Jump to ratings and reviews
Rate this book

Alevism as an Ethno-Religious Identity: Contested Boundaries

Rate this book
Until recently the importance of religion in the modern world has often been underestimated in Western societies, whereas its significance is absolutely crucial in the Middle East. Religion is critical to a sense of belonging for communities and nations, and can be a force for unity or division. This is the case for the Alevis, an ethnic and religious community that constitutes approximately 20% of the Turkish population – its second largest religious group. In the current crisis in the Middle East, the heightened religious tensions between Sunnis, Shias and Alawites raise questions about who the Alevis are and where they stand in this conflict. With an ambiguous relationship to Islam, historically Alevis have been treated as a ‘suspect community’ in Turkey and recently, whilst distinct from Alawites, have sympathised with the Assad regime’s secular orientation. The chapters in this book analyse different aspects of Alevi identity in relation to religion, politics, culture, education and national identity, drawing on specialist research in the field. The approach is interdisciplinary and contributes to wider debates concerning ethnicity, religion, migration and trans/national identity within and across ethno-religious boundaries. The chapters in this book were originally published as a special issue of the National Identities journal.

130 pages, Hardcover

Published April 3, 2018

3 people want to read

About the author

Celia Jenkins

12 books

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
0 (0%)
3 stars
1 (100%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
4 reviews2 followers
April 30, 2024
In dem Werk wird die Schnittstelle von Religion, Ethnizität und nationaler Zugehörigkeit von Alevit:innen durch mehrere Autor:innen thematisiert. Jedes Kapitel beleuchtet eine andere Forschungsfrage. Die einzelnen Themen werden eher oberflächlich angegangen, sodass wichtige Erkenntnisse der bisherigen Forschung hier pointiert zusammengefasst werden. Besonders vorteilhaft sind daher die vielen Verweise auf weitere Quellen, die eine vertiefende Recherche zu den einzelnen Themen ermöglichen. Außerdem zeigt unter anderem die Anwendung von Hinweisen und Quellen den wissenschaftlichen Charakter dieser Beiträge. Man merkt auch, dass alle Autor:innen sich intensiv mit den jeweiligen Forschungsfragen beschäftigt haben und intensive Arbeit dahintersteckt.

Wer sich bereits in dem Themenbereich ein bisschen eingelesen hat, wird hier auf erwartbare Erkenntnisse stoßen, die jetzt nicht wirklich neu sind. Jedoch können ein paar interessante Impulse sowie Fragen aufgegriffen werden.

Im Folgenden gehe ich auf ein paar inhaltliche Aspekte kritisch ein:

Den Absatz “Who are the alevis” im Beitrag “The AKP, sectarianism, and the Alevis’ struggle for equal rights in Turkey” von Ayfer Karakaya-Stump (S.54) halte ich nicht für ganz so gelungen. Das Alevitentum wird mit einem überbetonten esoterischen und mystischen Charakter dargestellt, der nicht von allen alevitischen Strömungen selbst so betrachtet wird. Zudem werden die Alevit:innen teilweise über einen Vergleich zu Sunnit:innen und Schiit:innen definiert. Fairerweise ist zu sagen, dass diese Kritik auch auf viele andere Werke zu diesem Thema zutrifft. Dennoch ist es problematisch, wenn eine Glaubensgemeinschaft ständig über Vergleiche zu anderen Glaubensgemeinschaften definiert wird.

In manchen Beiträgen wird die Heterogenität der Alevit:innen aufgegriffen und in anderen wird dies vor allem bezogen auf politische Haltungen bzw. Positionierungen vernachlässigt. So wird zum Beispiel im Kapitel “Thoughts on the rhetoric that women and men are equal in Alevi belief and practice (Alevilik)) - to Songül von Nimet Okan das Verhältnis der Alevit:innen zu Atatürk (Gründer der Türkei) und dem türkischen Staat zur damaligen Zeit thematisiert. Dabei liest sich die Haltung bzw, politische Positionierungen der Alevit:innen ziemlich einseitig. Die unterschiedlichen Positionierungen von Alevit:innen, beispielsweise aufgrund des Verbots der kurdischen Sprache und der Diskrimininierung von Kurd:innen, werden unzureichend angeschnitten (S.70). Darüber hinaus waren die Erkenntnisse aus dem Beitrag von Nimet Okan durchaus interessant und lesenswert.

Der letzte Beitrag beschreibt ein Projekt bezüglich Alevit:innen der zweiten Generation im Vereinigten Königreich, das unter anderem in Kooperation von Schulen und alevitischen Geistlichen stattfand. Man erhält einen Einblick, welche Erfolge dieses Projekt verzeichnen konnte, jedoch fehlt mir eine kritische Reflexion des Projekts, die gerade bei Pilotprojekten von hoher Bedeutung ist. Es wird beispielsweise erwähnt, dass im Rahmen des Projekts in einer Schulklasse die Schüler:innen von der Lehrkraft gefragt worden sind, wer von ihnen alevitisch sei, 10 Schüler:innen hätten sich gemeldet. Hier hätte man dieses Vorgehen durchaus kritisch hinterfragen sollen, inwiefern eine solche Frage vor der gesamten Schulklasse mit Ängsten und Stigmatisierung verbunden sein könnte.


Dieses Werk ist definitiv nichts für Einsteiger:innen und eher für Personen geeignet, die sich wissenschaftlich mit der Thematik auseinandersetzen möchten und/oder einen Überblick über Quellen zu den jeweiligen Forschungsfragen erhalten möchten.

Hinweis:
Einige Beiträge sind nach einer kleinen Recherche kostenlos als PDF im Internet auffindbar.
Displaying 1 of 1 review

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.