Schreibeweise sehr, meiner Meinung nach ist der Humor gut rüber gekommen, mit dem ich mich gut identifizieren konnte. Tiefgründige Charakterbeleuchtungen darf man nicht erwarten, finde ich hätte dem Buch auch nicht gut getan. Liest sich wunderbar zwischendurch.