Jump to ratings and reviews
Rate this book

Der fliegende Teppich: Eine Diagnose der Moderne

Rate this book
Gert Scobel unternimmt mit seinem neuen Buch ›Der fliegende Teppich‹ eine Diagnose unserer modernen Welt, ihrer Probleme und Charakteristiken. Anhand des Bilds eines fliegenden Teppichs veranschaulicht er unsere Lage und fasst sie in klare Worte: vom Begründungsproblem in den Wissenschaften über die Frage nach dem, was wirklich ist, vom Zustand unserer Gesellschaft bis hin zur Kraft der Imagination. Eine überraschende, augenöffnende Analyse unserer Zeit und der Conditio des Menschen von einem der renommiertesten Wissenschaftsjournalisten.

»Die Moderne macht schwindelig. Sie ist verwirrend, vielfältig, widersprüchlich und komplex. Vor allem zeigt sie, dass es keinen festen Boden unter den Füßen gibt. Nur mit Hilfe von Fiktionen, Vorstellungskraft und Erfindungen gelingt es uns, den Absturz zu vermeiden. So real unser Leben ist – so sehr findet es doch auf einem fliegenden Teppich statt. Wissenschaft, Kunst und Philosophie sind aus demselben Stoff gewebt. Wir leben ohne festen Boden unter den Füßen – und fliegen dennoch. Vorausgesetzt wir erkennen, was wir in Wahrheit tun. Denn alles hängt daran, fliegen und auf dem Teppich bleiben zu können.«

368 pages, Paperback

First published March 23, 2017

14 people want to read

About the author

Gert Scobel

12 books1 follower

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
0 (0%)
4 stars
4 (50%)
3 stars
3 (37%)
2 stars
1 (12%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Melanie.
70 reviews34 followers
October 18, 2017
Gert Scobel
Der fliegende Teppich
Eine Diagnose der Moderne

Verlag: Fischer
Erschienen: April 2017
Seiten: 367
Format: Taschenbuch
Preis: 16,99
Genre: Sachbuch


Autor: *12.05.1959 in Aachen
Journalist, TV-Moderator, Philosoph und Autor
2005 Adolf-Grimme-Preis für die Moderation von Kulturzeit und Delta
2006 Promotion zum Thema Pluralismus

Werke: 2012 Warum wir philosophieren müssen
2010 Der Ausweg aus dem Fliegenglas
2008 Weisheit: Über das, was uns fehlt


Das Buch:

Der Klappentext ist aktuell und bedürfnisorientiert gestaltet. Der Begriff des "Fiktiven Realismus" stellt ein interessantes Paradoxon dar und macht gemeinsam mit weiteren spannenden Fragestellungen neugierig auf den Inhalt. Der Verlag verspricht klare Worte, eine Diagnose der modernen Welt und eine überraschende, augenöffnende Analyse unserer Zeit.

Das Buch ist in fünf Kapitel, Epilog, Dank und Nachweise gegliedert. Die Überschriften der Kapitel sind Schlagworte und unterteilen sich in einzelne Themenabschnitte. Dabei fliegt ein Teppich als roter Faden, kontinuierlich durch den Text.
Gert Scobel gelingt es schon zu Beginn, seine*n Leser*innen mittels eines kleinen Kniffs mit auf die Reise zu nehmen. Das Vorwort gibt einen ersten Einblick in die folgenden Themen und reizt mit neuen Thesen, wie zum Beispiel, dass die Welt keinen Boden hat und es fliegende Teppiche gibt.

"Der moderne Mensch ist als soziales Wesen ebenso frei
wie als denkendes, forschendes und nach Vorstellungen handelndes Wesen.
Das trifft den Kern der Idee vom fliegenden Teppich."

