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Das geheime Lächeln

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Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.

480 pages, Kindle Edition

First published March 12, 2018

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About the author

Bettina Storks

13 books3 followers

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Community Reviews

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8 (11%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for sternensaaleinsamkeit.
126 reviews
May 28, 2018
ABGEBROCHEN

Lange, laaange ist es her, dass ich ein Buch wirklich abbrechen musste, weil es mir so sehr missfallen hat. Ich bin kein Fan davon, eine Geschichte unbeendet wieder ins Regal zu stellen und verstauben zu lassen, aber leider ist es hier mal wieder so weit gewesen. Es tut mir im Herzen weh - gerade weil ich nur noch knappe 130 Seiten vor mir gehabt hätte -, aber es ging einfach nicht. Ich wollte wirklich so sehr, dass mir dieses Buch gefällt! Nach "Das Erdbeermädchen" von Lisa Stromme, das ich im letzten Jahr gelesen habe, war ich so voll guter Hoffnung, dass auch dieses Buch etwas für mich sein könnte, da es ebenso drei tolle Aspekte vereint: Kunst, Historie und eine atemberaubende Atmosphäre. Leider musste ich hier aber feststellen, dass die gemeinsamen Nenner einer Geschichte noch so ähnlich sein können, durch die Umsetzung können sich diese in eine völlig verschiedene Richtung entwickeln ...

Das Buch verfolgt seine Geschichte aus mehreren verschiedenen Zeitebenen und ebenso aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen hätten wir da unsere Protagonistin, die wir etwa über siebzig Prozent des Buches verfolgen. Und hier fangen schon die ersten Probleme an ... Emilia Lukin ist fast fünfzig Jahre alt, was für mich schon einmal eine riesige Hürde ist, mich mit ihr identifizieren zu können. Nichtsdestotrotz kann die Geschichte ja aber toll werden, wenn man diesen Protagonisten trotzdem von Herzen gern mag ... Wenn. Ich persönlich fand sie als Charakter einfach schrecklich. Zwar ist sie ein bodenständiger und interessierter Mensch, keine Frage, aber trotzdem hat sie in verschiedenen Parts des Buches ein wirklich grausiges Verhalten an den Tag gelegt. Sie war in den kleinsten Situationen von vornherein pampig, trotzig und aufmüpfig, als wäre sie nicht fünfzig sondern vielmehr fünfzehn Jahre alt. Zusätzlich begleitete sie eine tiefste Kälte und Distanz. In meinen Augen ist sie definitiv nicht der warmherzigste Charakter, von dem ich je gelesen habe. Dies spiegelt sich auch in ihrer Familiensituation wider - ihr Mann und sie selbst stecken in einer Ehekrise, ihre Mutter hat psychische Probleme, worauf Emilia oft genervt reagiert, und ihre Kinder scheinen Lichtjahre entfernt. Vor allem Letzteres störte mich durchgängig! Ihre beiden Söhne sind etwas über zwanzig Jahre alt, was ja genau in meine Altersgruppe passt. Ich hätte es so schön gefunden, mich wenigstens einem der Charaktere wirklich verbunden fühlen zu können, aber nichts da: Die beiden verhalten sich wie die erwachsensten, reifsten und vor allem ernstesten Opis. Kein Zwanzigjähriger würde sich jemals so verhalten oder so sprechen wie diese. Das wirkte gar nicht authentisch. Allgemein ließen sich die Persönlichkeiten anhand ihrer Verhaltensweisen oder ihrer Wortwahl überhaupt nicht voneinander abgrenzen.
Zumal die beiden Söhne ihre Eltern nicht mal "Mama und Papa" oder gar "Mutter und Vater" nennen, nein, sie nennen diese beim Vornamen. Das ging für mich gar nicht - man hat doch nur ein Elternpaar auf der Welt, und nicht nur das, diese Kosenamen bedeuten doch viel mehr als die biologische Abstammung: Vertrauen, Liebe und Sicherheit. Aber nicht hier. In dieser Familie würde ich nicht aufwachsen wollen.
Natürlich kann ich jetzt nicht beurteilen, ob dieses Element eine klare Funktion in der Geschichte darstellte und sich eventuell noch entwickelte. Ich kann nur sagen, dass es mir selbst ein ganz unangenehmes, definitiv nicht "wohliges" Gefühl gegeben hat. Und da Emilia diesen Aspekt als Zeichen der Freundschaft zu ihren Kindern ansah, schätze ich mal, dass sich da nichts geändert hätte.

Während wir mit Emilia die gegenwärtige Zeitschiene begleiten, tauchen wir in Sophies Welt des Paris der Dreißiger Jahre. Andere Person, andere Atmosphäre! Mit ihr habe ich mich wirklich wohlgefühlt. Sophie ist - ganz im Gegenteil zu ihrer Enkelin - ein spontaner, unverfrorener und mutiger Mensch. Sie hat definitiv Fehler und Ängste, aber die machen sie in meinen Augen nur menschlicher. Zwar dreht sich das ganze Buch um ihre eigentliche Geschichte, doch im Endeffekt haben wir leider nur verhältnismäßig wenig von ihrem Charakter zu spüren bekommen. Da hätte ich auch gern noch mehr gehabt.

