Ned ist ein einsamer Mann. Aufgrund seiner dramatischen Kindheit ist er weder in der Lage, menschliche Gefühle zu verstehen, noch kann er sie erwidern. Er fristet ein Dasein in sozialer Isolation. Doch als an einem Mittwochmorgen ein Unbekannter alle Handys auf der Welt verrücktspielen lässt, ist es damit vorbei. Der Unbekannte hat nicht nur die Mobilfunknetze unter seine Kontrolle gebracht, sondern auch die Bankensysteme, ein globaler Finanzkollaps droht. Ned weiß als Einziger, wer der Unbekannte ist, und dieses Wissen bringt ihn in eine ausweglose Situation. Während Regierungen und Geheimdienste an ihn heranwollen, nimmt der Unbekannte Kontakt zu ihm auf – und bittet um seine Hilfe… 1001001 beschreibt in raffinierter und doppelbödiger Weise ein dramatisches Geschehen vor dem Hintergrund weltweiter Vernetzung und den daraus erwachsenen Gefahren für unseren Planeten. Autor Jens Eckhardt wendet sich dabei keineswegs ausschließlich an eine technikaffine Leserschaft, sondern an uns alle – weil es uns alle betrifft! Seine dramaturgischen Wendungen sind dabei ebenso verblüffend wie hintersinnig. Teil 1 der NETZKIND-Trilogie. Ein spannender Cyber-Thriller von höchst aktueller Brisanz. www.jens-eckhardt.info
“Netzkind" befasst sich mit dem hochaktuellen Thema, der künstlichen Intelligenz und hinterfragt dabei kritisch, wie weit wir uns an jene heranwagen sollten. Denn genauso wie es das unendliche Wachstum in der Wirtschaft nicht geben kann, existiert auch kein unendlicher technischer Fortschritt. Zumindest nicht ohne Konsequenzen.
Technik ist plump gesagt dazu da, um den Menschen das Leben einfacher zu machen. Allerdings erfahren bereits heutzutage viele von uns eine derartige Überforderung mit all den uns zur Verfügung stehenden Gerätschaften zur Automatisiereung, Katalogisierung, Berechnung usw., dass man manchmal das Gefühl hat, die Technik hat den Homo Sapiens Sapiens bereits lange als Spitzenprädator überholt. Da stellt sich einem doch die Frage: Wenn wir diejenigen sind, die z.B. Computer erschaffen haben, dann sind doch selbst diese Rechengenies nicht unfehlbar, oder? Schließlich wurden jene vom definitiv nicht unfehlbaren Menschen programmiert. Kann ein Computer also vorausschauender denken als ein Mensch?
Diese und viele weitere spannende Fragen begegnen einem beim Lesen von "Netzkind", einem brisanten, cleveren Cyber-Thriller, der seit langem mal wieder ein deutsches Werk ist, das mich absolut begeistert hat.
Ich liebe Science Ficition jeglicher Art und störe mich persönlich überhapt nicht daran, dass es de facto nicht möglich ist Binärcode zu sprechen. "Netzkind" ist ein komplexes Gedankenexperiment, dass vielleicht nicht immer auf "Wenn, dann." beruht, sondern die viel spannenderen und meiner Meinung auch wichtigeren "Was wäre, wenn?"-Fragen behandelt und den Leser somit zum Nachdenken anregt.
Besonders gefallen hat mir, dass sich das Geschehen in Deutschland zuträgt und man mal nicht von den Straßen New Yorks zu hören bekommt. Das macht die Geschichte gleich viel greifbarer und "näher dran", im wahrsten Sinne des Wortes. Wie würde unsere Regierung auf einen derartigen "Cyber-Angriff" reagieren? Wie würden die Bürger damit umgehen?
Der Autor hat mit "Netzkind" ein multidimensionales Werk geschaffen, das kurioserweise von einer zumindest oberflächlich betrachtet sehr stringenten Figur erzählt wird. Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan von Geschichten, die aus der Perspektive eines Ich-Erzählers geschrieben wurden. ABER: Ned ist eine äußerst interessante Charakterstudie, die in diesem Fall für mich die einzig richtige Wahl eines Erzählers ist! Warum? Weil er als quasi Fremdkörper eine beinahe objektive Position mitten im Geschehen einnimmt und obwohl er in jenes definitiv involviert ist, bleibt er meist detachiert und versucht anhand von gegebenen Daten Entscheidungen zu treffen. Wir haben es hier nicht mit einem Charakter zu tun, der sich durch seine etwas andere Kindheit zu einer Helden- oder Bösewicht-Figur entwickelt hat. Grundlegend ist Ned neutral mit dem Potential exzessiv in beide Richtungen ausbrechen zu können.
Ich persönlich stelle mir nach dem Lesen dieses fantastischen Erstlingswerks die Frage: Ist am Ende eine künstliche Intelligenz vielleicht sogar menschlicher als der Mensch selbst?
Ob dem wirklich so sein mag, wird sich denke ich in Teil 2 zeigen, den ich schon während des Lesens von "Netzkind" bestellt habe. Denn: Ich MUSS wissen, wie es weitergeht!
"Du kannst dir nicht vorstellen, auf wie viele Fragen die Menschen schon Antworten hätten, würden sie ihr Wissen teilen und vernetzen, statt zu konkurrieren und nur den eigenen Vorteil im Sinn zu haben."