Der Inhalt ist genau das, was der Titel verspricht: Eine Diagnose der Moderne. Gert Scobel behandelt Themen wie Realität, Fiktion, Erkenntnis, Konsum, Aufklärung, Nationalismus und filtert aus ihnen die Prinzipien der Moderne. Dazu beginnt er bei verschiedenen großen und interessanten Denkern der Vergangenheit und schlägt die Brücke bis ins Jahr 2016. Begriffe und Theorien sind ausführlich und anschaulich erklärt. Die Beispiele bzw. Exkurse muten teilweise etwas weitschweifig an und fordern ein konzentriertes Lesen. Dieses wird in der Folge belohnt, durch ein umfassendes Verständnis der These des Autors.
Die Struktur des Inhaltes lässt ein sinnvolles Schema erkennen. Anhand von Beispielen wird verdeutlicht, was den Menschen ausmacht, was ihn antreibt und was sein Ziel ist. Nachfolgend werden Bezüge zum modernen Menschen sowie Analogien zum vertiefenden Verständnis hergestellt. In der Schlussfolgerung fügt der Autor dann alles zusammen und überlässt es seinen Lesern, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Seinen Terminus des Fiktiven Realismus erklärt Gert Scobel gründlich und zugänglich. Die Begründungen sind nachvollziehbar und gut gewählt.

"Wir müssen reale Erfahrungen mit realen Fiktionen machen -
um auf diese Weise mitten ins Herz der Dinge zu geraten
und ihre Wirklichkeit gegebenenfalls zu verändern."

Scobel bedient sich einer klaren, nüchternen und direkten Sprache. So "fallen" zum Beispiel Planeten und "verrotten" und "kompostieren" verstorbene Menschen. Trotzdem versteht er es, nach einem erschütterndem Kapitel, behutsam das nächste einzuleiten. Das vermittelt den Eindruck, er habe beim Verfassen des Buches kontinuierlich die Leser vor Augen gehabt.
Profile Image for reherrma.
2,146 reviews37 followers
October 8, 2017
Gert Scobels Sendung auf 3Sat, "Scobel", gehört seit langem zu den Lichtblicken einer Fernsehlandschaft, deren Niveau als Beleg eines allgemeinen gesellschaftlichen Niedergangs begriffen werden kann. Bei "Scobel" werden jedoch gesellschaftlich und wissenschaftlich relevante Themen auf eine Art und Weise behandelt, die genügend Raum für eine offene und oft kontroverse Diskussion eröffnet und die das Publikum nicht für dumm verkauft bzw. nicht zu dumm hält für diese Themen.
In diesem Buch versucht Scobel den Versuch einer Diagnose der Moderne. Er schlägt einen weiten Bogen von Platons Höhlengleichnis über Kant und Wittgenstein bis hin zum Film "Matrix". In den ersten Kapiteln zeigt der TV-Moderator, "dass alles Wissen zeit- und kontextabhängig ist". Derzeit wachse das Wissen exponentiell, während das Weltgeschehen komplexer und widersprüchlicher werde. Wie hängen Finanzkrise, Klimawandel, Umweltzerstörung, Kriege und Terrorismus zusammen? Jeder hat andere Antworten darauf.
Flugzeuge, Raumschiffe oder Wolkenkratzer zu bauen, ist laut Scobel ein "sichtbar gewordener Ausdruck der westlichen Zivilisation". Diese strebe danach, mittels Technik und Wissenschaft sicheren Boden unter die Füße zu bekommen, um nicht zu fallen – manchmal um jeden Preis. Scobel betont, "dass der moderne Mensch selbst das Risiko darstellt, das er ausschließen wollte. Es liegt daher zutiefst in der Logik der Moderne, den Menschen abzuschaffen und durch immer umfassendere Algorithmen und autonome Systeme zu ersetzen. Der Mensch in seiner natürlichen, unbearbeiteten biologischen Standardform ist der eigentliche Feind der Moderne, die er geschaffen hat. Genau das ist Teil der derzeitigen Krisen. Der Mensch kämpft gegen sich selbst, indem er versucht, seine eigene Unberechenbarkeit durch Technologie in den Griff zu bekommen."
Die Metapher des fliegenden Teppichs halte ich für eine überzeugende Idee, um die Wirren der Moderne zu analysieren, er schreibt verständlich und präzise. Den ersten Kapiteln fehlt etwas die Zugkraft und nennenswerte Aha-Erlebnisse, das aber ändert sich mit den letzten Kapiteln deutlich.
Ein nicht ganz einfaches Thema aus der Welt der Philosophie, wem allerdings daran gelegen ist, mehr über den aktuellen Stand der Moderne aus philosophischer Sicht zu erfahren und dem die Sendung "Scobel" gefällt, ist hier an der richtigen Stelle...
Displaying 1 - 2 of 2 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.