Unterstützt oder vielleicht ansatzweise ausgehobelt wurden diese ganzen Aspekte leider auch nicht durch einen Schreibstil, der mir besonders gefallen hat. Oft wirkte dieser extrem hölzern und distanziert, was auch an der Erzählung aus der dritten Person liegt. Zusätzlich kamen Dialoge total gestelzt und unwirklich rüber. Teilweise haben diese mich sogar richtig verrückt gemacht. In ungefähr der Mitte des Buches führt Emilia ein Gespräch mit einem Zeitzeugen, welcher in diesem Augenblick den Namen einer wichtigen Person vergessen hat. Ohne zu Lügen - über fast drei Seiten verfolgen wir dies mit einem Frage-und-Antwort-Spiel wie: "Wie heißt er?"
"Ich weiß es nicht."
"Wie ist sein Name?"
"Ich kann mich nicht erinnern."
"Erinnern Sie sich doch bitte."
"Warum weiß ich diesen Namen nicht mehr?"
Natürlich ist das Ganze noch etwas schöner umschrieben, aber dieses Gespräch verläuft über so einen großen Anteil von Seiten, beinhaltet im Endeffekt so wenig Sinn und hat sich gezogen wie Kaugummi!
Wenige Kapitel weiter vorn hat man eine ähnliche Situation, die erneut daran scheitert, auf den Terrorismus, speziell auf die terroristischen Anschläge in Paris, einzugehen und die Leute darüber zu belehren. Es wirkte alles so unecht und ohne jegliches Gefühl dahin geschrieben.

Aber um zwischen all dem Gemecker auch noch was Positives einzubringen, muss ich sagen, dass die Autorin ein Händchen dafür hat, einmalige Atmosphären einzufangen, die sich vor allem auf die Umgebung beziehen. Ich konnte mir Südfrankreich perfekt vorstellen, obwohl ich noch nie dort war. Ich konnte das Paris der dreißiger Jahre detailgetreu hinter geschlossenen Augen sehen, riechen und auf eigener Haut fühlen.
An dieser Stelle auch nochmal ein riesiges Kompliment an den Verlag, der ein so schönes und stimmiges Cover geschaffen hat, was mich vom ersten Moment angesprochen und überzeugt hat, das Buch lesen zu wollen. Ich liebe die Farben, ich liebe die Kulisse - einfach toll!

Ebenso habe ich größten Respekt davor, wieviel Recherche hinter diesem Buch stecken muss. Auch wenn es mir in vielen Punkten nicht zugesagt hat, kann ich guten Gewissens sagen, dass ich unglaublich viel Fachwissen daraus mitgenommen habe. Vieles davon ist nicht ganz gekonnt durch den zwanzigjährigen Sohn eingebaut worden, der sich ganz zufällig genau mit den anstehenden Fragen auseinandersetzen und diese aus dem Stegreif beantworten konnte, aber trotzdem war es absolut interessant mehr über die Malerei der Surrealisten zu erfahren.

Fazit:
Für mich wirkte einfach zu viel an dem Buch sehr inszeniert, gekünstelt und unglaubwürdig. In meinen Augen herrschte eine sehr negative und angespannte Grundstimmung, die sich auch nicht schnell weglesen ließ, weil auch der Schreibstil oft sehr zäh und hölzern war.
Trotz allem wird dieses Buch sicher viele andere Leute aufgrund seiner tollen Kulissen und Atmosphären begeistern können! Gerade wenn ich mir andere Rezensionen ansehe, die das Buch in höchsten Tönen loben, bin ich mir da sehr sicher. Vielleicht stimmt ja mit mir etwas nicht. 🤷🏼‍♀️


2 von 5 Sternen
★★
Profile Image for Anja von "books and phobia".
796 reviews15 followers
March 25, 2019
Als mich die Autorin fragte ob ich ihr Buch lesen wolle, konnte ich nix anderes außer ja sagen. Wie hätte ich auch ablehnen können, hatte mich ihr letztes Buch doch so dermaßen berührt und unterhalten. Zudem konnte mich niemand so sehr für Frankreich faszinieren, ein Land das mich bisher sehr wenig beschäftigte.

Eines kann ich schon sagen, in diesem Buch steckt pure literarische Magie, die sich mit jeder Seite weiter entfaltet.

Gedanklich bin ich noch immer in diesem Buch, da mich die Eindrücke einfach nicht los lassen wollen. Denn auch wenn ich das Buch erst einmal gelesen habe, fühlt es sich so an als wäre die Geschichte jetzt ein Teil meines Lebens.

Die Geschichte spielt sowohl in Deutschland als auch in Frankreich und das in 2 verschiedenen Jahrzehnten. Zum einen erleben wir die Neuzeit und zum anderen, die 1930er Jahre. Gerade letzteres fühlte sich sehr realistisch an und beeindruckte durch facettenreichen Details. Es werden Kleinigkeiten erwähnt wie der Beruf des Lampenlöschers der Abends durch die Stadt zog und die Laternen löschte oder aber auch Gerätschaften wie Kameras und Autos. Auch der Umbruch mit dem "Deutschen Reich" findet seinen Weg in die Geschichte und bewegte mich zutiefst, da ich mit dieser nur wenig betraut bin.

Hätte ich am Ende des Buches nicht gelesen, das einige Orte oder Gegebenheiten erfunden sind, hätte ich vermutlich jedes einzelne Wort geglaubt. Tatsächlich hat die Autorin eine Netz aus Fiktion und Wahrheit gesponnen, welches man kaum aus einander halten kann. Orte wirkten zu echt, als das sie erfunden wären und so manche Geschichte wirkte zu unwahrscheinlich als das sie wahr sein könnte.

Frau Storks versteht es mit Worten umzugehen und schafft es dadurch ganze Kapitel gerade zu melodisch klingen zu lassen. Dies sorgte auch dafür das ich gerade zu geschmeidig durch die Geschichte kam und mir ebenfalls wünschte ein so ausgeprägtes Vokabular zu beherrschen.

