'Wir mochten die theoretische Auseinandersetzung mit Fragestellungen suchen und vorantreiben, wie sie sich aus dem fur korperorientiert arbeitende Therapeuten verbindlichen Paradigma dem Auftreten und Bearbeiten von konflikthaften Spannungen gleichermassen im psychischen wie im somatischen Bereich.' Dieser Anspruch wurde im Vorwort zur ersten Auflage des Bandes artikuliert. Auch die zweite Auflage verpflichtet sich diesem Ziel. Im Vergleich zum 1989 erschienenen Band 1 der SGBAT enthalt die Neuauflage noch drei der sechs ursprunglichen Beitrage. Andererseits sind sechs neue, eigens fur die Zweitauflage verfasste Artikel hinzugekommen. Damit zeichnet Mit Leib und Seele - Wege der Korperpsychotherapie die Auseinandersetzungen der letzten Jahre im Bereich der Korperpsychotherapie nach. Im Fokus dieser Auseinandersetzung steht der Umgang mit Grenzen und Moglichkeiten korperorientierter Psychotherapie im Vergleich zur Psychoanalyse. Schliesslich ist die Bioenergetik eng mit der Psychoanalyse verwandt, aus der sie viele Konzepte in ihr korperorientiertes Setting integriert hat. Nach wie vor ist auf diesem Gebiet viel Ubersetzungs- und Verstandigungsarbeit zu leisten zwischen der weitgehend verbal orientierten, vorstellungs- und abstraktionsgepragten Psychoanalyse und der Bioenergetik, welche die konkrete Korperwahrnehmung zentral in den therapeutischen Prozess einbezieht. Die Integration von Psychoanalyse und Korperpsychotherapie ist auch Hans Peter ein Anliegen. Sein Aufsatz aus dem Jahre 1989 ist hier nochmals abgedruckt. Peter erganzt ihn durch ein reflektierendes Nachwort. In neueren Beitragen beschreibt Marulla Hauswirth die Wandlungen, die das Lehrgebaude der Bioenergetik seit seiner Errichtung genommen hat. Gunter Heisterkamp beschaftigt sich mit dem Affekt der Freude. Ohne direkt Grenzuberschreitungen zu befurchten, schreibt er dem Erleben von Genuss, Lust und Vergnugen eine potentiell heilsame Wirkung zu.