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Skandinavisches Viertel

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Nach Jahren im Ausland kehrt Matthias Weber ins Skandinavische Viertel zurück. Schon als Zwölfjähriger kannte er jede Straße in diesem Teil Ostberlins an der Mauer. Heute stemmt er sich als selbsternannter Anti-Gentrifizierungs-Makler gegen eine Entwicklung, die er nicht aufhalten kann.

Das Skandinavische Viertel in Ostberlin kennt niemand so gut wie Matthias Weber. Als Kind unternimmt er hier in den siebziger Jahren Streifzüge, beflügelt von seiner reichen Phantasie, zugleich auf der Flucht vor inneren Dämonen. Vater, Onkel, Großmutter: nette Leute, und doch jeder auf seine Weise in Schuld verstrickt. Nur sehr langsam durchdringt der Junge das Geflecht aus Geheimnis und Verrat in seiner Familie. Jahre später kehrt Matthias in sein Revier zurück, das sich seit dem Fall der Mauer im Umbruch befindet. Er wird Wohnungsmakler, und da sich der umgängliche Grübler nicht zum Haifisch eignet, macht er es sich zur Aufgabe, Neureiche und Großkotze aus seinem Viertel fernzuhalten. Zwischen Geld und Moral, vergänglichen Amouren und existentieller Einsamkeit führt er einen letztlich aussichtslosen Kampf. Eine Geschichte um Verlust, Trauer und Wut, in der sich die Abgründe des eigenen Lebens offenbaren.

265 pages, Hardcover

Published March 10, 2018

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Profile Image for Buchdoktor.
2,440 reviews196 followers
March 28, 2018
Matthias Webers Streifzüge durch seinen Kiez enden im Ostberlin der 60er häufig vor den Stiefeln eines Grenzpostens; denn er wohnt im Skandinavischen Viertel in Sichtweite des Grenzübergangs Bornholmer Straße. Die Grenzer sind meist junge Männer aus der Provinz, die keine Ahnung haben was im Kopf eines Zwölfjährigen vor sich geht, der „Grenze kieken“ geht. Matthias fragt sich, welchen Sinn die Straßennamen haben und spinnt in Gedanken weiter, viel mehr Straßen skandinavische Namen zu geben. Vater Horst Weber reagiert gereizt auf das Lieblingsthema seines Sohnes, fragt sich, warum Bücher nicht gleich verboten werden über Länder, in die man aus der DDR sowieso nicht reisen darf. Das heikle Thema Skandinavien – Matthias kann das nicht ahnen – ist eng mit Horsts Bruder Winfried verknüpft, der sich als Arbeiter auf einer Zirkus-Tournee nach Finnland sinnlos betrunken hat. Seitdem ist die Grenze endgültig dicht für Winfried. Er lebt wieder bei seinen Eltern, ein Parasit, über den sein Bruder ungern spricht.

Der zwölfjährige Matthias wurde bisher bewahrt vor der Welt außerhalb seines kindlichen Kosmos. Die schwere Krankheit der Mutter wird ihm ebenso verheimlicht wie der KZ-Aufenthalt seines Großvaters noch nach 1945, als Deutschland theoretisch längst „befreit“ war. An dieser Unfähigkeit sich zu erinnern leidet das Land noch immer. Allein eine Andeutung hat sein Vater fallen lassen, dass Mattias vielleicht später beruflich ins westliche Ausland reisen dürfe, wenn er in der Schule immer fleißig wäre. Mattias vermisst noch nicht, was Richtung Westen hinter Mauer, Stacheldraht und scharfen Wachhunden liegt. Gescheiterte Träume vom Ausbruch, die Vater und Onkel träumten, erschließen sich ihm nur stückweise, wenn sich ein Erwachsener verplappert. In der Schule lernt Matthias, dass die Sehnsüchte seines Vaters reaktionär seien.

