"Du bist jahrelang im Verpuppungsstadium gewesen und hast es erst vor Kurzem verlassen. Nun bist du dabei zu entdecken, dass du Flügel hast." An einen ganz normalen Montagmorgen erhält Betty einen folgenschweren Anruf. Bis dahin verlief ihr Leben in geregelten Bahnen und die Verantwortung dafür trugen andere. Doch jetzt bleibt nicht nur von ihrer Ehe, sondern auch von ihrem ohnehin schwachen Selbstbewusstsein lediglich ein Scherbenhaufen übrig. Zunächst klammert Betty sich an die Hoffnung, mit ein wenig Geduld ihr früheres Leben zurückerobern zu können. Schon bald muss sie allerdings erkennen, dass kein Weg dorthin zurückführt. Durch ihre bittere Erfahrung lernt die junge Frau, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Dabei sind die ersten Schritte die schwierigsten, aber sie wird von ihrer Schwester Conny tatkräftig unterstützt. Die schlechte Nachricht für sie ist, dass es Ritter in schimmernder Rüstung nur in Heldensagen gibt - die gute, dass sie selbst genug Kraft besitzt, um ihr Leben neu zu ordnen.
Auf den ersten Blick scheint das Cover so schlicht und ungeschmückt, aber bei genauerem hinsehen erkennt man den Schmetterling mit den zueinander zeigenden Gesichtern. Ich finde das Cover trotz, dass es so einfach gehalten wurde, sehr schön und faszinierend. Es passt sowohl zum Titel als auch zur Geschichte selbst. Denn hier geht es in erster Linie um Entwicklungen zweier Menschen, die auf ewig verbunden bleiben, aber doch unabhänig voneinander existieren wollen.
Der Schreibstil von Lily Konrad ist so leicht und fließend zu lesen, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Ich merkte überhaupt nicht, dass das Buch so viele Seiten hatte und war in kürzester Zeit schon am Ende. Die bildhaften Beschreibungen und auch die Tatsache, dass wir die Geschichte hier aus der Sicht der Betty erleben dürfen, sorgen für eine tolle Unterhaltung und genügend Abwechslung, so dass kaum langeweile aufkommen kann. Allein die Gedanken und Gefühle der Protagonisten zu erkunden, war oft sehr herausfordernd und manchmal auch wirklich berauschend. Ich wusste manchmal nicht, ob ich lachen, heulen oder schreien will. 🙂
Der Roman nimmt uns mit in das Leben der Betty, zu einem Zeitpunkt, an dem ihre solides und geordnetes Leben zu zerbrechen beginnt. Ihr geglaubtes sorgenloses Leben verändert sich in kürzester Zeit in einen wahren Alptraum und die Protagonistin muss lernen ihr Leben neu zu ordnen und wieder Sicherheiten für sich und ihre Kinder zu schaffen. Dies ist allerdings leichter gesagt als getan, denn Betty war mit ihre gewohnten Routine und in ihrem Alltag bisher immer zufrieden und kein Freund von Veränderung. Die Autorin beschrieb wirklich authentisch und nachvollziehbar, wie die Protagonistin einen kompletten Wechsel durchleben muss und zeigt viele einzelne Stationen des Wandels auf. Man begleitet Betty dabei, wie sie anfängt ihr neue Situation zu erfassen und sich mit dieser auseinandersetzt, wie sie umdenken lernt, neue Perspektiven für sich erarbeitet und letzten Endes auch anfängt neue Strukturen und Rahmenbedingungen für ihr neues Leben aufzubauen.
Die Charakteren waren für mich fast greifbar, denn ich hatte schnell das Gefühl, selbst ein Teil aus Bettys Leben zu sein. Sowohl die erwachsenen Hauptpersonen Betty und Andi, als auch die Kinder des Paares, hatten ihren festen Platz in der Geschichte und jede einzelne Person trug zum Veständnis und zur Authentizität bei. Mir persönlich hat wahnsinnig gut gefallen, wie Lily die Kinder in die Geschichte, mit all ihren Bedürfnissen und ihren Handlungen, einfließen lies, und wie sie die Entwicklungsstadien eines Schmetterlings durch die Kinder einbaute.
Es war eine Geschichte, wie sie sich sicherlich oft ähnlich in Familien unserer Gesellschaft abspielt, und doch war es spannend und faszinierend zu lesen, wie wandelbar Menschen sein können, wenn es die Situation erfordert. Mitzuverfolgen, wie eine Frau und Mutter lernen kann, für sich und ihre Kinder, gegen ihren eigenen Schweinehund anzukämpfen, und sich Stück für Stück wieder zurück in ein zufriedenes Leben kämpft, war einfach toll.
Fazit:
Betty und ihre Geschichte zeigt eine Situation, welche sich häufig genug in vielen Familien abspielt. Man durchlebt viele verschiedene Emotionen, Hilflosigkeit, Hoffnung, Trauer und Mitleid, aber auch Wut, Aggression und Rachegelüste. Alles war vertreten bei mir. Ein wirklich toller Frauenroman, der einem dazu einläd über die eigenen Bedürfnisse und Wünsche nachzudenken und evtl. sogar Vergleiche zum eigenen Leben zulässt. Von mir gibt es ganz klar eine Leseempfehlung an alle, die gerne einmal in ein anderes Leben hüpfen wollen.
