Im idyllischen Ahrtal erholt sich Jana Vogt von ihrem letzten Einsatz als Tatortfotografin bei der Kölner Kripo. Allerdings währt die entspannte Ruhe nicht lange. Kaum hat sie zum ersten Mal ihre Wanderschuhe geschnürt, als ihr Hund Usti in einem Weinberg zwischen Ahrweiler und Marienthal eine Leiche findet. Während der Koblenzer Kommissar Wieland die Ermittlungen aufnimmt, siegt Janas Neugier. Sie beginnt sich umzuhören und erfährt immer mehr über die Ortsgeschichte, nicht ahnend, dass sie damit den Mörder gegen sich aufbringt.
Ein schöner und kurzweiliger Krimi mit einem spannenden Fall in Ahrweiler. Für mich ein tolles Heimspiel, den das Ahrgebiet ist Heimatboden. Dementsprechend hat es mir besonders viel Freude bereitet diesen Krimi zu lesen und zu genießen. Der Fall war interessant und nicht vorhersehbar, das Ende hat mich deshalb sehr überrascht. Einzig die Art und Reaktionen der Protagonistin haben mir an manchen Stellen im Buch nicht gefallen und hätten vielleicht etwas eleganter gelöst werden können. Aber insgesamt hat mir dieser Krimi viel Spaß gemacht und sich als „verschlingungswürdig“ für einen Bücherwurm erwiesen ^^
Wie herrlich ist es, wenn man fern der Heimat, einen Kriminalroman lesen kann, in dem man so gut wie alle Orte kennt. Ein guter Plot, der einen bis zum Schluss im Bann hält, trägt ebenfalls zur guten Unterhaltung bei!
Ich bin ein wenig zwiegespalten. Hat mich der Roman unterhalten? Definitiv. Sympathische Protagonistin, viel Liebe zum Detail, schön im Ahrtaler Setting angesiedelt, die Stimmung im Frühherbst kommt gut rüber und auch die "Eigenheiten" der Einheimischen sind stimmig.
Aber: irgendwie ist vieles im Roman konfus, Dialoge werden manchmal seltsam durch die Sprechenden unterbrochen, an vielen Stellen würde ich mir noch eine oder zwei Nachfragen seitens der kriminaltechnologisch erfahrenen Jana wünschen, stattdessen gibt sie sich mit einer ausweichenden Antwort zufrieden und geht.
Was mich aber am meisten störte: der Wechsel der Erzählebene. Grundsätzlich ist das Buch ja aus einer personalen Perspektive - nämlich Janas geschrieben. An einigen Stellen wechselt die Perspektive aber ganz kurz zum auktorialen, "allwissenden" Erzähler. Und das bricht die Immersion. Als Leser weiß ich nun schon mehr, als ich mit Jana miterleben kann.
Ich werde den Nachfolge-Büchern aber durchaus noch eine Chance geben.