Dem Thema Winfried begegnen wir nach der Wende auf einer zweiten Zeitebene wieder. Matthias arbeitet nach einigen Jahren im Ausland inzwischen als Makler in seinem alten Kiez. Die Wohnung seiner Großeltern hat er gekauft und lebt darin mit dem noch immer unberührten Zimmer von Winfried. Matthias schafft sich eine kleine gentrifizierungsfeindliche Nische, indem er Wohnungen an Käufer vermittelt, die sie seiner Meinung nach verdienen, gern an Alternative, nicht an Investoren. Die Vermittlungen laufen wie Handeln im Bazar, Käufer müssen den auf dieser Bühne gewünschten Text kennen und Mattias erzählt Legenden, von denen er annimmt, seine Kunden würden sie erwarten. Doch Spekulanten schlafen nicht und kennen den Text inzwischen auch.

Ein Mann, der für seinen Kiez wie für eine Geliebte fühlt. Der Zugang zu Thorsten Schulz‘ Figuren fällt nicht leicht; denn er setzt einen Perspektivwechsel voraus in die Zeit der deutschen Teilung. Lesern, die die Mauer nicht mehr aus eigener Anschauung kennen, erleichtert Mattias konsequent kindliche Sichtweise den Wechsel in seine Welt nicht gerade. Lässt man die Handlung jedoch sacken, bleibt die Erinnerung an eine Geschichte von Verschweigen und Verrat, in der Horst Weber in den 60ern ein hohes Risiko eingeht mit dem, was er seinem zwölfjährigen Sohn von sich preisgibt.
Profile Image for auserlesenes.
371 reviews19 followers
April 14, 2018
Ostberlin in den 1970er-Jahren: Als Zwölfjähriger durchstreift Matthias Weber regelmäßig das Skandinavische Viertel und benennt Straßen fantasievoll und konsequent um. Je mehr er heranwächst, desto deutlicher stellt sich heraus, dass seine Familie einige Geheimnisse hat, von denen er nichts erfahren soll. Als Student verlässt er die Heimatstadt. Nach seinem Abschluss geht er einige Jahre ins Ausland, bevor er lange nach dem Mauerfall nach Berlin in die bekannte Gegend zurückkehrt. Als Wohnungsmakler im Skandinavischen Viertel macht er es sich zur Aufgabe, Neureiche und Großkonzerne fernzuhalten und gegen die Gentrifizierung anzukämpfen. Doch auch im Alter von 49 Jahren lassen ihn die dunklen Geheimnisse seiner Familie nicht los…

„Skandinavisches Viertel“ ist eine ostdeutsche Familiengeschichte von Torsten Schulz.

Meine Meinung:
Erzählt wird aus der Sicht von Matthias. Episoden aus seiner Zeit als Teenager und solche aus der Gegenwart als Makler wechseln sich ab, wobei es in diesen Abschnitten auch zusätzlich noch Rückblenden gibt. Dieser Aufbau ist äußerst gelungen. Beide Erzählstränge sind perfekt miteinander verknüpft.

Sprachlich kann der Roman absolut überzeugen. Der Erzählstil gefällt mir sehr gut. Er ist nicht nur angenehm und flüssig, sondern auch einfühlsam und eindringlich.

Der Roman ist sehr geschickt konstruiert. Die verschachtelte Handlung sorgt für Spannung und einige Wendungen, bleibt dennoch jederzeit gut verständlich. Die Geheimnisse und weitere tragische Erlebnisse werden auf raffinierte Art sukzessive enthüllt beziehungsweise präsentiert. Sie wirken glaubwürdig und schlüssig.

Im Vordergrund steht Matthias, der mir schon nach nur einigen Seiten recht unsympathisch war. Sein Denken und Verhalten sind mir fremd. Schon als Kind lügt er häufig – mal einfach aus Spaß, mal um jemanden zu ärgern, mal um gewisse Ziele zu erreichen. Daran hält er bis zum Erwachsenenalter fest. Er schreckt sogar nicht davor zurück, an nahen Verwandten Verrat zu üben, und lädt dadurch weitere Schuld auf sich. Er genießt die Gefühle von Macht, die er ausnutzt, und spielt gerne mit anderen. Leider macht er auch im Erwachsenenalter keine Entwicklung durch, sondern bleibt bis zum Ende verantwortungslos und geistig unreif. Dies ist nach meiner Meinung eine Schwäche des Romans.

