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Innehalten: Zen üben – Atem holen – Kraft schöpfen

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Der klassische Raum in Japan begrenzt durch Schiebewände ist leer - und strahlt gleichzeitig Präsenz und Würde aus. Im abendländischen Kulturkreis bezeichnen leere Räume lediglich einen Zustand des Mangels. In Japan ist Leere und im übertragenen Sinn Innehalten ein hohes Gut. Über das Innehalten, die Basisübung in der Praxis des Zen, führt der Weg zur Fülle. Wer sich auf das Innehalten einlässt, kommt zu Atem, nimmt sich Druck und erlebt, dass sich gerade im Nichtstun etwas ereignet, das den Blick verändert und Lösungen möglich macht.»Heute, in der Zeit des »alles ist möglich«, sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir für unser Überleben dem Leeren und den Zwischenräumen unsere Aufmerksamkeit schenken sollten. Wir brauchen eine Revolution der Leere.«

Fleur Sakura Wöss

193 pages, Kindle Edition

Published September 4, 2017

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Fleur Sakura Wöss

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Profile Image for Nisnis Bücherliebe.
192 reviews8 followers
November 20, 2017
Der klassische Raum in Japan begrenzt durch Schiebewände ist leer - und strahlt gleichzeitig Präsenz und Würde aus. Im abendländischen Kulturkreis bezeichnen leere Räume lediglich einen Zustand des Mangels. In Japan ist Leere und im übertragenen Sinn Innehalten ein hohes Gut. Über das Innehalten, die Basisübung in der Praxis des Zen, führt der Weg zur Fülle. Wer sich auf das Innehalten einlässt, kommt zu Atem, nimmt sich Druck und erlebt, dass sich gerade im Nichtstun etwas ereignet, das den Blick verändert und Lösungen möglich macht. (Quelle: Kösel Verlag)

»Heute, in der Zeit des »alles ist möglich«, sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir für unser Überleben dem Leeren und den Zwischenräumen unsere Aufmerksamkeit schenken sollten. Wir brauchen eine Revolution der Leere.« (Fleur Sakura Wöss)

Die Autorin:

Dr. Fleur Sakura Wöss, geboren in Tokio zur Zeit der Kirschblüte (Sakura 桜), lehrte 14 Jahre an der Universität Wien am Institut für Japanologie. Zen-Meditationsstudium in Japan. Fleur Wöss unterrichtet im Zen Meditationszentrum, »Misho-an« (Tempel des Lächelns) in Wien und bietet Zen-Seminare in der »Hundertwasser Therme Rogner Bad Blumau« in Österreich und im Chiemgau an. Sie ist Zen-Coach und Vortrags-Coach und schreibt in »fleurszenblog«.

Reflektionen:

Innehalten las ich ohne jede Erwartung und wurde unglaublich reich beschenkt.

Meditation in jedweder Form hat mich nie interessiert und so war mir die Lehre Zen völlig fremd. Auch nach diesem Buch werde ich sicher nicht mit dem Meditieren anfangen, aber ich werde viele Dinge aus diesem wertvollen Buch mitnehmen, intensiv darüber nachdenken und einiges umsetzten.

In der heutigen Zeit messen wir uns häufig an vollen Kalendern und To-Do-Listen. Wir wollen alles mitnehmen, den Anforderungen der Welt gerecht werden, hetzten von A nach B, sind stolz auf Multitasking, schmeißen den Haushalt, sind erfolgreich im Beruf, managen das Familienleben, hören schnell die Nachrichten, während wir zwischendurch die Social-Media-Dienste nach den neuesten Infos checken. Ein Aufstöhnen ist vorprogrammiert. Wir fühlen uns überfordert, sind immer angeschaltet und der Satz „ach, hätte ich doch mehr Zeit“ rinnt uns alltäglich über die Lippen.

„Zuviel ist zu wenig an nichts.“ (Zitat)

Wir sind rastlos, unruhig, gehetzt. Viele Menschen stehen kurz vor einem Burnout und wenn sie die Bremse treten, wird Nichtstun gern mit Nichtgenügen gleichgesetzt.

