Noch einmal die alte Geschichte vom »göttlichen Dulder«, vom »listenreichen Odysseus« und der geduldigsten Warterin in der Weltliteratur, von Penelope. Doch wie erzählt! Es geht weniger um Götter-Intrigen und Schlachten-Gemälde, als um Kummer und Verzweiflung, um Güte und Verstehen - schließlich um gemeinsames Gelächter. In manchen Passagen erinnert dieser köstliche Roman an Thomas Manns »Joseph und seine Brüder«: so profund und so ergötzlich. Die promovierte Altphilologin Merkel kommt dem Leser nur am Rande mit Troja und Staatsaktionen, sie erzählt vielmehr von Menschen, denen übel mitgespielt wird. Dabei trivialisiert sie nicht, sie spinnt die Erzählfäden ironisch und lebensklug. Augenzwinkernd-verständnisvoll läßt die Autorin durchblicken, warum Odysseus zwanzig jahre braucht, um zu Weib und Sohn zurückzukehren. Das lag natürlich an diversen Frauen auf dem Weg zwischen Kleinasien und Ithaka. Aber: Auch Penelope nimmt sich ihren Teil vom Leben. Anders als bei Homer gebärden sich die Freier bei Inge Merkel nicht nur als beschauliche Verehrer. Obwohl die späte Debütantin ihr erstes Buch erst im Alter von über sechzig Jahren vorlegte, gilt sie als eine der wichtigsten literarischen Entdeckungen der jüngsten Zeit. Kritiker nennen Sie in einem Atem mit Doderer, Gütersloh oder Musil.
Einerseits liest sich das Buch sehr spannend und erzählt die Geschichte von Odysseus und Penelope auf eine Art und Weise, wie man sie in der klassischen Literatur allein nicht erfahren kann. Andererseits bedient dieses Buch Geschlechterrollen und Stereotype, dass es einem bisweilen die Zehennägel beim Lesen aufrollt - auch wenn zumindest in Penelopes Fall zwischen den Zeilen fast immer mehr Finesse herauszulesen ist, als es auf den ersten Blick scheint. Natürlich aber beschreibt das Buch eine Geschichte aus einer Zeit, in der solche Geschlechterrollen und Stereotype ja auch gelebt wurden - insofern kann man, betrachtet man dieses Buch als fantasievolle Nacherzählung des Epos, natürlich auch kein Aufbrechen solcher Rollen, bzw. ein Buch über gleichberechtigte Akteur*innen erwarten (auch wenn ein solches hier überraschend und spannend gewesen wäre).
Davon abgesehen liest es sich, wie gesagt, sehr kurzweilig und mitreißend. Einzig nach Odysseus' Heimkehr und Erzählungen kommt die Geschichte ein wenig ins Stottern und scheint ihren roten Faden ein wenig zu verlieren, plätschert ca. 50 Seiten lang nur noch so dahin, und so genau weiß man eigentlich gar nicht, warum. Geradezu, als hätte man den richtigen Zeitpunkt aufzuhören verpasst und schlingert noch ein wenig betreten herum, bis die Autorin das Ganze schließlich zu einem eher unbefriedigenden und pathetischen Ende bringt. Ich hätte gerne 4 Sterne vergeben, die Quälerei am Schluss bringt aber definitiv einen Stern Abzug...
Wat bereleuk om dit boek te lezen! Wel in een Nederlandse vertaling... Inge Merkel, een Oostenrijkse classica beschrijft het huwelijk en de belevenissen van Odysseus door de (soms ironische) ogen van Penelope. Wat ik vooral ijzersterk vond was het begrijpelijk maken van de reactie van iedereen op Helena. Een absolute aanrader voor iedereen die enthousiast is over Homerus!
Why is it that every piece of literature I pick up lately is obnoxiously sexist? Two stars for the prose, but seriously, a book with pages of lectures on proper gender roles, no matter what you think those roles should be, is not a good book. In case you're curious, though: women have a nesting instinct and are happiest when they have a child in the womb! Men have a wandering instinct and can't be expected to stay at home with their families! Women shouldn't be mad if their men go off and leave them for, say, 20 years. Also if your man goes out of his way to deceive you and lie to you, well, that just means he loves you! Since he's going to the trouble to come up with lies to tell you! Charming.
At first I wasn't bothered because I would expect historical sexism to appear in a historical(-mythological) fiction novel. However, the gender stereotypes voiced by the characters here are quite different from those the ancient Greeks believed and correspond to a modern concept of innate gender. So it's not good research either. Some other aspects of the writing annoyed me - making all the characters except your heroes shallow idiots doesn't make the heroes look impressive in comparison, it just sets a low standard for them and is obvious to boot. I flipped back to the introduction, which makes fun of the idea that gender is learned, states that men and women are psychologically inherently different (it's no big deal if men cheat in relationships btw - that's just what they're like!), and claims that romantic love is fulfilling precisely because of these differences (sorry, queers! your relationships can't be fulfilling I guess). Then I got bored and decided to go read some dense history tomes instead.