Auch wenn das Buch über 450 Seiten besitzt, spürt man diese nicht. Man ist so gefangen von der Geschichte, das man diese vollkommen missachtet und einfach nur liest. Zwischendurch werden Straßen und Orte mit ihrer französischen Schreibweise geschrieben, was ich jedoch meist übersah und mir einfach einprägte wie sie geschrieben waren. So kam ich sehr gut durch das Buch, ohne Abstriche machen zu müssen.

Emilia ist, wenn auch fiktiv, eine Person die ich zu tiefst schätze. Sie ist emotional, denkt aber stets rational und verblüffte mich stets mit ihren Kenntnissen. Ihr Herz schlägt für ihre Familie und das spürt man auch. Sie bemüht sich um ihre Mutter, die mit depressiven Phasen zu kämpfen hat, welche durch ihre Vergangenheit hervorgerufen wurden. Dies erfolgt mit soviel Hingabe, das es mich zu Tränen rührte. Allgemein ist Emilias Familie ein Hort der Sympathie. Sie wird von ihren Kindern geschätzt und hat einen Mann, welcher zwar einen Fehler machte, diesen aber um jeden Preis wieder gut machen möchte. Tatsächlich regte dieser Fehler, meine Gedanken an, da ich überlegte, wie ich handeln würde.

Auch ihre Großmutter Sophie ist eine bemerkenswerte Frau, die sich gegen ihre Familie auflehnte um ihren Traum von einem Leben in Paris zu leben. Wo man am Anfang noch eine zarte Person erliest, haben wir am Ende eine gestandene Frau. Leider ist diese gebrochen, da ihr Leben auch Schattenseiten hatte. Selten, konnte mich eine Figur so sehr von Paris überzeugen, da sie in jeder Ecke etwas wundervolles fand.

Jean-Pierre wird nach und nach immer mehr ein großer Teil der Geschichte. Der anfangs noch sehr wortkarge Mann, schaffte es im Laufe der Geschichte aufzublühen, wodurch seine Verbindung zu Sophie, immer mehr an Bedeutung gewann. Seine eigene Vergangenheit ist eine Geschichte mit sehr viel Tiefgang und mit mehr Hindernissen, als ein Mensch ertragen könnte, aber er schaffte es. Am Ende freute ich mich für diesen Mann eine Familie gefunden zu haben, die ihn so nimmt wie er ist.

Neben den vielen Beschreibungen, die es möglich machten, sich jede Person fast bis ins Detail vor zu stellen, war es um so bewegender sich in jede Persönlichkeit hinein denken zu können. Wut, Trauer, Mitleid, waren nur eine der wenigen Emotionen die ich durch die Protagonisten spüren lernte. Dies sorgte auch dafür, das man sich jede Person merken konnte. Selbst kleinere Auftritte von Charakteren blieben im Gedächtnis und waren sofort wieder abrufbar.

Am Anfang noch ein Rätsel, doch nach lesen des Buches ein kleines Highlight, denn auf dem Cover sehen wir eine der Hauptcharaktere, welche einen Mantel in ihrer Lieblingsfarbe trägt.

Das Cover könnte ich mir stundenlang ansehen und hätte immer noch nicht genug, denn die Frau darauf fasziniert mich einfach. Kein Wunder, erfahren wir im Buch so einige bewegende Dinge.

Ich finde es sehr schön, das man dem Cover den Vorrang ließ und Autorenname und Buchtitel dezenter gestaltete. Es hat etwas von der Mona Lisa, bei welcher man auch nur ein Lächeln erahnen kann.

Emilias Reise durch die familiäre Vergangenheit brachte ihr nicht nur Sophie näher, sondern auch ihre Mutter und sich selbst.

Ein Buch das Emotionen weckt und mit jeder Seite mehr an Faszination gewinnt. Ein Erlebnis für die Sinne.
Profile Image for Kerstin.
746 reviews24 followers
March 20, 2018
Kurzbeschreibung:
Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist. *Quelle*

Zur Autorin:
Bettina Storks, geboren 1960 in Waiblingen, studierte Germanistik, Deutsche Philologie sowie Kulturwissenschaften und promovierte an der Universität Freiburg. Nachdem sie mehrere Jahre als Redakteurin tätig war, veröffentlichte sie ihre Romane Das Haus am Himmelsrand und Die Stimmen über dem Meer. Bettina Storks lebt in Bodman-Ludwigshafen am Bodensee.

Meinung:
Emilia Lukin, ehemalige Journalistin einer Frauenzeitschrift, arbeitet seit kurzer Zeit selbstständig. Bei ihrem neuen Auftrag, für den sie Texte für einen Auktionskatalog schreiben soll, fällt ihr die Fotografie eines zu versteigernden Gemäldes ins Auge, das sehr viel Ähnlichkeit mit ihr besitzt. Bei der "Frau im Schatten" handelt es sich tatsächlich um ihre Großmutter Sophie Langenberg, die in den 1930er Jahren mit ihrer Familie gebrochen und sich nach Paris aufgemacht hat, um dort als Fotografin zu arbeiten. Emilia ersteigert das Bild und erfährt von ihrer Mutter, dass sie das Haus in der Provence, in dem Sophie bis zu ihrem Tod lebte, vererbt bekommen hat. Sie macht sich auf nach Frankreich und erfährt dort die tragische Lebensgeschichte ihrer Großmutter.

Bettina Storks erzählt auf zwei Zeitebenen die Geschichte von Emilia und ihrer Großmutter Sophie, einmal in der Gegenwart im Jahr 2016 und in der Vergangenheit in den 1930er Jahren in und um Paris.

In der Gegenwart lernt man Emilia Lukin kennen, die durch Zufall auf das Gemälde ihrer Großmutter stößt. Da sie mit privaten Problemen zu kämpfen hat und mehr über Sophie, die in der Familie von jeher als schwarzes Schaf galt und über die nicht gesprochen wurde, erfahren möchte, macht sie sich nach dem erfolgreichen Kauf des Gemäldes auf in die Provence. Dort begegnet ihr Jean-Pierre Roche, der ebenfalls Interesse an dem Gemälde hatte, und der Sophie einst gut kannte.