Einen Anteil an seinem Verhalten hat sicherlich seine Familie, in der es gestörte Beziehungen gibt. Zunehmend findet durch das Verdrängen und Verschweigen von Konflikten eine Entfremdung der Charaktere statt. Die Personen machen auf mich dabei einen authentischen Eindruck.

Das Cover des Buches entspricht zwar nicht meinem persönlichen Geschmack, ist allerdings treffend gewählt. Der Titel ist prägnant und gleichzeitig passend. Die Stadtkarte des Viertels mit den fiktiven Straßennamen ist eine schöne Ergänzung.

Mein Fazit:
„Skandinavisches Viertel“ ist ein anspruchsvoller Roman von Torsten Schulz. Keine leichte Kost, aber dennoch – oder gerade deswegen - lesenswert.
Profile Image for Wedma.
438 reviews12 followers
March 21, 2018
Den Roman von Torsten Schulz habe ich gern gelesen. Er stellt ein gekonnt geschriebenes literarisches Werk dar, das viele akuten Themen der Gesellschaft zu einem atmosphärischen, tiefgründigen, zum Nachdenken anregenden Erzählteppich verwebt.

Klappentext beschreibt den Inhalt sehr treffend: „Nach Jahren im Ausland kehrt Matthias Weber ins Skandinavische Viertel zurück. Schon als Zwölfjähriger kannte er jede Straße in diesem Teil Ostberlins an der Mauer. Heute stemmt er sich als selbsternannter Anti-Gentrifizierungs-Makler gegen eine Entwicklung, die er nicht aufhalten kann.

Das Skandinavische Viertel in Ostberlin kennt niemand so gut wie Matthias Weber. Als Kind unternimmt er hier in den siebziger Jahren Streifzüge, beflügelt von seiner reichen Phantasie, zugleich auf der Flucht vor inneren Dämonen. Vater, Onkel, Großmutter: nette Leute, und doch jeder auf seine Weise in Schuld verstrickt. Nur sehr langsam durchdringt der Junge das Geflecht aus Geheimnis und Verrat in seiner Familie. Jahre später kehrt Matthias in sein Revier zurück, das sich seit dem Fall der Mauer im Umbruch befindet. Er wird Wohnungsmakler, und da sich der umgängliche Grübler nicht zum Haifisch eignet, macht er es sich zur Aufgabe, Neureiche und Großkotze aus seinem Viertel fernzuhalten. Zwischen Geld und Moral, vergänglichen Amouren und existentieller Einsamkeit führt er einen letztlich aussichtslosen Kampf. Eine Geschichte um Verlust, Trauer und Wut, in der sich die Abgründe des eigenen Lebens offenbaren.“

Es ist ein Familienroman, der mit seinen Lesern über das Leben und vieles, was dazu gehört, spricht, auch über die Liebe über den Tod hinaus, über Familienzusammenhalt, Vertrauen, Vertrauensbruch, über das Schweigen und übermäßigen Alkoholkonsum als „Problemlösung“ uvm.
Es geht um Matthias, einen clevereren Burschen mit wachem Verstand, und seine Kindheit in der DDR, um sein Erwachsenwerden ohne Mutter, und welche Folgen das für Matthias als erwachsenen Mann hat, um den Verrat und seine Folgen, für alle Beteiligten, über die Generationen hinweg. Teils in Rückblenden, im Wechsel zum Erzählstrang, der in der Gegenwart spielt und Matthias im Heute zeigt, wurde sein Leben bis zu seinem 50.Lebensjahr erzählt: Woher er kam, wohin er als junger Mann ging, was er dort erreicht hat, wo er jetzt ist, was er nun hat und ob das so gut ist. Matthias hat da zum Schluss seine eigene Meinung und ist nicht abgeneigt, daran zu arbeiten.

Skandinavisches Viertel ist auch über die Heimatliebe, übers Heimkommen und zu sich kommen, über das, was letztendlich im Leben wichtig ist.

