Eine Zeit, die Gefahren birgt. Eine Liebe, die nicht sein soll. Und eine Reise, die ein schicksalhaftes Geheimnis ans Licht bringen wird …
Ende der Dreißigerjahre lernt die junge Henny auf einem Münchner Faschingsball den Feuerwehrmann Emil kennen. Die beiden verlieben sich Hals über Kopf, heiraten und bekommen wenig später eine Tochter. Doch ihr Glück währt nicht lang. Bereits kurz nach der Geburt kommt es zwischen Henny und Emil zu einem schrecklichen Zerwürfnis. Verzweifelt und tief verletzt vom Misstrauen ihres Ehemanns, beschließt Henny, mit der kleinen Ella nach Afrika zu reisen – das Land, in dem ihre verstorbenen Eltern lebten. Sie ahnt nicht, dass diese Reise ein lang verborgenes Geheimnis ans Licht bringen soll, das ihr Schicksal und das ihrer Tochter für immer verändern wird ...
Mich hat der Klappentext neugierig gemacht und ich wurde von dieser Geschichte nicht enttäuscht – ganz sicher wird dies nicht das letzte Buch von Patricia Mennen gewesen sein, das ich lese!
Es gibt zwei Erzählstränge, die in den Jahren 1899 und 1937 beginnen. Im Jahr 1899 ist Luise die Protagonistin, die ihre Erlebnisse ihrem Tagebuch anvertraut, im Jahr 1937 ist es Henny, die der Leser durch die kommenden schweren Jahre begleitet. Am Anfang ahnt man nicht, wie die beiden Handlungsstränge zusammenhängen, aber nach und nach greifen sie ineinander, um am Ende zu einem Hauptstrang zu werden, in dem alles miteinander verwoben ist.
Ich habe mich in beiden Zeiten sehr wohl gefühlt – Luise war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat ein großes Herz und ist dabei eine sehr patente Frau, sie wagt auch schon mal was, auch wenn sie dabei mal auf die Nase fällt – dann steht sie wieder auf und macht weiter. Ich habe sie gerne begleitet und mit ihr gefiebert und gelitten – denn sie macht einiges durch und hat es nicht immer einfach. Aber auch Henny ist ein sympathischer Charakter und auch sie macht eine tolle Entwicklung durch – gerade die schwierige Zeit prägen sie, ihre Familie und ihre Freundschaften, doch mehr will ich dazu gar nicht verraten.
Die Charaktere sind wirklich gut gezeichnet, nicht nur die von Luise und Henny, auch die ihrer Ehemänner und ihrer Freunde. Sie haben alle eine eigene Geschichte, die man ganz nebenbei erfährt und alle machen interessante Entwicklungen durch. Es gibt nicht einfach nur die Guten oder die Bösen – wie im richtigen Leben, hat jeder Ecken und Kanten. Das macht sie so authentisch und glaubwürdig.
Die Geschichte wird eher ruhig erzählt und gerade zu Anfang geht es sehr gemächlich zu. Trotzdem hatten beide Erzählstränge einen ganz eigenen Sog, so dass ich immer weiterlesen wollte. Im Verlauf war ich immer mehr gefesselt, obwohl das Erzähltempo weiter eher ruhig bleibt – erst am Ende überschlagen sich die Geschehnisse und hier hat mich dann leider nicht alles überzeugen können; gerade das Geheimnis um Ella und dessen Auflösung hat mich ein wenig enttäuscht. Sehr interessant fand ich dagegen die politische Situation und die Auswirkungen auf die Bevölkerung – das steht zwar nicht im Mittelpunkt der Geschichte, hat mich aber dennoch gepackt.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen – er schafft es, die unterschiedlichen Stimmungen einzufangen, so dass ich in beide Erzählstränge richtig abtauchen konnte. In Deutschland war es die bedrückende Atmosphäre durch Hitlers Machtergreifung, in Afrika die für uns ungewöhnlichen Kulturen und Lebensweisen anderer Völker, in die ich eingetaucht bin.
