Für den ehemaligen deutschen Ermittler Henrik Falkner sind die malerischen Gassen der Lissaboner Altstadt zur neuen Heimat geworden. Von seinem Onkel Martin hat er ein uriges Antiquariat geerbt – und zahlreiche Artefakte, die Teil von bislang ungeklärten Verbrechen sind. Eines Tages findet er im Laden eine kitschige Fahne, auf der ein seltener japanischer Fisch abgebildet ist, ein Koi. Henrik ahnt, dass er einem neuen Rätsel auf der Spur ist. Einem tödlichen Rätsel, denn die Spur führt zu skrupellosen Sammlern des wertvollen Fisches, die vor nichts zurückschrecken. Schon bald steht Henrik zusammen mit der schönen Polizistin Helena vor der ersten Leiche. Es wird nicht die letzte sein …
Lissabon ist der Schauplatz für diese Buchreihe. Ich hatte mir ein bisschen Urlaubsfeeling erhofft, wurde aber enttäuscht.
Der Autor gewährt sicherlich kurze Stadtansichten, der Hauptcharakter Henrik nutzt sie jedoch nur, um zu meckern: auch hier hätte man ihn fast getötet und dort auch, kann ihm alles erspart bleiben.
Die Idee der Buchreihe finde ich dennoch sehr spannend. Henrik erhält von seinem Onkel als Erbe einen Antiquitätenladen, in dem rätselhafte Hinweise auf verschiedene Verbrechen an unerwarteten Stellen versteckt sind.
Die Liebesgeschichte zwischen Henrik und Helena (Ermittlerin der Polizei) verleiht etwas Spannung dem ersten Teil des Buches. Da Henrik aber seine Geheimnisse für sich behält, ist die Beziehung schon nach zwei Tagen vorbei. Henrik, der scheinbar tief verliebt ist, kümmert das kaum, außer ein paar Mal daran zu denken, er könne alles wiedergutmachen. Macht aber nichts dafür, die Wahrheit herauszufinden ist viel interessanter und wichtiger.
Die Handlung dieses Buches war etwas zu konstruiert und am Ende ziemlich klischeehaft, aber ging im Ganzen in Ordnung. Das Ende war für mich jedoch haarsträubend!
Der Mörder wird nicht verhaftet, denn es gibt gar keine Beweise, aber das geht in Ordnung, weil er ja durch den Tod seiner Karpfen genug beschafft ist?!!! WTF!!!!
Und Henrik findet das auch noch in Ordnung? Obwohl er sein Leben aufs Spiel setzt, mit der Begründung, es sind schon zu viele in der Angelegenheit gestorben? WTF!
Dass Frauenfiguren in Krimis von meist männlichen Autoren in der Regel hauptsächlich dafür gut sind, mit dem Protagonisten ins Bett zu gehen, bin ich von Genre ja leider gewöhnt. Der latente (anti-asiatische)(Alltags-)Rassismus hat das Lesevergnügen allerdings sehr getrübt. Daran ändert sich auch nichts dadurch, dass der Autor im Nachwort schreibt, dass "er sich mit der Kultur nicht so auskenne, aber niemandem zu nahe treten wolle". Hier wäre Sensitivity-Reading wirklich hilfreich gewesen! Die Handlung fand ich etwas zäh und nicht besonders herausragend, aber okay. Die Figuren des Protagonisten und seines Umfeldes mag ich jedoch sehr gerne; sie sind sehr sympathisch. Besonders Renato hat es mir angetan. Die Beschreibung von Lissabon ist wirklich großartig, man befindet sich mitten im Geschehen und sieht alles direkt vor sich. Aus diesem Grunde werde ich einem weiteren Band der Reihe vermutlich eine Chance geben, in der Hoffnung, dass dort sensibler mit der Handlung umgegangen wird.
I was under the impression that Nguyen was a Vietnamese surname, not Korean... Please correct me if I am wrong. I found the pace in this book a bit sluggish... but I enjoyed the Japanese theme.