In der Vergangenheit kommt Sophie selbst zu Wort. Sie geht von ihrer Heimatstadt Baden-Baden in den 1930er Jahren nach Paris, um dort Fotografin zu werden und sich aus den Zwängen ihres gut situierten Elternhauses zu befreien. Dort lernt sie den Maler Paul-Raymond Fugin kennen, mit dem sie bald eine verhängnisvolle Beziehung eingeht. Ihr weiterer schicksalhafter Weg wird nach und nach offengelegt.

Bettina Storks versteht es sehr gut, dem Leser das Frankreich der 1930er Jahre nahe zu bringen. Detailhaft schildert sie den Alltag und die Sorgen der Bewohner, Sophies Werdegang dort und auch die Kindheit ihres Freundes Jean-Pierre Roche wird eindringlich geschildert. Hier hat mir vor allem der Mut des Örtchens Dieulefit sehr imponiert, welches sich während der Besatzungszeit für die jüdische Bevölkerung einsetzte.

Aber auch die Gegenwart vermag die Autorin sehr bildhaft zu beschreiben. Allerdings empfand ich Emilia, die Protagonistin, in vielen Situationen als zu kopflos und zu theatralisch. Für den Umstand, dass sie ihre Großmutter nie kennengelernt hat, steigert sie sich oftmals zu sehr in ihre Geschichte hinein und verhält sich gegenüber ihrer Familie egoistisch.

Auch die wörtliche Rede war mir manches Mal ein wenig zu bildhaft und poetisch angehaucht, was allerdings Geschmackssache ist. Die Geschichte selbst hat mir viel Spaß bereitet, vor allem Sophies Lebensweg fand ich sehr interessant und auch tragisch.

Fazit:
Die tragische Lebensgeschichte der Sophie Langenberg, die ihre Enkelin Emilia aufdeckt, kann sehr gut unterhalten und bietet einen detailreichen Einblick in das Leben im Paris der 1930er Jahre, was mir besonders gut gefallen hat.
Profile Image for lenisvea`s Bücherwelt (Sandra Berghaus).
1,046 reviews21 followers
June 17, 2018
Folgendes kennzeichne ich gem. § 2 Nr. 5 TMG als Werbung:
Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-453-35974-1
Erschienen: 12.03.2018
Zum Inhalt:
Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Portrait nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.
Zur Autorin:
Bettina Storks, geboren 1960 in Waiblingen, studierte Romanistik, Deutsche Philologie sowie Kulturwissenschaften und promovierte an der Universität Freiburg. Nachdem sie mehrere Jahre als Redakteurin tätig war, veröffentlichte sie ihre Romane "Das Haus am Himmelsrand" und "Die Stimmen über dem Meer". Bettina Storks lebt in Bodman-Ludwigshafen am Bodensee.
Meine Meinung:
Ich habe ja bereits die beiden vorherigen Romane der Autorin gelesen und war daher sehr gespannt auf diese neue Familiengeschichte mit historischem Hintergrund. Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt. Dies beeinflusst aber in keinster Weise meine Meinung.
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leider sehr schwer gefallen, ich musste mich erst an den Schreibstil gewöhnen. Nach ca. 100 Seiten konnte mein Interesse dann endgültig geweckt werden. Das Buch hat sich dann zu einem absoluten Wohlfühlbuch entwickelt, welches die Lebensgeschichte von Emilias Großmutter Sophie, die Emilias Mutter Pauline nie wirklich als ihre Mutter kennen gelernt hat.
Emilia macht dies alles zum einen, um ihre verstorbene Großmutter Sophie endlich näher kennenzulernen, andererseits für ihre Mutter Pauline, die von alldem nicht viel weiß und außerdem auch für sich selbst, um die Fragen ihres aktuellen Lebens zu klären.
Als das Familiengeheimnis dann aufgedeckt wird, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist dann so eindringlich beschrieben worden, dass ich Bedauern empfunden habe, dass Sophie ihr Kind Pauline und ihre restliche Familie nicht mehr kennen gelernt hat.
Mein Fazit:
Alles in allem kann ich hier auf jeden Fall eine klare Kauf- und Leseempfehlung aussprechen. Es hat zwar etwas gedauert, bis ich in die Geschichte reingekommen bin, aber ab da war es ein toller Roman, der mich begeistern konnte. Daher bekommt das Buch von mir 4,5 Sterne.
4,5 von 5 Sternen
Cover: ©Diana Verlag
Klappentext, Buchinfos: ©Diana Verlag
Autoreninfos: ©Diana Verlag
Rezension: ©lenisveasbücherwelt
Profile Image for Winniehex.
1,234 reviews8 followers
April 28, 2018
Die Journalistin Emilia Lukin hat einen Fotoauftrag für einen Auktionskatalog. Während Sie das Layout erstellt sieht Sie ein Bild, welches ihr sehr ähnlich ist. Laut den Angaben soll das Bild aus den Jahr 1930 stammen. Dabei könnte es sich um ihre Großmutter Sophie Langenberg handeln, diese ist einst nach Frankreich/Paris ausgewandert. Sophie konnte es ihren reichen Eltern nie recht machen und war eher hübsches Beiwerk als ihre Tochter kam Sie beiden nicht besonders weit. Emilia wird von dem Gemälde regelrecht in den Bann gezogen, Sie will mehr darüber erfahren, dabei stößt Sie auf ein vergangenes Geheimnis. Emilia macht sich auf die Reise in die Vergangenheit, der Ausschlag dazu gibt das plötzlich Erbe ihrer Mutter, warum bekommt Sie erst jetzt Sophies Haus zugesprochen?