Mich hat dieses Buch wirklich sehr gut unterhalten, auch wenn es eine eher ruhige Geschichte ist – ich bin abgetaucht und war gefesselt und gebe daher gerne 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Eine schöne Geschichte, die auf zwei Zeitebenen beginnt, die dann aber nach und nach zusammenlaufen und geschickt miteinander verknüpft werden. Die verschiedenen Charaktere sind alle gut gezeichnet, und gerade die Protagonistinnen in den beiden Erzählsträngen waren mir von Anfang an sympathisch, so dass ich mit ihnen gefiebert und gelitten habe. Durch den angenehmen Schreibstil fliegen die Seiten rasch dahin, und auch wenn die Geschichte eher eine ruhige ist, vermag sie doch zu fesseln und zu packen – lediglich am Ende haben sich die Ereignisse etwas überschlagen und mich leider auch nicht überzeugen können. Trotzdem hatte ich schöne Lesesunden und gebe daher gerne 4 von 5 Sternen.
1937 lernt Henny Emil kennen. Zwischen der jungen Frau und dem Feuerwehrmann ist es Liebe auf den ersten Blick und so ist es nur folgerichtig, dass die beiden heiraten und eine Familie gründen. Doch lange hält das junge Glück nicht - zwischen den Eheleuten kommt es zum Eklat. Die verzweifelte Henny beschließt daraufhin mit ihrer kleinen Tochter nach Afrika zu reisen und die Brücken hinter sich anzureißen. Auf diesem Kontinent lebten bereits ihre Eltern - kann sie dort dann mit Ella nicht ebenfalls glücklich werden?
Überrascht habe ich festgestellt, dass dieses Buch von zwei Zeitebenen lebt - aufgrund des Klappentextes konnte man das nicht erwarten (wird das sonst nicht immer extra erwähnt?). Zum einen ist da die junge Henny, die sich mit Ella von Deutschland aus auf den Weg auf den afrikanischen Kontinent machen wird, und zum anderen Luise, deren Erlebnisse in Form des von ihr geführten Tagebuches erzählt wird. Die Verbindung zwischen den beiden Frauen ist unklar und ihre Geschichte trennen Jahre, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten - beide haben eine Tochter und leben in Afrika.
„Ellas Geheimnis“ ist der erste Roman, den ich von Patricia Mennen gelesen habe. Nach der Lektüre kann ich schon mal sagen, dass es dabei nicht bleiben wird. Die Autorin hat mich rundum überzeugt - mit wirklich starken Figuren, die nicht schwarz-weiß, sondern glaubhaft mit Schwächen und Fehlern ausgestattet sind. Sowohl Henny als auch Luise haben einiges einzustecken und zu verarbeiten - dabei kamen sie mir nicht nur realistisch vor, nein, sie wurden mir auch sehr sympathisch. Ich habe von beiden Frauen gerne gelesen und mit ihnen mitgefühlt - ohne einen der parallel erzählten Stränge zu bevorzugen.
Patricia Mennen hat ein Händchen für die Spannungskurve: durch zahlreiche Cliffhanger vor dem Ebenenwechsel hat sie es geschafft, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Zumal der Titel ein Geheimnis andeutet, ich aber während der Lektüre gelernt habe, dass es hier mehrere gibt und das Lüften eines noch nicht das große Ganze offenbart…
Fazit: Tolle Unterhaltung, die von einer interessanten Zeit und einem spannenden Kontinent erzählt und von seinen glaubhaften Charaktern und einem regelrechten Erzählsog lebt!
[Read in German] A fascinating book, based mainly in Munich in middle part of the 1930s. The author conveys a very real sense of the challenges of the time and the different ways in which people came to terms with or resisted the growing strength of national socialism. Within the novel there is a secondary strand following the life of a young woman, the mother of the main character in the book, during the early part of the century. This strand is in diary form and initially was interesting, but as the main story developed, I found I was skipping these diary entries - hence the 4 star rating. The latter part of the book is based in colonial east Africa. It is a story of love, doubt, violence and people finding their true identity - a gripping tale. This is a book I would happily recommend and which I realised how much I was enjoying when I started telling the story to my husband and couldn't stop talking!