Abgrund Der Freiheit: Schellings Freiheitsphilosophie Als Kritik Des Neuzeitlichen Autonomie-projektes (Studien Zur Phanomenologie Und Praktischen Philosophie, 23)
Schellings Philosophie von der 'Freiheitsschrift' bis zu den 'Weltaltern' zeigt deutlich die Spuren seiner Rezeption der theosophischen Schriften Jacob Bohmes und Christoph Oetingers sowie den Einfluss Franz von Baaders. Gleichzeitig bleibt sein idealistisches Denken weiterhin prasent. In der vorliegenden Studie werden beide Traditionslinien nicht, wie so oft, gegeneinander ausgespielt, sondern zusammengefuhrt. Schellings idealistischer Ansatz - so die These - lasst sich vor dem Hintergrund seiner theosophisch-kabbalistischen Spekulationen als Kritik am Konzept der Autonomie Schelling lost den Gegensatz von Natur und Freiheit auf, und zeigt, dass diese Entgegensetzung, die Kants Autonomiebegriff kennzeichnet, eine dialektische Bewegung der Verdrangung ist, bei der das Ausgegrenzte, die Natur, im Modus der Verkehrung in den Autonomiebegriff einwandert. Mit Hilfe theosophisch-kabbalistischer Gedankenfiguren einerseits und im Horizont der von Friedrich Jacobi forcierten Kontroverse um Glauben und Wissen andererseits betreibt Schelling die Universalisierung der Freiheit. In der Metapher vom "umgekehrten Gott" kulminiert seine negativistische Verscharfung des Kantschen Theoriestucks vom 'Radikal Bosen'