In Zeiten eines ganzheitlichen Überflusses, ob materiell oder geistig, haben wir die Essenz des „Weniger“ aus den Augen verloren. Selbst positive Inspirationen oder besonders schöne Ideen wandern auf To-Do-Listen und schnell wandelt sich diese Liste in eine Last. Haben wir einmal etwas Zeit, ob am Wochenende oder im Urlaub, hetzten wir den Dingen hinterher die liegen geblieben sind. Wir ignorieren gar die Ruhezeiten, die uns unser Körper abverlangt, stellen Wecker am Wochenende und sind dauerhaft im Erledigungsmodus.






Fleur Sakura Wöss erläutert in ihrem Buch, wie wertvoll die Essenz des Weniger und Nichts ist, während sie aus ihrem Leben im Einklang mit Zen erzählt. Besonders angenehm ist dabei, dass die Autorin keineswegs mit dem Zeigefinger winkt, sondern ihre positiven Erfahrungen wertfrei an die Leser weitergibt.

„Es ist das Gefühl des Freiraums, in dem niemand etwas will, niemand urteilt, niemand ihren persönlichen Raum verletzt. Nur dann haben Menschen Luft zum Atmen.“ (Zitat)

Innehalten hat mir die buddhistische Zen-Kultur nähergebracht. Zen ist das Bewusstsein für das Dazwischen im Sinne von Nichts. Der Zwischenraum (Ma) ist ein absichtsloser Raum, ein Freiraum, den man heilsam für sich nutzen kann. Es ist ein wenig wie eine Lehre über die Akzeptanz, dass wir zeitliche Leerräume und das Nichtstun, nicht immer wieder kontinuierlich auffüllen. Der Zwischenraum ist ein Ort, an dem man sich von allem Gesagten, Gehörten, Gedachten und von Bildern (äußere Reize) befreien kann. Er schafft eine wohltuende Distanz und belohnt mit einer tiefen, inneren Stille, aus der wir Kraft schöpfen können.

„Sie werden in diesem Buch entdecken, dass Nichts, die Pause, die Zwischenräume, die Leere, Ihrem Leben Reichtum und wahre Fülle eröffnen können.“ (Zitat)

Fleur Sakura Wöss schreibt in einer besonderen Klarheit und in einem erfrischenden, flüssigen Stil. Sie erzählt auf lebendige Weise aus ihrem Alltag, so dass man sich sehr gut mit ihr identifizieren kann und sie beschreibt, wie die Zen-Meditation unendlich positiv auf ihr Leben einwirkt.

Fazit und Bewertung:

Fleur Sakura Wöss hat mit Innehalten ein Buch über die Zen-Meditation geschrieben, in dem sich ein Jeder im Alltäglichen wiederfinden kann. Auch wenn einem die Meditation fremd oder gar unsympathisch ist, regt dieses Buch zum bereichernden und befreienden Innehalten, Nachdenken und Reflektieren an.

©nisnis-buecherliebe
Profile Image for Nanni Epp.
225 reviews8 followers
May 19, 2022
"Innehalten" war eine Empfehlung von der lieben Petzi, die mir das Buch als absolute Bereicherung ans Herz legte. Da auf ihre Buchtipps immer Verlass ist, bestellte ich mir das Buch sehr zeitnah, obwohl ich ja in letzter Zeit sehr viele Bücher aus dem Bereich der mentalen Gesundheit gelesen habe.

"Innehalten" ist noch mal anders, noch mal mehr. Es ist sehr nachhaltig, hat viel bei mir ausgelöst und ich bin mir sehr sicher, dass ich es nochmal lesen werde, denn gefühlt konnte ich gar nicht all die schlauen Gedanken, die darin geteilt werden, erfassen.

"Manche glauben, Freiheit sei, alles selbst bestimmen zu können. Ich jedoch finde es wichtiger, seinen Geist durch einen regelmäßigen Tagesablauf zu befreien."

