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Published November 1, 2001
Ungeachtet meiner Aussichten und Versprechungen bleibt [die unsichtbare Loge] doch eine geborne Ruine. Vor dreißig Jahren hätte ich das Ende mit allem Feuer des Anfangs geben können, aber das Alter kann nicht ausbauen, nur ausflicken, was die kühne Jugend aufgeführt […] so tröste man sich damit, daß der Mensch rund herum in seiner Gegenwart nichts sieht als Knoten, – und erst hinter seinem Grabe liegen die Auflösungen; – und die ganze Weltgeschichte ist ihm ein unvollendeter Roman.Hiermit hätte meine Sicht auf die Dinge eigentlich enden sollen, aber dann fand ich das Folgende, fast am Ende der unsichtbaren Loge, und frage mich, ob Arno Schmidt an diese Stelle dachte, als er den Anfang von Lilienthal formulierte:
Ob es gleich schon eilf Uhr nachts ist: so muß ich dem Leser doch etwas Melancholisch-Schönes melden, das eben vorüberzog. Ein singendes Wesen schwebte durch unser Tal, aber von Blättern und Dämmerung verdeckt, weil der Mond noch nicht auf war. Es sang schöner, als ich noch hörte:
–– Niemand, nirgends, nie.
–– Die Träne, die fällt.
–– Der Engel, der leuchtet.
–– Es schweigt.
–– Es leidet.
–– Es hofft.
–– Ich und Du!