Der Roman ist sehr kunstfertig geschrieben. Er erzählt nicht nur Lebensgeschichten der Menschen aus der ehem. DDR, sondern er gibt auch seinen Lesern viel Stoff, der viel hineininterpretieren lässt und zum Nachdenken u.a. über das eigene Tun und seine Konsequenzen, über das eigene Leben insg. einlädt.

Die „obligatorischen“ Sexszenen sind gekonnt gemeistert worden. Davon hätte es aber ruhig weniger sein können. Wie Matthias mit seinen Liebschaften schläft, wollte ich nicht so genau wissen. Insofern war es mMn keine Aufwertung oder etwas in der Art. Aber sonst…

Fazit: Ein Familienroman, der seine Wirkung erst nach und nach entfaltet. Man sollte ihm, wie einem Kunstwerk, genug Zeit und Raum geben. Definitiv kein 08/15 Kitsch. Sehr gekonnt und kunstfertig geschrieben. Tiefgründig. Lesenswert.
Profile Image for miss.mesmerized mesmerized.
1,405 reviews42 followers
March 20, 2018
Als Junge schon ist er durch das Skandinavische Viertel Berlins gestreift, hat auch diejenigen Straßen mit nordischen Namen versehen, die keinen solchen trugen. Zwischen der elterlichen Wohnung und jener der Großeltern hat er sich das Leben ausgemalt, da sein eigenes trist und ereignislos war. Wie die Leben seiner Eltern, das des Onkels, das der Großeltern. Haben sie überhaupt gelebt? Sie sind irgendwann alle gestorben, aber waren sie davor lebendig? Matthias lässt die Gedanken schweifen, denkt an die Geheimnisse, die es in seiner Familie gab und die meist erst kurz vor dem Tod erstmalig offen ausgesprochen wurden. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass alle von einem anderen Leben geträumt haben, es aber nie leben konnten.

Torsten Schulz nähert sich in seinem Roman vielen Themen. Er beginnt in Ostberlin, unmittelbar an der Mauer, die jedoch unüberwindbar bleibt und nur zum Träumen taugt. Er skizziert die Zeit nach der Wende, als der Lebensraum im Osten rücksichtlos von Spekulanten erworben wird und seine Seele zu verlieren droht. Er spricht über Familien, die mehr Zweckgemeinschaften sind als Lebensgemeinschaften, wo Geheimnisse und Nichtgesagtes herrschen und zwischen den einzelnen Mitgliedern keine Vertrautheit und kein Vertrauen entsteht. Und er schickt den Protagonisten über mehrere Kontinente, wobei dieser doch nur erkennt, dass er flüchtet vor Beziehungen, vor Bindungen, vor Menschen und deren Nähe.

Der Roman zeichnet ein trauriges Bild von enttäuschten und unglücklichen Menschen. Selbst in Momenten der akuten Verliebtheit kommt kein positives Gefühl beim Leser auf. Die Sprachlosigkeit der Figuren, ihre Distanziertheit überträgt sich auch auf den Leser, was es sehr schwer macht, eine Beziehung zur Geschichte aufzubauen. Ich fand viele interessante Aspekte, gerade die Familienkonstellation und ihre Auswirkung auf die Figuren eröffnete unheimliche Spielräume, aber der Roman konnte mich nicht wirklich packen. Zu weit weg blieb der Protagonist. Vielleicht hat ihm der Ausbruch gefehlt, der ihn menschlicher hätte erscheinen lassen. So war er lebendig tot, wie auch der Rest seiner Familie. Einzig die Mutter hatte eine kurze Phase des Aufblühens, die das Schicksal dann jäh zunichtegemacht hat. Eine Seelenreinigung durch offenes Reden erkennen die Figuren auch nicht als probates Mittel der Flucht aus ihrer Schockstarre – zu machtlos fühlen sie sich, um ihrem Leben selbst eine Wendung zu geben.

