Wenn wir doch ein Segelboot hätten! Wie oft sagt das Oskar zu Nannerl und erzählt seiner Tochter die unglaublichsten Geschichten von mutigen Kapitänen und ungehorsamen Schiffsjungen. Eines Tages ist es dann soweit. Oskar ersteht die »Pütz«, ein altes, doch für alle weit und breit das schönste Boot. Nun brechen unruhige Tage an, bis die »Pütz« in See stechen kann und eine wunderbare Reise auf der Havel beginnt.
Ich hatte als Kind einige Bücher von Peter Abraham - dieses hier habe ich mir erst im Erwachsenenalter gekauft um meine Sammlung zu vervollständigen. Als echte Havelländerin komm ich daran ja gar nicht vorbei. Jetzt habe ich das Buch zusammen mit meinen Jungs gelesen, und wir müssen sagen - es ist nicht gut gealtert. Die Story hat einen ungefähren roten Faden, aber auch nicht so wirklich (es wirkte mehr wie eine kleine Aneinanderreihung von Anekdoten). Es kommt wirklich sehr sehr viel Seglersprache drin vor, wofür es zwar hinten ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen gibt. Aber als wir in den ersten 2 Kapiteln einige Wörter mal nachschlagen wollte, standen genau die dort nicht drin, und dann haben wir das Nachschlagen für das restliche Buch auch bleiben lassen.
Die Sprache sowohl der Erwachsenen als auch der Kinder/Jugendlichen wirkt teilweise auch etwas merkwürdig. Manche Wörter, die Oskar, Nannerl oder "der Doktor" benutzen, sind auch zur Zeit der Buchveröffentlichung nicht modern gewesen - zumindest nicht bei uns entlang der Havel. Und leider kommt auch der Kolumbus aus dem Titel kaum mal vor. Dafür wird ein ganzes Kapitel dem Archimedes und seiner Heureka-Anekdote gewidmet.
Das Buch war ein kleiner Trip zurück in meine Kindheit, aber ich werde lieber nochmal eines meiner Favoriten lesen.