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Unmoral - Ein philosophisches Handbuch, Von Ausbeutung bis Zwang

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301 pages, Paperback

Published May 25, 2010

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Arnd Pollmann

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Profile Image for A YOGAM.
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February 12, 2026
Pollmanns Handbuch lehrt uns: Das Böse ist oft nur eine Frage der Perspektive. Während Kant im „le l’arbitre“ wohl eine Beleidigung der Vernunft erkannt hätte und Sartre in der Drohung „la l’arbitre“ die radikale Freiheit zur moralischen Absurdität am Werk sähe, zeigt meine Stadion-Anekdote die eigentliche Dimension der Unordnung: Wenn der Artikel zum Schlachtfeld wird, kollabiert nicht nur die Grammatik, sondern die Idee der Ordnung selbst.
Hier offenbart sich das Böse nicht als metaphysisches Prinzip, sondern als sprachlicher Ausnahmezustand. Ein Kompendium der menschlichen Untat – angesiedelt zwischen Foulspiel und Syntax-Terror, zwischen Affekt und Anarchie.
Doch so verführerisch es ist, das Böse in den kleinen Anarchien des Alltags zu erkennen – im falschen Artikel, im affektgeladenen Regelbruch –, darf dies nicht über seine eigentliche Dimension hinwegtäuschen. Die Verbrechen eines Jeffrey Epstein erinnern uns daran, dass das Böse seine wahre Gestalt nicht im Zusammenbruch der Grammatik annimmt, sondern im systematischen Missbrauch von Macht, im kalkulierten Entzug von Würde und im Versagen jener gesellschaftlichen Strukturen, die Schutz garantieren sollten. Hier gibt es keine ironische Distanz mehr, keinen Spielraum für sprachliche Sublimierung. Das Böse zeigt sich in seiner nackten Form: als bewusste Instrumentalisierung des Anderen zum eigenen Zweck. Gegenüber solchen Taten wird jede philosophische Analyse zur Prüfung ihrer selbst – nicht als Übung des Denkens, sondern als Verpflichtung zur Klarheit, zur Erinnerung und zur moralischen Unterscheidung.
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