Mich hat das Buch sehr berührt, denn ich finde das es durchaus sehr authentisch wirkt. Man darf auch nicht vergessen das 1930 eine ganz andere Zeit geherrscht hat auch in Frankreich. In der Familiengeschichte geht es um ein großes Bedürfnis und das ist die Sehnsucht nach der Hoffnung. Emilias Kinder sind bereits groß und ihr Mann hat Sie betrogen, Sie sucht nach einer Aufgabe um sich abzulenken, um nochmal neu zu starten.

Wie gesagt man darf nicht vergessen, dass 1930 Weltkrieg herrschte und auch Frankreich davon betroffen war. Das ein junges Mädchen wie Sophie sozusagen vor ihren Eltern genau zu dieser Zeit fliehen muss finde ich persönlich sehr Schade. Aber wer weiß wofür es gut war.

Die Autorin hat sich sichtlich Mühe gegeben das Buch in verschiedene Erzählperspektiven niederzuschreiben, so kann man die Geschichte von Sophie aus drei unterschiedlichen Sichtung wahrnehmen.

Mein Fazit: Ein berührendes und beeindruckendes Buch, was viele Gefühle beschreibt und erweckt. Eine Geschichte die toll erzählt ist und ein großartiges Leseerlebnis.
Vielen Dank an das #Random Bloggerportal und den #Diana Verlag für das Leseexemplar.
Profile Image for Solara300.
1,494 reviews43 followers
March 12, 2018
Kurzbeschreibung
Wenn die Vergangenheit einen einholt und mit seinen Geheimnissen einhüllt.
Dann sind wir bei Emilia Lukin, die gerade in ihrem zuhause einen aktuellen Auftrag für ein Auktionshaus plant in Forma von Layout und Bildunterschriften.
Dabei entdeckt sie ein Gemälde von sich, das in ihr längt vergangene Gefühle an ein Geheimnis in ihrer Familie wachrüttelt.
Gemalt wurde das Bild Ende 1930er Jahre und zeigt ihre Großmutter Sophie Langenberg, zu mindestens ist sich da Emilia sicher. Ihre Großmutter um die sich die wildesten Gerüchte ranken lebte zu der Zeit in Paris, als sie mit ihrer Familie in Deutschland brach.
Um genaueres herauszufinden und sich selbst eine Auszeit zu gönnen macht sie sich auf die Suche nach Antworten, die sie in eine kleinen Ort führen in der ihrer Großmutter als letztes gelebt hatte.



Cover
Das Cover ist Traumhaft schön und zeigt für mich eine junge Frau die in der damaligen Zeitepoche um die 1930er Jahre für mich unter dem Eiffelturm fast fragend zurückschaut und doch ihren eigenen Weg zu gehen scheint.
Zum Inhalt des Buches sehr gelungen dargestellt und passend.



Schreibstil
Die Autorin Bettina Storks hat hier eine wundervolle Geschichte verfasst, die mich wieder mit ihrer bildhaften Sprache ab der ersten Seite begeistern konnte.
Zum einen lernt man Protagonisten kennen, die einen mitnehmen in das Jahr 2016 und in die damaligen 1930er Jahre, zu zwei Frauen deren Leben durch ihre gemeinsame Familie verbunden zu sein scheint.
Man lernt Emilia Lukin kennen, die zwei erwachsene Söhne hat und sich mittlerweile die Frage stellt was jetzt noch kommen soll. Mitten im Umbruch sind die Beziehungsprobleme mit ihrem Mann das, was sie immer wieder zum Nachdenken bringt.

Dazu gefällt mir in der Geschichte schon ziemlich am Anfang dieser Satz.

"Verdrängtes ist nicht verschwunden. Es schläft in einem toten Winkel unseres Bewusstseins. Erwacht es, ist es gefräßig wie ein ausgehungertes Tier. Es nährt sich von unsrem innigsten Wunsch zu vergessen."
(Auszug von "Das Geheime Lächeln")

Den genau das ist es was zum Beispiel Pauline, Emilias Mum zu verdrängen versucht. Allein macht sich also Emilia auf die Suche nach Antworten zu ihrer Großmutter und deren geheimnisse und erfährt so nicht nur mehr über sich und ihre Familie, sondern verändert so auch ihren Blickwinkel. Den nur wer frei ist sich zu entscheiden, kann dieses auch in Worten und Taten tun.

Für mich eine bezaubernde Geschichte über eine Suche die mich begeistert mitgenommen hat in das Paris der 1930er Jahre.

Meinung
Wenn ein Gemälde alles verändern könnte ...

Dann sind wir bei der Journalistin Emilia Lukin, die gerade an einem neuen Auftrag daheim arbeitet. Nachdem sie ihren damaligen Job als Redakteurin bei einem Frauenmagazin aufgeben hatte, lässt ihre Tätigkeit sie daheim aufblühen, denn es macht ihr Spaß und sie hat nicht mehr diesen Stress wie vorher.
Hier liebt sie es auf den Oosbach zu schauen der sie entspannt und dabei ihre Arbeit zu erledigen.
Im beschaulichen Ooswinkel im Westen von Baden Banden fühlt sie sich wohl und genießt es, wie gerade jetzt Magazin Auftrag zu bearbeiten. In diesem Fall ist es für ein Auktionshaus, das bei näherem Hinsehen Emilia die Sprache verschlägt denn sie sieht sich selbst auf einem der Gemälde das von einem gewissen Paul - Raymond Fugin in den 1930er Jahren unter dem Titel "Frau im Schatten" gemalt wurde.

