Es gibt in den ersten beiden Jahren des Zweiten Weltkrieges zwei große Fragen, die in der offiziellen Geschichtsschreibung nicht zufriedenstellend beantwortet werden 1. Warum ist die deutsche Wehrmacht nach dem gelungenen Blitzkrieg gegen Frankreich, der innerhalb von sechs Wochen zu einem unerwartet überwältigenden Sieg geführt hatte, nicht kurz danach in England gelandet? 2. Warum hat Hitler am 22. Juni 1941 mit dem Angriff auf die Sowjetunion eine zweite Front eröffnet und war dieser Angriff ein Präventivschlag oder nicht? Wie sie feststellen werden, sind diese beiden Fragen eng miteinander verknüpft, auch wenn dies im ersten Moment nicht so aufscheint.
Eine Art revisionistisches Manifest in Sachen Zweiter Weltkrieg, der sich erst 1941 zu einem solchen entwickelte. Der Autor postuliert, dass nur Leute, deren Interessen oder Lebensgrundlage in der Verhinderung einer offenen Diskussion über die Ursachen der beiden Weltkriege besteht, noch auf der Alleinschuld Deutschlands beharren. Clarkes Schlafwandler, sowie die Forschungen Schwippers in Moskauer Archiven, die Suworows Eisbrecher-Theorien bestätigen, bilden Friedrichs Argumentationsgrundlage. Außerdem führt er auch die massive Unkenntnis der führenden Weltanschauungshistoriker in Sachen Waffen als Argument gegen die politisch instrumentalisierte Kaste an. Wenn sich etwas Gutes über Peter Friedrichs alternativen Geschichtszyklus sagen lässt, dann ist es sicherlich das profunde Wissen in Sachen Waffentechnik, der sich auch im Anspruch einer optimalen Einsetzung von Me 110 und co in seinen Romanen zeigt. Das kurze Manifest bildet auch so etwas wie die Blaupause für Seelöwe und Co (siehe meine Rezi zum ersten Teil), in dem die Eroberung Englands in 1-3 gelingt, bevor die Rote Armee selbst aktiv wird.