Die Vorstellung von Hitlers Berlin beschränkt sich zumeist auf die Pläne für seine "Welthauptstadt Germania". Doch derlei Größenwahn ist nur eine Facette in der Wechselbeziehung zwischen dem braunen Diktator und seiner Hauptstadt. Der Autor befasst sich mit Hitlers ambivalentem Verhältnis zur Reichshauptstadt und den Folgen für die Berliner. Hitler hat die aus seiner Sicht "verjudete" Reichshauptstadt keineswegs nur gehasst. Ihm war klar, dass er nur im Kampf um und zugleich gegen Berlin die Macht über Deutschland würde erringen können.Gestützt auf bislang wenig beachtete Quellen erzählt Kellerhoff die Geschichte einer gestörten Beziehung – vom ersten kurzen Berlin-Besuch des Kriegsverwundeten 1916 bis zum Ende Hitlers im Bunker unter der Reichskanzlei.
Sven Felix Kellerhoff, geboren 1971 in Stuttgart, studierte Zeitgeschichte, Alte Geschichte und Medienrecht. Nach verschiedenen journalistischen Stationen ist er heute Leitender Redakteur für Zeit- und Kulturgeschichte der »Welt«-Mediengruppe. Er ist Autor zahlreicher zeithistorischer Sachbücher.
Wieso hätte ich dieses Buch vor der Vorbereitung meiner Masterarbeit nicht lesen können? Es hätte mir eine Menge Mühe gespart...
Sven Felix Kellerhoff schildert bündig die Geschichte der obersten Ebenen der NSDAP in Berlin (theoretisch liegt der Schwerpunkt auf Hitler, aber auch Goebbels und Speer sind im Werk sehr präsent). Noch 17 Jahre nach der Veröffentlichung ein wissenschaftlich sehr zuverlässiges Buch, interessant aber nicht zu populär geschrieben, und mit nur 200 Seiten schnell zu lesen. Zum größten Teil eher eine (gelungene) Zusammenfassung bereits bestehende Literatur zu Berlin in der NS-Zeit, wobei der Autor sich auch explizit einigen Legenden über Berlin widmet: das "rote" Berlin und die "Hauptstadt des Widerstandes".