Eine Ehe geht in die Brüche, Betty die betrogene Frau muss ab sofort mit sich alleine und den Kindern klar kommen. Jahrelange abhängig von Mann formt Sie schließlich zu einer selbstbemitleidenen uneigenständige Frau. Andi der Hecht (Ehemann) sieht sich nicht in der Lage andere Frauen links liegen zulassen. Er weiß aber auch das er die machthabene Person in der Ehe war, was er nachher voll zu seinen Gunsten ausnutzt. Nun beginnt der Kampf für Betty, sie muss sich von Ihrer Schwester sowohl gute Ratschläge wie auch Konfrontation hinnehmen. Ein Leben als alleinerziehende Mutter startet, Betty versucht was auf eigene Beine zu stellen, trotzdem immer wieder Selbstzweifel in ihr aufkommen. Erst nachdem Sie die erste Hürde Job nimmt, kommt die Achterbahn des Lebens für Sie wieder in voller Fahrt. Es beginnt der zweite Frühling und Betty ist dort angekommen wo sich vor der Ehe befand-->> Sie ist eine selbstbewusste, selbstsicher und tolle Frau geworden. Ein neuer Partner vollendet das Glück. Andi hat hingegen nichts gelernt und nutzt seinen neuen Job weiter für seine Ausflüchte in die Frauenwelt.
Das Buch kann eigentlich meiner Meinung nach mit Rosamunde Pilcher oder Inga Lindström mithalten. Nach den ersten Seiten habe ich schon Gedacht, dass könnte ein guter Film werden. Es ist eine Geschichte aus dem Alltag und man muss sagen, dass nun mal so was häufiger vorkommt als man denkt. Es macht eine wütend, ruft Mitleid hervor und freut sich wie ein kleines Kind zum Ende hin.
Das was mich stört, kann und will ich an den Punkten nicht abziehen, da die Geschichte eine guten Schreibstil hat, sich flüssig liest und wirklich echt ist. Da ich das Buch als Rezi-Expemplar bekommen, möchte ich mich für die tolle Leserrunde dafür bedanken (auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren ;o) )
Das Buch "Schmetterlinge können das" wurde von Lily Konrad verfasst und erschien 2017.
Bettina Wenzel lebt in einer stabilen Beziehung mit Andi und ihren zwei Kindern. Alles scheint perfekt, als ein Anruf alles zerstört. Ihr Mann betrügt sie und das scheinbar nicht das erste Mal. Doch wie reagiert man in so einem Fall, wenn man keiner Arbeit nachgeht und eigentlich vom Mann das Geld bezieht?
Der Autorin gelingt es ein lebhaftes Bild zu zaubern, wie es gehen kann, wenn man als Ehefrau sich abhängig macht vom Geld des Mannes. Den schweren Weg, den man zu gehen hat, um sich wieder auf die Beine zu kämpfen, wenn einem scheinbar die gesamte Existenz entzogen wird und man nicht ausreichend vorgesorgt hat. Man kann mit der Protagonistin die Geschichte wundervoll miterleben. Von den Tiefen der Beziehung bis zum Wandel zur selbstständigen, selbstbewussten Frau. Man kann Betty zunächst als unselbstständig, ja fast abhängig von ihrem Mann bezeichnen. Nie wäre ihr in ihrer Naivität in den Sinn gekommen, dass er auch andere Beziehungen in Erwägung ziehen könnte. Langsam sehen wir dann die Entwicklung von Betty zu einem neuen selbstbewussten, selbstständigen Leben als alleinerziehende Mutter. Der Sprachstil und die Wortwahl haben mich sehr überzeugt. Man konnte sich in das Geschehen richtig einfühlen, mit Betty lachen, weinen, nachdenken und um ihr Recht kämpfen. In einigen Szenen hatte man das Gefühl, als würde man mit Betty gemeinsam diese Situationen erleben. Ab und zu will man sie einfach nur in den Arm nehmen und sie trösten.
Jeder, der eine wirklich sehr gute Familiengeschichte lesen will, in dem sich die Frau vom Mauerblümchen zu einem wundervollen prächtigen Schmetterling entpor hebt, ist mit dem Buch von Lily Konrad bestens beraten.
In " Schmetterlinge können das " ist Betty in ihrem Leben mit Mann Andi und den zwei Kindern festgefahren, dabei aber zufrieden. Aber als sie dahinter kommt, das ihr Mann Andi sie betrügt, fällt ihre Welt über ihr zusammen. Von jetzt auf gleich muss Betty alles alleine machen und das fällt ihr nicht leicht, gab doch Andi stets den Ton an. Statt sich auf eigene Füße zu stellen, hofft sie sehr lange darauf, das alles wieder wird wie früher und Andi zu ihr zurück kommt. Doch ihre große Schwester Conny wäscht Betty mehr als einmal den Kopf und fordert sie auf, endlich ihre Frau zu stehen. Und endlich hat auch Betty die Kraft, ihr und das Leben von ihren Kindern selbst in die Hand zu nehmen. Denn nur sie alleine kann ihre Flügel ausbreiten und fliegen lernen, das kann ihr niemand abnehmen. Die Story lässt sich leicht und flüssig lesen, bleibt dabei abwechslungsreich sowie spannungsgeladen. Man darf mit Betty mitfiebern und die verschiedesten Emotionen erleben. Es gibt manches zum schmunzeln, einiges zum Kopf schütteln, wo man sich fragt:' wie kann sie nur?', und auch das ein oder andere Tränchen zu vergießen. Da ich erfahren wollte, wie Betty mit der Situation umgegangen ist und ob sie ihre Zukunft selbst in die Hand nahm, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Buch bekommt von mir eine Lese / Kaufempfehlung und 5 ⭐⭐⭐⭐⭐ Sterne.