Die rumänische Sprache ist eine romanische Sprache, die einzige heute noch gesprochene romanische Sprache auf der Balkanhalbinsel. Doch unterscheidet sich die rumänische Literatur deutlich von den anderen romanischen Literaturen und nimmt - nicht zuletzt durch ihre geographische Lage bedingt - eine Sonderstellung ein. Es handelt sich um eine vergleichsweise junge Literatur, deren früheste Anfänge im 16. Jahrhundert in Form von Übersetzungen religiöser Texte liegen. Erst in dieser Zeit konnte sich allmählich die rumänische Sprache gegen das Slawonische (Kirchen-slawische) durchsetzen, das bis dahin die offizielle Sprache war.
Offenbar kommt in der „postrevolutionären“ Zeit, nach 1989, die weltoffene, am Ausland orientierte Literatur-strömung verstärkt zum Zuge, was nicht zuletzt an der Neuauflagen der Zeitschriften „Convorbiri literare“ oder „Familia“ und „Vatra“ deutlich wird. Gleichzeitig besteht die autochthone, national-traditionalistische Linie ununterbrochen weiter, wobei es selbstverständlich viele unter-schiedliche Untergruppierungen gibt. Vorläufig bleibt das rumänische Literaturgeschehen seinem Dualismus im Pluralismus treu.