Anna Seghers (November 19, 1900, Mainz – June 1, 1983, Berlin) was a German writer famous for depicting the moral experience of the Second World War.
Born Netty Reiling in Mainz in 1900 of partly Jewish descent, she married Laszlo Radvanyi, a Hungarian Communist in 1925.
In Cologne and Heidelberg she studied history, the history of art and Chinese. She joined the Communist Party of Germany in 1928, at the height of its struggle against the burgeoning National Socialist German Workers Party. Her 1932 novel, Die Gefährten was a prophetic warning of the dangers of Fascism, which led to her being arrested by the Gestapo.
After German troops invaded the French Third Republic in 1940, she fled to Marseilles and one year later to Mexico, where she founded the anti-fascist 'Heinrich-Heine-Klub', named after the German Jewish poet Heinrich Heine, and founded Freies Deutschland (Free Germany), an academic journal. During this time, she wrote The Seventh Cross, for which she received the Büchner-Prize in 1947. The novel is set in 1936 and describes the escape of seven prisoners from a concentration camp. It was published in the United States in 1942 and produced as a movie in 1944 by MGM starring Spencer Tracy. The Seventh Cross was one of the very few depictions of Nazi concentration camps, in either literature or the cinema, during World War II.
Seghers best-known story The Outing of the Dead Girls (1946), written in Mexico, was an autobiographical reminiscence of a pre-World War I class excursion on the Rhine river in which the actions of the protagonist's classmates are seen in light of their decisions and ultimate fates during both world wars. In describing them, the German countryside, and her soon-to-be destroyed hometown Mainz, Seghers gives the reader a strong sense of lost innocence and the senseless injustices of war, from which there proves to be no escape, whether or not you sympathized with the Nazi party. Other notable Seghers stories include Sagen von Artemis (1938) and The Ship of the Argonauts (1953), both based on myths.
In 1947, Anna Seghers returned to Germany, moved to West Berlin, and became a member of the SED in the zone occupied by the Soviets. In 1950, she moved to East Berlin and became a co-founder of the freedom movement of the GDR. In 1951, she received both the first Nationalpreis der DDR and the Stalin Peace Prize, and in 1959 the "Ehrendoktorwürde der Universität Jena." In 1981, she became "Ehrenbürgerin" of her native town Mainz.
Anna Seghers' "Der Weg durch den Februar" ist ein vielsträngiges, mitreißendes Romanporträt der sozialdemokratischen Februaraufstände in Wien 1934 und der Niederschlagung selbiger. Immer glaubhaft und eng an den Figuren erzählt, gibt Seghers Einblick in die Vorgänge vor, während und nach dem Bürgerkrieg in Wien, Linz und Graz, erzählt von den Verwirrungen rund um die Ausrufung eines Generalstreiks, den Zwischenrufen Otto Bauers aus Brünn, der politischen Kräfte im Österreich der 30er Jahre: Nazis, Sozialdemokraten und Kommunisten - untereinander verfeindet - stehen der Etablierung des Austrofaschismus durch den konservativen Kanzler Dollfuß gegenüber, gehen temporäre oppositinelle Bündnisse ein (SP und KP) und finden sich in denselben Gefängniszellen wieder. Obwohl man den Ausgang kennt, hofft man mit den Revolutionären, dass es doch gelingen möge, diese oder jene Polizeistation zu erobern; hofft, dass das Gerücht von meuternden Regierungstruppen stimmt; verzweifelt an unauffindbaren Waffendepots und widersprüchlicher Befehlen. Zutiefst menschlich stellt Seghers Mitglieder fast aller Seiten vor (nur bis zu den Nazis erstreckt sich keine erzählerische Empathie, und zu den Machthabern auch nicht). Doch katholische Arbeiter, die sich plötzlich in der Situation finden, sozialdemokratische Kollegen aufknüpfen zu müssen; Bauern, die wider ihr Klasseninteresse rinen Trupp flüchtiger Aufständischer mit warmer Milch versorgen; bremsende Reformisten, an denen die ganze Revolution scheitert - sie alle finden sich in diesem Roman, und mit allen lässt sich mitfühlen. Nach der Niederschlagung der Aufstände könnte man erwarten, das Seghers ihre Figuren jede Hoffnung verlieren lässt, doch der junge Willaschek nimmt seine Verurteilung zu 12 Jahren Kerkerhaft mit erhobenem Haupte hin: "Wir werden die Richter von morgen sein." Möge dieses Morgen bald kommen.
es ist dicht und chaotisch und man kommt nicht immer ganz mit wer jetzt mit wem wo patrouilliert oder waffen organisiert oder noch abwartet oder befehle empfängt oder kommunist oder linker sozialdemokrat oder halbgeheimer schutzbündler ist – so ungefähr muss sich dieser aufstand angefühlt haben. leider fehlt ein bisschen eine aktive perspektive von politisierten frauen, die es ja auch gab, aber hier nur als mütter und hausfrauen vorkommen.