Emilia ist sich sicher dass dieses Gemälde ihre Großmutter Sophie Langenberg zeigt, die in den Zeiten der Unruhen nach Paris verschwand um dort ein neues Leben zu beginnen.
Fernab der Konventionen.
Nur was passierte dann. Genau diese Fragen stellt sich Emilia und macht sich auf Spurensuche.
Die führt sie nicht nur zur Versteigerung des Gemäldes, sondern auch auf eine heiße Spur in Paris. Dabei entschließt sich Emilia erste einmal im Hause ihrer verstorbenen Großmutter in Lubéron vorbeizuschauen um sich ein Bild der Gefühle und der Hintergründe zu bilden.

Sie trifft dabei nicht nur auf alte Erinnerungen sondern auch auf viele Geheimnisse die immer noch auf ihre Entschlüsselung warten.

Dabei findet Emilia nicht nur sich selbst und ihre Familie in einem neuen Licht, sondern kann sich auch über ihre Gefühle in ihrer eigenen Beziehung klar werden.

Eine wundervolle Geschichte die einen mitnimmt und nicht mehr loslässt. 💖


Fazit
Für mich eine herausragende Geschichte die berührt und begeistert! 💖
Eine längst vergessene Vergangenheit und die Suche nach Antworten

5 von 5 Sternen
Profile Image for Tinstamp.
1,107 reviews
January 24, 2019
Die Journalistin Emilia Lukin entdeckt in einem Auktionskatalog ein Gemälde mit einem Frauenportrait, welches ihr Interesse weckt. Das Anlitz der Unbekannten ähnelt ihrem eigenen auf unheimliche Weise. Bei der Frau kann es sich nur um ihre Großmutter Sophie Langenberg handeln, dem schwarzen Schaf der Familie, über die nicht gesprochen werden durfte. Emilia entschließt sich in den Elsass zu fahren und das Bild zu ersteigern, um es in Familienbesitz zu bringen.

In zwei Handlungssträngen, die in den 30igern des letzten Jahrhunderts und in der Gegenwart spielen, erzählt Bettina Storks die Geschichte rund um ein Familiengeheimnis. Emilia begibt sich auf Spurensuche und dabei auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit. Etwas Abwechslung tut ihr gut, nachdem ihre Ehe mit Vladi gerade einiges an Konfliktpotential birgt. Ihr Ehemann hat sie betrogen und Emilia ist sich noch nicht sicher, ob sie ihr Vertrauen in Vladi wiederfinden kann. Die beiden Söhne Leo und Mischa sind erwachsen und Mutter Pauline befindet sich in einer psychiatrischen Einrichtung.
Emilia ersteigert das Bild "Frau im Schatten" und begibt sich anschließend nach "La Lumière" im Luberon, einem kleinen Ort in der Provence, wo Sophie einst gewohnt hat. Das Haus wurde nach ihrem Tod an ihre Tochter Pauline, Emilias Mutter, vererbt. Deswegen verspricht sich Emilia vor Ort mehr Informationen über ihre Großmutter zu erhalten. Ihr journalistischer Spürsinn und ihre Hartnäckigkeit lassen sie nicht ruhen und so werden aus Tagen Wochen, in denen sich ihr eigenes Leben von Grund auf verändert....
Emilia erhofft sich vom geheimnisvollen Jean-Pierre Roche mehr Informationen über Sophie, der ihre Großmutter angeblich gekannt hat. Doch der alte Mann weist Emilia erstmals zurück. Ganz langsam wird das Geheimnis um Sophie aufgedeckt und die zwei Zeitebenen verbinden sich schlussendlich zu einem Ganzen. Dabei kommt Emilia einer Lebenslüge auf die Spur, welche noch Auswirkungen bis in die Gegenwart hat.

Die ersten hundert Seiten überzeugten mich noch nicht wirklich, was sich im Laufe der Geschichte etwas änderte. Trotzdem konnte ich das Buch jederzeit aus der Hand legen und ich hatte kein drängendes Bedürfnis weiterzulesen. Mir fehlte weitgehend die Spannung. Der Großteil des Romans ist aus der Sicht von Emilia in der Gegenwart geschrieben, aber auch Jean-Pierre und Sophie kommen zu Wort. Der historische Anteil ist jedoch wesentlich kleiner.

Die Charaktere von Emilia, Sophie und Jean-Pierre wurden von der Autorin wunderbar gezeichnet und lebensecht dargestellt. Der unnahbare und gebildete Jean-Pierre wirkt einerseits geheimnisvoll und sympathisch, aber auch verschwiegen und distanziert. Er bleibt rätselhaft....das sollte er auch.
Emilia ist emotional und steht an einer Wende in ihrem Leben. Die plötzliche Suche nach ihren familiären Wurzeln kam mir jedoch etwas zu spontan und unglaubwürdig vor.
Viele ihre Emotionen konnte ich gut nachvollziehen, auch wenn sie mir mit der Zeit etwas zu fokusiert und theatralisch wirkten. Manche wiederum weniger. Besonders der Umgang mit ihrer Mutter erfüllte mich mit Unverständnis. Pauline leidet angeblich an Demenz und Emilia redet immer wieder auf sie ein und will ihr Dinge und Wahrheiten aufzwingen. Meine Mutter erkrankte ebenfalls an dieser Krankheit und reagierte auf diese Art "persönlichen Angriff" sehr ungehalten. Sie lebte in ihrer eigenen Blase und Wahrheit, welche man auch respektieren sollte. Emilias Verhalten empfand ich als Übergriff gegenüber ihrer Mutter. Das machte sie mir nicht immer sympathisch.
Von Sophie erfährt man meiner Meinung nach zu wenig. Ich konnte mich weder in sie hineinversetzen, noch kam bei mir Nähe zur Figur auf. Ihr Leben in den 30iger Jahren in Paris, die Liebe zum Künstler Paul-Raymond Fugin, die Künstlerkolonie und der Beginn des Zweiten Krieges wurden mit viel Empathie erzählt, doch danach war Sophie für mich nicht mehr wirklich greifbar. Die Zeit in der Provence fand ich noch lückenhafter. Sophies Leben wird größtenteils aus Briefe und Tagebucheinträge zusammengetragen bzw. aus Erzählungen von Jean-Pierre. Vielleicht war das auch mein Problem zu Sophie keine richtige Beziehung aufbauen zu können.

