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Prager Fenster: Essays

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Libuše Moníková, 1945 in Prag geboren, lebt in Deutschland und schreibt in deutscher Sprache. Ihre politische Erinnerungsarbeit ist an die Eckdaten des Münchner Abkommens 1938, an die totalitäre Herrschaft nach dem komunistischen Umsturz 1948, an die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 und an das Jahr 1989 geknüpft. Aber die eigentliche Geschichte ist die Geschichte der Bürger, die immer wieder um ihre Bürgerrechte betrogen wurden.

128 pages, Paperback

First published January 1, 1994

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About the author

Libuše Moníková

11 books6 followers
Libuše Moníková was a Czech author, publishing in in the German language. In 1968, following the Warsaw Pact invasion of Czechoslovakia, she left for Western Germany. She died in Berlin.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Michael.
1,624 reviews219 followers
February 20, 2019
Dieser Essay=Band hat bei mir ein Umdenken bewirkt. Grundsätzlich war ich bislang kein Freund von Literatur, die sich politisch engagiert, sondern wollte das politische Tagesgeschäft lieber den Nachrichtensprechern, Zeitschriften, Sachbuchautoren und Essayisten überlassen. Nachdem ich Treibeis und jetzt diese Essays gelesen habe, die sich thematisch in unmittelbarer Nähe zum vorgenannten Roman von Libuse Monikova bewegen, ist mir bewusst geworden, dass meine Haltung die eines Privilegierten ist, der, um Monikova zu paraphrasieren, in dem Land lebt, in dem er geboren wurde. Danilo Kis schrieb schon, dass es ein Signum des 20. Jahrhunderts sei, dass in ihm unzählige Menschen spurlos verschwunden seien. Monikova richtet ihren Blick auch auf diejenigen, die zur Immigration gezwungen wurden, mal vom Feind, mal von der eigenen Regierung, je nachdem, aus welcher Richtung der politische Gegenwind gerade wehte; verlässlich nur, dass er kam. Das Schicksal tschechischer Parachutisten, die im Widerstand gegen die Nazis kämpften, an die Böhmen 1938 mit Einverständnis von England und Frankreich verhökert wurde, und die, sofern sie die Absprünge und Aktionen überlebten, 1948 dann im Rahmen kommunistischer Säuberungen in Tschechien als Kollaborateure gejagt, verhaftet und getötet wurden, ist eines ihrer eindringlichen Beispiele.
Libuse Monikovas Engagement richtet sich gegen eine Sprachlosigkeit, in der Geschichte nicht existiert, weil sie in Unkenntnis, Ungenauigkeit oder Allgemeinplätzen untergeht. Und tatsächlich habe ich mich ertappt gefühlt dabei, dass ich von vielem, was sie thematisiert, bestenfalls mal etwas gehört habe, oft aber nicht einmal das.
Griffig formuliert sie es so:
"Osten - Westen, wo sie sich berühren - ein von Verdrängungen erblindeter Fleck auf der Landkarte, halb Wüste, halb Sumpf.
Anstelle beugbarer Begriffe müssen wieder Namen gesetzt werden, der stagnate Zustand von Unkenntnis und Manipulierbarkeit, den sie anzeigen, muß ein Ende haben.
Jedes Land hat seine eigene Geschichte - eigene Abschiebehaft - eigene Verantworltung.
Die Zeit der Namenlosigkeit ist vorbei."

Ein weiteres Thema ist die Frage, welche Funktion ein Schriftsteller haben und welchen Einfluss er nehmen kann. In Zeiten des ersten Golfkriegs hatte Monikova begründete Zweifel, dass während dieses Krieges, bei dem die Bild-Medien erstmals die Hauptrolle spielten, die Stimme eines Autoren überhaupt wahrgenommen werden würde.

Auch wenn die Essays Geschichte sind - an Aktualität haben sie nichts eingebüßt!
Profile Image for John Ronald.
192 reviews2 followers
October 25, 2018
Wertvolles Lesen. Personale Einsichten bzw. das Leben in Böhmen der CFSR und danach.
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