Den Kampf jedoch dann er allein muss bestreiten, Denn hier kann nicht jede Seele besteh’n. Nur göttliche Kräfte am Kampf sich beteil’gen Auf dass der Verlierer gleich weiter kann gehen.
Der Kampf gegen Dranoel ist verloren. Gefangen in ihren Albträumen ist Leyna in Bogharns Verlies zur Untätigkeit verdammt. Dabei ahnt sie nicht, dass die Dunkelheit einen Teil ihrer Vergangenheit verbirgt. Währenddessen brennt Sivan inmitten der Asche Alanyas darauf, sie aus der schwarzen Festung zu befreien. Doch die Zeit drängt. Die Widerständler haben den Norden verlassen und sammeln sich für die letzte Schlacht, die nur das Gotteskind entscheiden kann. Bald wird sich zeigen, ob die Tochter der Träume den dunklen König zu bezwingen vermag – und ob sie begreift, dass man nicht immer seinem Herzen folgen kann.
Marie Weißdorn wurde 1996 bei Hamburg geboren. Nachdem sie sich „bis sie fünf war noch nicht entscheiden konnte, ob sie nicht doch ein Junge sein wollte“, wandte sie sich schließlich doch ihrer kreativen weiblichen Seite zu. Den Hang zu dunklen Wäldern und abenteuerlichen Kämpfen hat sie dennoch nie verloren. Aus kleinen Geschichten wurde schnell mehr, doch niemals ein ganzes Buch. Erst nach dem Abitur begann sie, mit einem genauen Plan vor Augen (der natürlich so am Ende überhaupt nicht passte), das erste große Projekt zu schreiben. Sie genießt es, in ihren eigenen Welten tun und lassen zu können, was sie möchte, und fühlt sich dementsprechend im Fantasy-Genre am wohlsten. Ob die Geschichten dann einen episch-abenteuerlichen, romantischen oder auch humoristischen Touch bekommen, hängt ganz an den Protagonisten. Der Einfluss des Autors darauf ist schließlich begrenzt, denn die meiste Inspiration kommt zumindest bei Marie ohnehin beim Schreiben.
Während der Widerstand zum Krieg gegen den König drängt, ist Alanya verloren. Leyna fristet, gefangen in ihren Albträumen, in Bogharns Verlies ihr Dasein. Nicht einmal ihre Magie kann ihr noch zur Seite stehen. Dafür erhält sie von unerwarteter Seite Hilfe – und auch Sivan will den Kampf nicht verloren geben. Doch kann das Gotteskind die Tyrannei beenden und Frieden über das Land bringen – oder wird Leyna vor der finalen Entscheidung versagen?
Meine Bewertung
Hach ja, dieser Schmerz, diese Qual, diese Tränen – und ich tue sie mir immer wieder freiwillig an! Auch der dritte Teil der Reihe, „Tochter der Träume – Göttliche Kräfte“ hat mich mal wieder richtig schön leiden lassen. Nach dem Ende des zweiten Bands war das auch kein Wunder, immerhin weiß ich inzwischen, wie grausam Marie Weißdorn sein kann.
Dieser Band erschien mir vom Erzähltempo her etwas langsamer als die Vorgänger, dafür befinden wir uns jetzt auch nach einer Schlacht, die viele Opfer gefordert hat. Die Lage scheint zunächst aussichtslos zu sein, und dieses Gefühl war in den wechselnden Sichten omnipräsent. Gerade an Sivan hat man die Verzweiflung sehr gut gespürt, die das ganze Land befallen hat. Während Leyna in Bogharns Kerkern liegt und keinen Zugriff auf ihre Magie hat, versucht er alles, um sie zu retten. Die Entwicklung ihrer Beziehung zueinander ist so ein wundervoller Slowburner, dass ich immer noch hin und weg davon bin und gerade daran kann man auch gut merken, was für einen Weg sie schon hinter sich haben.
Generell fand ich die Charakterentwicklung in diesem Teil sehr gut ausgearbeitet. Es gab nicht so viel Action, dafür noch einige Erkenntnisse und viel Hintergrundwissen, das geschickt eingewebt wurde. Außerdem gab es einige sehr coole Auftritte Dranoels, der sich langsam zu einem meiner liebsten Charaktere steigert. Die Bösen sind nunmal einfach meistens auch die Coolsten!
