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Bayerische Literaturgeschichte: Von Tassilo bis Gerhard Polt

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Auch das Gedicht vom Tantenmörder aus der Feder von Frank Wedekind ist in dieser neuen bayerischen Literaturgeschichte zu finden. Von den Tagen der Agilolfinger im 8. Jahrhundert bis zu dem Sprachvirtuosen Gerhard Polt reicht das Spektrum der dargebotenen und erläuterten Texte. 1300 Jahre Geschichte der Literatur auf dem Gebiet des heutigen Bayern werden in diesem Band knapp, kundig und anhand vieler Beispiele vorgestellt. Die gut organisierte Themenvielfalt umfasst religiöse Literatur und mittelalterliche Heldendichtung – zum Beispiel das Hildebrandslied – ebenso wie die Literatur im konfessionellen Zeitalter mit Autoren wie Hans Sachs und Konrad Peutinger oder etwa Werken zwischen Türkenmode und Aufklärung beispielsweise von Johann Emanuel Schikaneder, dem Librettisten von Mozarts Zauberflöte, und ebenso Schöpfungen der jüngeren Geschichte und Gegenwart von Autoren wie Felix Dahn bis hin zu Herbert Achternbusch und Django Asül. Es gilt, viel zu entdecken, vielem wieder zu begegnen und Hunderte von Anregungen für neue Leseerlebnisse zu erhalten!

368 pages, Kindle Edition

Published March 15, 2018

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Klaus Wolf

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Profile Image for Elisabeth Schinagl.
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October 18, 2019
Eine bayerische Literaturgeschichte von den frühmittelalterlichen Anfängen bis ins 21. Jahrhundert zu schreiben, ist ein ambitioniertes Vohaben. Klaus Wolf ist sich der Schwierigkeiten seines Unterfangens durchaus bewusst. Das beginnt schon bei der sich über die Jahrhunderte immer wieder verändernden territorialen Ausdehnung Bayerns. Dem Autor geht es mit einer dezidiert bayerischen Literaturgeschichte auch keineswegs um Heimattümelei, vielmehr bettet er in einem interdisziplinären Ansatz die Fülle an Literatur in einen gesamteuropäischen und (kultur)geschichtlichen Kontext. Vor diesem Hintergrund gelingt es dem Autor, den reichen Strom baierischer/bayerischer Literatur über 1300 Jahrhunderte für ein interessiertes Laienpublikum anschaulich aufzubereiten und darzustellen. Erfreulicherweise bietet das Werk auch einen Einblick in die meist wenig bekannte, aber äußerst umfangreiche lateinische Literatur des (frühen) Mittelalters. Neben der sogenannten "schönen" Literatur stellt der Autor auch die wirkmächtige Wissensliteratur unter Ludwig dem Bayernwie z.B. Konrad von Megenberg vor.
Besonderes Augenmerk legt Wolf auf die Literatur von Autorinnen. Das beginnt mit den Heiligenviten der Nonne Hugeburc im frühen Mittelalter und reicht von Argula von Grumbach, Caritas Pirckheimer über Catharina Regina von Greiffenberg und andere weibliche Mitglieder des Pegnesischen Blumenordens zu der weitgehend unbekannten Münchnerin Anna Maria Lindmayr. Überhaupt gelingt es Wolf, seinen Lesern neben den bekannten Werken und Autoren quer durch die Jahrhunderte weitgehend unbekannte Schätze und Besonderheiten jenseits der sogenannten Höhenkammliteratur näherzubringen - etwa das Jesuitentheater oder wirkmächtige Passionsspiele. Sophie von la Roche wird ebenso bedacht wie etwa Lena Christ, Marieluise Fleißer oder Erika Mann. Für mich persönlich ganz besonders wertvoll war der Hinweise auf Anna Croissant-Rust, eine Autorin des 19. Jahrhunderts, die es verdient, wieder gelesen zu werden, sowie die Erinnerung an Albrecht Haushofers "Moabiter Sonette". Eine genussvolle literarische Entdeckungsreise!
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