Als in einem kleinen Dorf mitten in den Alpen eines Tages der Dorffrieden (in Gestalt eines kleinen Fähnchens) vom Marktplatz gestohlen wird, kommt es zur alpinen Apokalypse: Die Harmonie der Bergwelt ist zerstört, das Dorf dem Untergang geweiht. Die Einheimischen gehen sich gegenseitig an die Gurgel, und der Bergführer Wildbach Toni hat bald keine Gäste mehr. Während er seinen letzten Schützlingen in einem mit waghalsigen Übungen und alpenländischen Weisheiten gespickten Seminar die Bergwelt näherbringt, legt er bei der Suche nach dem Dieb des Dorffriedens einen Zahn zu. Denn: Das Fähnchen muss wieder her!
„Der Wildbach Toni“ ist eine erheiternde Reise in die Welt der Berge und gewährt einen unverstellten Blick in die Gipfel und Täler der alpenländische Seele.
der wildbachtoni, der "halber österreicher und halber bayer, also ein kompletter bergmensch" ist, hat als bergbewohner für uns internetgeschädigte, stressgeplagte und völlig desorientiert verhetzte stadtmenschen viel anzubieten: in den bergen ist das leben noch ursprünglich und gesund, daher finden immer wieder städter zum toni um sich von ihm die beeindruckende bergwelt anschaulich zeigen und fühlen zu lassen. toni berichtet aus seinem bergmenschenleben und seiner arbeit am berg, all das eingewoben in eine spannende handlung um eine verschwundene reliquie, die das leben am dorf in gefährliches ungleichgewicht bringt und den sprichwörtlichen landfrieden bedroht.
der subtile humor von moses wolff vermischt zum teil wahrhaftigste umstände und beobachtungen mit haarsträubenden parodien und überhöhungen, sodaß nicht nur die schönheit der bergwelt sondern auch die problematiken des landlebens gleichermaßen raum bekommen. dabei berückend ist die spürbare liebe zur natur - die aber nicht davor zurückschreckt augenzwinkernd über deren fehlinterpretation zu schmunzeln... eine seltene kombination, die im günstigsten fall ein fundament für ein neues brauchtum sein könnte. ich würde mir das wünschen!