Was ich ebenfalls sehr herausragend fand, war die Zusammenführung so vieler verschiedener Gruppen. Wir haben da den Widerstand, der aus so vielen verschiedenen Charakteren mit komplett andersartigen Facetten besteht, weshalb es auch in der Gruppe zu Streitereien kommt. Und obwohl jeder Charakter seinen eigenen Handlungsstrang hat, die Gespräche durchaus politischer, kampfbezogener und voller Strategie werden, das Vertrauen zu den anderen manchmal nicht gewährleistet ist, ist in all dem der rote Faden nie verloren gegangen. Mir macht es mit jedem Buch immer wieder noch mehr Spaß, in diese Welt zurückzukehren, da ich inzwischen deutlich gemerkt habe, wie ausgereift alles ist und wie viel es zu entdecken gibt, wovon man als Leser selbst im dritten Teil noch nichts ahnt.
Natürlich gab es auch in diesem Band wieder Teile, die mich zum Weinen gebracht haben – ein paar ganz fiese, emotionale Szenen. Gleichzeitig war alles so gut konstruiert, dass die Storyline im vierten Teil ein würdiges Ende finden kann, auf das ich mich schon sehr freue, denn diese Ruhe vor dem Sturm wurde herrlich aufgebaut. Ich denke, da werden noch einige Überraschungen auf uns zukommen, aber nachdem ich den dritten Teil wirklich genossen habe, freue ich mich umso mehr auf Teil 4 – den Abschluss einer Reihe, die mich wirklich in Atem hält.
Erste Sätze So lange dieses Land im Schatten liegt, Ein dunkler König ihm nahm sein Glanz. Zu vernichten nun sucht, denn nach Rache er tracht‘, Die Macht, die ihn einst starkgemacht.
Klappentext Den Kampf jedoch dann er allein muss bestreiten, Denn hier kann nicht jede Seele besteh’n. Nur göttliche Kräfte am Kampf sich beteil’gen Auf dass der Verlierer gleich weiter kann gehen. Der Kampf gegen Dranoel ist verloren. Gefangen in ihren Albträumen ist Leyna in Bogharns Verlies zur Untätigkeit verdammt. Dabei ahnt sie nicht, dass die Dunkelheit einen Teil ihrer Vergangenheit verbirgt. Währenddessen brennt Sivan inmitten der Asche Alanyas darauf, sie aus der schwarzen Festung zu befreien. Doch die Zeit drängt. Die Widerständler haben den Norden verlassen und sammeln sich für die letzte Schlacht, die nur das Gotteskind entscheiden kann. Bald wird sich zeigen, ob die Tochter der Träume den dunklen König zu bezwingen vermag – und ob sie begreift, dass man nicht immer seinem Herzen folgen kann.
Meine Meinung Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben und berichtet aus der Sicht verschiedener Personen. Eine davon ist Leyna, eine der vier Gotteskinder, in der die größten Hoffnungen gesetzt werden, um den König zu stürzen. Sie ist stark und mutig, kennt aber dennoch ihre Grenzen und ist auch immer noch unerfahren, weshalb nicht alle ihren Kräften vertrauen. Außerdem vertraut sie den Menschen, die ihr nahestehen, beinahe zu sehr. Ich konnte mich wirklich gut in sie und die Anderen hineinversetzen und fand deren Gedanken und Handlungen nachvollziehbar. Es gibt auch wieder Charakterentwicklung, in der Einige an ihre Grenzen geraten und über sich hinauswachsen.
Die Geschichte setzt direkt an den Handlungen des Vorgängers an. Er ist ein wenig düsterer und man merkt, dass die Ereignisse sich langsam zuspitzen. Hoffnung und Gefahr ist allgegenwärtig, während man noch besser die Charaktere und die Welt kennenlernt. Und genau das macht Buch besser als sein Vorgänger. Es konnte mich wieder fesseln und mitreißen. Es gibt überraschende Wendungen und Entwicklungen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und flüssig zu lesen.
Bewertung Eine gelungene Fortsetzung, die mir wieder besser gefallen hat als der Vorgänger, daher gibt es diesmal 4,5 von 5 Würmchen
++Achtung Spoiler Alarm++ Der Schreibstil ist soweit gut. Nichts Besonderes. Ab und an schleichen sich ein paar Fehler ein, aber alles vertretbar. Ich musste das Buch auch einige Male aus der Hand legen, da mich Leyna in ihrem Tun und Handeln zunehmend nervte. Auch die Entwicklung von Sivan ist erstaunlich und hat mit den ersten beiden Bänden kaum noch etwas zu tun. Ich finde, dass auch am Ende die neuen Entwicklungen, sowie der gemeinsame Augenblick zwischen Sivan und Leyna in der Höhle etwas ausführlicher geschrieben werden hätte können.
Leider weicht die App mit der Seitenzahl ab. So steht in er App, dass es 381 Seiten wären, jedoch besteht das Buch (komplett alle Seiten) nur aus 360 Seiten.