Sehr interessant fand ich die historische Erwähnung des Dorfes Dieulefit, dessen Bewohner sich während des Krieges geschlossen gegen die Nazis stellten und heimlich Flüchtlinge versteckten. Bettina Storks hat diese historischen Fakten wunderbar in ihren Roman verwoben.

Schreibstil:
Bettina Storks schreibt poetisch und mit viel Liebe zum Detail. Die dichte atmosphärische Erzählung und die bildgewaltige Beschreibung der Landschaften und Dörfer in Südfrankreich machten es mir leicht sich alles vorzustellen, obwohl ich noch nie dort war. Selbst der immer wieder erwähnte Mistral, der starke und kalte Fallwind der im Mittelmeerraum vorkommt, blies mir beim Lesen um die Ohren.
Die Charaktere sind lebendig, trotzdem kam nicht unbedingt Sympathie zu ihnen auf. Vorallem die eher distanzierte Beziehung der Söhne zu Emilia oder diese zu ihrer Mutter Pauline fand ich teilweise erschreckend kühl und emotionslos.

Fazit:
Der Roman lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die Idee und die bildhaften Beschreibungen, sowie den Schreibstil mochte ich sehr. Die Charaktere nur teilweise und die Spannung fehlte mir ebenfalls. Es ist ein Roman der leisen Töne, der aufzeigt, dass das Leben oft ungeahnte Wege geht und dessen Auswirkungen oft noch Generationen später betrifft.
Profile Image for LeseHuhn.
579 reviews1 follower
December 5, 2022
Das geheime Lächeln

von Bettina Storks

erschienen im Diana Verlag im März 2018

Taschenbuch 480 Seiten

Klappentext

Eine Großmutter, die liebt. Eine Mutter, die schweigt. Eine Tochter auf der Suche.

Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.

Meine Meinung

Der Roman von Bettina Storks fällt in die Kategorie: aussagekräftig und fantastisch. Die Autorin hat die Familiengeschichte von Emilia Lukin mit Finesse und viel Gefühl zu Papier gebracht. Ihre Charaktere sind authentisch und es fiel mir leicht, ihrem Handeln zu folgen.

In diesem Roman geht auch um eine starke Frau, die ihren Weg geht, egal ob ihre Familie dahinter steht oder nicht und das zu einer Zeit, wo junge Frauen besser nicht alleine unterwegs sein sollten. Emilias Großmutter war diese starke und mutige Frau, die in den Dreißigerjahren alleine nach Paris ging. Ihr Kind wuchs bei ihren Eltern auf, fern von Paris und im Glauben, ihre Mutter sei Tod. Sophie ereilt ein ähnliches Schicksal wie Dora Maar. Auch sie dachte, sie liebt den Künstler Fugin, der aber nur sich selbst liebte. Sophie wurde verbannt und traf dort Jean-Pierre. Emilia reist nach La Lumiére und begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln.

Bettina Storks hat eine authentische Geschichte geschrieben, die spürbar Verlust und Ängste widerspiegelt. Und sie hat auch die Zeit des zweiten Weltkrieges glaubwürdig dargestellt. Wir dürfen aus den Perspektiven von Emilia und Sophie und auch von Jean-Pierre in die Geschichte eintauchen und am besten nicht mehr auftauchen.

Fazit

Das geheime Lächeln von Bettina Storks hat mich in eine Zeit zurückversetzt, die aufregend, aber auch sehr gefährlich war. Die Autorin hat mir aber auch wunderbare Einblicke in die Welt der Kunst beschert. Vergangenheit und Gegenwart wurden hier harmonisch miteinander verbunden. Von mir gibt es 5 🐥🐥🐥🐥🐥 und eine Leseempfehlung.
84 reviews3 followers
May 20, 2018
(Hier gibt es keinen Inhalts-Recap, den hat man ja wohl auf der Rückseite des Buches. Deswegen finde ich es unnötig, den hier noch mal zu kopieren. thx.)

Okay, here we go again. Holt euch eure Taschentuchbox, denn das wird ein emotional rollercoaster!

Das geheime Lächeln von Bettina Storks war wirklich toll. Interessante Charaktere, gepaart mit einem tollen Plot = nice. Keine 0815-Standard-Protas = will haben!
Im Ernst: Die Protagonistin ist all das, was die Standardheldinnen in der Literatur nicht sind. Sie hat Kinder ist in ihren Vierzigern etc. pp. Gut, für mich mag das auffallen, weil ich meistens nur in der Jugendbuch-Szene aktiv am Lesen bin, aber wenn ich mal an Bücher wie "Der Klang der verborgenen Räume" (Felicity Whitmore) oder Fifty Shades (E.L. James) zurückdenke, dann sind auch dort meiste relativ junge und ledige Protagonistinnen zu finden. Also würde ich in diesem Fall schon sagen, dass Emilia da einfach nicht ins Schema passt - im positiven Sinne natürlich.