Fleur Sakura Wöss trifft mich auf dem richtigen Fuß. Ich bin eine der Menschen, die den Tag vollacken, bis keine einzige Lücke mehr bleibt. Kein Zwischenraum zum Durchatmen oder auftanken. Ich habe diesbezüglich schon viel gelernt, aber es ist immer noch schwierig neue Muster zu etablieren. Eins davon ist innehalten. Oft bemerke ich es daran, dass ich meine Gedanken nicht mehr gut sortieren kann oder Schwierigkeiten habe, die richtigen Worte zu finden. Ich betone immer wieder, dass ich Langeweile nicht kenne, aber eben das würde mir mal gut tun. Sie plädiert für mehr Stille. Im Alltag, im Kopf. Etwas, dass ich mir zu Herzen genommen habe. Ich schlafe nun nicht mehr mit Hörbuch oder Musik im Hintergrund ein. Etwas, von dem ich vermeintlich dachte, dass es mir hilft, hat eher dazu geführt, dass ich nicht gut zur Ruhe komme. Ich schlafe besser, seit ich nur noch den Geräuschen des Abends lausche.

"Es gibt Orte, an denen das Herz weit wird, und es gibt Orte, da meint man zu ersticken."

Dieser Satz diente bei uns Zuhause als Diskussionsgrundlage. Mein Mann und ich haben lange darüber geredet, was er bedeutet. Für uns im einzelnen, für uns beide, für unser gemeinsames Leben.

Es ist nur einer, der vielen klugen Sätze, die Fleur Sakura Wöss niederschreibt. In vielen Bereichen unseres Leben hilft innehalten, in vielen Bereichen hilft es leere Räume zu schaffen. Es fällt mir schwer alles, was sie sagt in wenige Worte zu packen, deshalb kann auch ich euch nur raten, dieses Buch zu lesen. Ich glaube, dass sie den Nerv vieler Leser*innen trifft, dass jeder von uns eine Sparte im Leben hat, die zu voll ist, zu schnell, zu dicht.

Fleur Sakura Wöss hat etwas mit mir gemacht. Ich denke oft an ihre Worte. Fühle mich von ihr verstanden und in den Arm genommen. Ganz besonders mit den folgenden Sätzen:

"Auf dem Berg gibt es viel Atem und viel Wind, den Atem der Natur. Viele Menschen steigen auf Berge, um dem Himmel näher zu sein und diese Weite zu spüren."
Profile Image for Lena.
108 reviews5 followers
April 20, 2018
»Heute, in der Zeit des »alles ist möglich«, sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir für unser Überleben dem Leeren und den Zwischenräumen unsere Aufmerksamkeit schenken sollten. Wir brauchen eine Revolution der Leere.« (Fleur Sakura Wöss)

In ihrem Buch „Innehalten“ bringt einem die Autorin die Wichtigkeit des ‚leeren Zwischenraumes‘ näher. Durch ihren angenehm flüssigen Schreibstil und den teils biografischen Details, fühlt man sich fast so, als würde man ein Gespräch mit ihr führen. Dieses Buch bringt einem auch auf spannende Weise die buddhistische Zen-Kultur näher.
Auch wenn einem die Meditation fremd oder gar unsympathisch ist, regt dieses Buch zum bereichernden und befreienden Innehalten, Nachdenken und Reflektieren an.
149 reviews
March 30, 2022
Der Zwischenraum ist das Hauptthema, das in verschiedenen Varianten immer wieder zur Sprache kommt: Pausen machen, Auszeiten nehmen, nicht alles voll planen.

Darüberhinaus sind ein paar (auto-)biographische Bruchstücke eingeflochten, die nicht so recht passen wollen. Die Autorin hat eine Professur erreicht und dann abgegeben. Glückwunsch zu der Entscheidung?! Scheint mir doch noch eine Spur von Angeberei darin zu liegen, dass in einem Zen-Buch zu verbreiten...
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