'Voll Traurigkeit und Trubsal hielt sich ein Mann in einem fremden Land auf. ... Dieser Mann weinte und klagte, weil auf dieser Welt so wenige Menschen sind, die Gott lieben, ihm dienen und ihn preisen. Und damit sie ihn erkennen, lieben und ihm dienen sollten, verfasst er dieses Buch der Wunder'. Mit diesen elegischen Worten beginnt das Buch der Wunder (Llibre de Meravelles) des katalanischen Schriftstellers und Philosophen Ramon Lull, das er in den Jahren 1287-1289 in Frankreich schrieb, wohin er gereist war, um Philipp den Schonen fur sein Missionsprojekt zu gewinnen. Das Buch der Wunder ist eines der bedeutendsten und zugleich eines der am leichtesten verstandlichen Werke Lulls. Zum ersten Mal in Europa wurden philosophische und naturwissenschaftliche Themen in der Volkssprache, Katalanisch, und nicht auf Lateinisch behandelt. Bis heute gibt es davon noch keine deutsche Ubersetzung. Das Werk wird oft als 'mittelalterliche Enzyklopadie' oder 'didaktischer Roman' bezeichnet. In der Tat wird darin durch die Augen des Protagonisten, Felix, das ganze damals bekannte Universum betrachtet und in zehn 'Buchern' oder Abteilungen Gott, die Engel, der Himmel, die Elemente, die Pflanzen, die Metalle, die Tiere, der Mensch, das Paradies und die Holle. Die Anordnung folgt der Reihenfolge der Gott schuf zuerst die Engel, dann alles, was aus Elementen besteht bis hin zum Menschen, dessen Bestimmung der Himmel - oder, wenn er diesen durch Boshaftigkeit und Unglauben verfehlt - die Holle ist. Narrative Teile wechseln mit Dialogen ab. Felix geht im Auftrag seines Vaters durch die Welt und 'wundert sich' uber alles, was er antrifft. Er begegnet weisen Mannern, die ihm seine Fragen anhand von Beispielen, kurzen Erzahlungen und Gleichnissen beantworten.
Ramon Llull (c. 1232 - c. 1315), T.O.S.F. (Anglicised Raymond Lully in Latin Raimundus or Raymundus Lullus or Lullius; in Castillan Raimundo Lulio, in Portuguese Raimundo Lulio) was a Majorcan writer and philosopher, logician and a Franciscan tertiary. He is credited with writing the first major work of Catalan literature. Recently surfaced manuscripts show him to have anticipated by several centuries prominent work on elections theory. He is also considered a pioneer of computation theory, especially given his influence on Gottfried Leibniz.
Within the Franciscan Order he is honored as a martyr. He was beatified in 1857 by Pope Pius IX and his feast day was assigned to 30 June and is celebrated by the Third Order of St. Francis.