Was kann man zur Story/zum Plot sagen?
Viel zu bemängeln habe ich eigentlich nicht. Bei dem Buch handelt es sich um einen Switch-Roman, d.h. wir haben zwei temporäre Erzähllinien, die sich am Ende treffen, um das große Ganze aufzulösen. Es gibt Leser, die sind von einem solchen Konzept nicht gerade begeistert, ich allerdings mag sie sehr. Vor allem, wenn sie gut umgesetzt sind. Das war hier nur teilweise der Fall, da die beiden Stränge nicht ausgewogen waren, ich also mehr in der Gegenwart hing als in der Vergangenheit. Ich hätte gern mehr aus der Sicht der Großmutter erfahren, denn das war teilweise wirklich spannender.

Schreibstil/Übersetzung?
Das hier ist keine Übersetzung per se, da ich keine Anmerkung von einem evtl. Übersetzer gefunden habe. Also dürfte die Autorin irgendwo aus der DACH-Region kommen. Das heißt für mich: Ich darf endlich wieder über einen richtigen Schreibstil sprechen und nicht die schlaksige Übersetzung bemängeln. Yay!
Sophie Bonnet hat den Roman als poetisch beschrieben, was ich jetzt nicht unbedingt nachempfinden kann. Die Sätze sind auf jeden Fall wohlklingend und man hat eigentlich keinen miserablen Satzbau, Fehler sind mir auch nicht aufgefallen.
Storks hat eine interessante Art ihre Ideen niederzuschreiben, die mir wirklich gut gefällt.


FAZIT?
4/5 Sterne, wegen dem recht einseitigen temporären Dilemma. Dennoch sehr lesenswert, besonders im Urlaub in der Provence jetzt in den wärmeren Tagen. ;)
137 reviews2 followers
March 26, 2019
Ein sehr packender, intensiver Roman, total fesselnd. Unglaublich toller Schreibstil.
Profile Image for booksandabluesky.
231 reviews4 followers
August 1, 2023
Anmerkung: 4,5 / 5 Sterne

Das Cover von „Das geheime Lächeln“ gefällt mir vor allem aufgrund des petrolfarbenen Mantel, der als Hingucker aus einem ruhigen, eher farblosen Hintergrund heraussticht.

Obwohl das Buch in der dritten Person geschrieben ist, bin ich sehr gut hineingekommen. Besonders spannend fand ich die Perspektivenwechsel und die Rückblicke, die klassisch für einen historischen Roman sind. Doch „Das geheime Lächeln“ ist nicht nur ein historischer Roman, sondern auch eine Familiensaga. Es dreht sich alles um Emilia, ihre Mutter Pauline und deren Mutter Sophie. Denn Pauline wurde von Zieheltern aufgenommen und hatte nie Kontakt mit Sophie. Wie der Klappentext bereits preisgibt, sind die wildesten Gerüchte um Sophie im Umlauf, die Emilia nun ein für alle Mal lüften will. Dabei gerät sie in einen Strudel von Geheimnissen und Gefühlen und muss feststellen, dass sich alles komplizierter zugetragen hat als gedacht. Unerwarteterweise begibt sie sich auch auf eine Reise zu sich selbst, denn in ihrer Ehe hängt der Haussegen gerade schief.

Was ich an diesem Buch besonders gerne mochte, waren die Geheimnisse, die alle im Laufe der Handlung aufgedeckt werden und die Wendungen, die ich oft nicht erwartet hätte. Auch die Protagonistin Emilia hat mich beeindruckt. Sie ist eine wissbegierige, selbstbewusste Frau in ihrem 40ern. Jean-Pierre, der eine große Rolle im Buch spielt, fand ich ebenfalls sympathisch, auch wenn er ab und zu wirklich Stimmungsschwankungen hatte. Allerdings kann ich dem Buch nicht die volle Sterneanzahl geben, da mir diese tiefergehende Beziehung zu den Protagonisten gefehlt hat.

Fazit: Eine historische Familiensaga, in der die Hauptprotagonistin Emilia auf die Suche nach der Geschichte ihrer Großmutter geht und dabei sich selbst nochmals kennenlernt. Ich mochte die Handlung mit all ihren Geheimnissen und Wendungen sowie die Protagonisten sehr gerne, auch wenn ich keine tiefergehende Verbindung zu den Protagonisten aufbauen konnte.
Profile Image for Tina.
56 reviews30 followers
June 9, 2019
Mochte ich anfänglichs überhaupt nicht, aber es hat sich nach so 100-150 Seiten noch gefangen
Profile Image for Ajla Sejdinovic.
7 reviews
April 30, 2018
"Das geheime Lächeln", geschrieben von Bettina Storks, ist mit 476 Seiten im Diana-Verlag erschienen.
Es kostet in Deutschland 9 Euro und 99 Cent, in Österreich ist es für 10 Euro und 30 Cent erhältlich.

Das Cover, auf dem eine Frau abgebildet ist, gefällt mir richtig gut, obwohl ich es eigentlich bevorzuge wenn keine Personen auf Büchern abgebildet sind.

Klappentext:

Eine Großmutter, die liebt.
Eine Mutter, die schweigt.
Eine Tochter auf der Suche.

Als die Journalistin Emilila Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um derem extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er- Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.

Obwohl sich der Klappentext des Buches sehr spannend anhört, finde ich dass das Buch nicht wirklich spannend ist. Die ersten 50 Seiten zeiehn sich nur dahin, ich hatte das Gefühl das ich nie fertig werden würde.
Der Schreibstil der Autorin sagt mir leider nicht zu und ich habe Ewigkeiten gebraucht um ein paar Seiten zu lesen.

So vielversprechend und spannend der Klappentext des Buches auch war, das Buch ist es nicht. Ich konnte mit den Charakteren nicht warmwerden und fand sie leider sehr langweilig.

Das Buch erhält von mir einen von fünf Sternen.
Displaying 1 - 14 of 14 reviews

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