Die Übertragung des emotionslosen, nüchternen Ertragens des Daseins von den Figuren auf den Leser ist geglückt. Das macht das Buch zu keinem emotionalen Highlight, sondern zu einer schweren Lektüre.
510 reviews16 followers
March 18, 2018
Sisyphos oder von der Unausweichlichkeit des Scheiterns

Matthias Weber, wir begleiten ihn als Leser durch seine Kindheit bis ins Erwachsenenalter, von Ostberlin durch die Welt zurück nach Ostberlin, in den Kiez seiner Kindheit. Aus dem phantasiebegabten Kind, das im skandinavischen Viertel für sich jene Straßen umbenennt, die keine passenden Namen haben, und Grenzer zu verwirren trachtet, wird als Erwachsener ein Makler, der rein in seinem Viertel tätig ist und dort die Wohnungen nicht jedem anvertrauen will. Der Wechsel in den jeweiligen Kapiteln ist gut nachzuvollziehen, dabei wirft die Familiengeschichte lange viele Fragen auf.

Köstlich die Anekdoten zu Beginn, wie der Makler die „Maden“ täuscht und schließlich abblitzen lässt, anderen aber zu ihrem Glück verhilft. Im Gegensatz dazu stehen die Kapitel aus dem Leben des Jungen Matthias, dessen familiärer Hintergrund wohl die Entwicklung seiner Beziehungen bedingt. „Und er spürt wieder diese Erstarrung, die ihn besser schützt als alles andere.“ S. 194 Dazu Einblicke in die Realität der späten DDR, Abiturzulassung, Denkverbote – davon hätte ich mehr gewünscht, zu weit ist das für viele heute entfernt.

Schütteln möchte man die Protagonisten dieses Buches, geradezu anschreien. Sie alle flüchten sich geradewegs in die Unausweichlichkeit des Scheiterns. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, seine Defizite, seine Erinnerungen. Hoffnungslos? Nein. Autor Torsten Schulz schreibt das so liebevoll, so voller Verständnis dafür, wie wir uns wohl gelegentlich alle im Wege stehen. Dennoch hatte das Buch für mich einige Längen, gerade in der immer gleichen Wiederholung des Beziehungsschemas (man versteht das schon schneller), war mir der Beginn deutlich lieber als mittlere Teile der Handlung.

3,5 Sterne.
Profile Image for Valerie.
317 reviews11 followers
May 12, 2018
Ein Viertel vor und nach der Wende

Matthias Weber ist im skandinavischen Viertel in Ostberlin aufgewachsen und kehrt nun nach Jahren im Ausland dorthin zurück. Keiner kennt das Viertel so gut wie er. Als Kind lief er täglich durch das Viertel und dachte sich für viele Straßen alternative Namen aus. Doch sein Leben wurde überschattet von Verlusten, bereits in jungen Jahren. Seine Familiengeschichte ist trist. Matthias kehrt nun mehr zufällig ins Viertel zurück, als Makler, und kann fortan entscheiden, wer „würdig“ genug ist, in das Viertel zu ziehen.

Thorsten Schulz erzählt diesen tiefgründigen Roman abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Erzählstränge verschmelzen und ergänzen sich ausgezeichnet. Obwohl man sich von dem Titel vielleicht etwas anderes erwartet, erzählt Schulz mit einer beeindruckenden Sprache vom Aufwachsen in der DDR, von Familie, frühen Verlusten, Vertrauen bzw. Vertrauensbrüchen, Enttäuschungen, Geheimnissen, Alkohol, und vom Alleinsein. Insbesondere die Einblicke in die DDR waren für mich sehr spannend, teils hätte ich mir mehr Erklärung dazu gewünscht. Die Geschichte regt sehr zum Nachdenken an. Vieles wird nicht explizit erwähnt, die Interpretation bleibt dem Leser überlassen. Auch macht es traurig, wie wenig Matthias bzw. generell alle in seiner Familie aus Rückschlägen zu lernen scheinen. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich alles verstanden habe, was der Autor mit dem Roman sagen wollte. Das, was ich verstanden habe, hat mir wirklich gut gefallen. Ein sehr lesenswerter Roman.
98 reviews1 follower
November 1, 2025
J'ai bien aimé ce livre ! On suit le héros en alternant les chapitres entre son enfance à Berlin-Est dans les années 70 et sa vie d'adulte, toujours dans le même quartier mais das les années 2000-2010. Il y a des secrets de famille, et de beaux personnages secondaires que j'ai bien aimés. Facile à lire.
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