Die Arbeit untersucht Tsai Ming-Liangs Werk unter seinen sozialen und politischen Bedingungen und bezieht sich dabei stets auf seine persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen der sozialen Realität Taiwans. Tsai Ming-Liang stilisiert die Realität zu einer filmischen Wirklichkeit. Sprachlosigkeit und Entfremdung gelten in Tsais Filmen als Symptom eines Verlusts von kultureller Identität und sozialer Integrität und können vor dem Hintergrund Taiwans politischer Situation betrachtet werden: Ein demokratischer Staat ohne nationale Identität, der durch die territorialen Ansprüche der Volkrepublik China international isoliert ist. Seine Protagonisten stammen aus den Randzonen der Gesellschaft, sie sind mit ihren Körpern in Räumen gefangen, wie das Land im globalen Kontext. Die Arbeit ist die erste umfassende, deutschsprachige Werkanalyse des malaysischen Filmregisseurs.