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Talvars Schuld

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Intrigen, Machtspiele, politische Ränke in einer von der Antike inspirierten Welt, und mittendrin: eine große Liebe - das ist der neue Roman "Talvars Schuld" von Valerie Colberg
Mord an der Feldherrin und Unterschlagung von Kriegsbeute, so lauteten die Vorwürfe ― doch das Gericht sprach den Beschuldigten Talvar frei.
Fünfzehn Jahre später versucht Kadevis, der Sohn der Ermordeten, den Fall neu aufzurollen und Talvars Schuld am Tod seiner Mutter zu beweisen. Doch je besser Kadevis Talvar, den Todfeind seiner Familie, kennenlernt, umso mehr beginnt er, an seinem Vorhaben zu zweifeln. Und dann ist da auch noch Talvars schöne und kluge Tochter Lerina. Sind die Ehre von Kadevis‘ Familie und Gerechtigkeit für seine Mutter es wert, Lerinas Leben zu zerstören? …

416 pages, Paperback

Published January 1, 2017

10 people want to read

About the author

Valerie Colberg

1 book1 follower

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Community Reviews

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2 stars
1 (6%)
1 star
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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Sirene.
733 reviews72 followers
September 3, 2017
Das Buch wurde zu "Woman Fantasy" zugeordnet und das Cover war das Erste, dass mir auffiel. Man erkennt darauf eine gewaltige Stadt auf einem Hügel, die brennt. Es fliegen rote Federn umher, ein Vogel umkreißt die Zerstörung und an den Ecken der linken Seite befinden sich zarte Verschnörkelungen, die ich erst auf den zweiten Blick entdeckt habe.

Die Autorin selbst schreibt in ihrer Danksagung, dass es ein Buch ist, dass "sich in kein Genre pressen lässt" (S.408) und während des Lesens ist mir aufgefallen, dass ich das auch schwer kann. Wir befinden uns in der Antike, lernen dort das Leben und die Politik kennen, durch Kadevis Talvar, der beim gefürchteten Malekis in die Lehre gut, um ebenfalls eine politische Laufbahn einzuschlagen.
Sein Mentor, der auch Bluthund genannant wird, führt ihn in eine neue Welt ein und sie begeben sich auf die Spuren eines alten Falles, der Tod von Kadevis Eltern - nicht ganz zu Kadevis Freude.
Kadevis ist ein junger Bursche und auch so kommt er rüber, unsicher, naiv und impulsiv schlägt er sich durch die Geschichte und entwickelt sich langsam. Aus Malekis wird man zuerst nicht schlau und er ist ein geheimnisvoller Charakter mit Spannung, den ich besonders interessant fand und gut für Überraschungen ist.

"Der Regen ist so stark, dass das gurgelnde Wasser unter dir den Boden fortspült und dich ins Straucheln bringt. Der Sturm greift nach dir; um nicht weggerissen zu werden, klammerst du dich an einem Baum fest, du presst das Gesicht gegen die Rinde, und dein Herz schreit, während dein Verstand noch nicht erfasst hat, dass dich der Hammer der Geschicke zu Boden geschmettert hat." - S. 5

"Talvars Schuld" ist in meinen Augen ein Paradebeispiel für einen fließenden Roman, den ich fast in einem Zug lesen konnte. Es lag daran, dass die Autorin sehr leicht historische Details einfließen ließ und sie schaffte es alles interessant zu gestalten. Am Ende der Geschichte fragte ich mich nur, ob so etwas wirklich damals passieren konnte? Genau so?
Ich konnte sehr gut in den Roman eintauchen und all die Intrigen und Machtspiele! Spannend! Zum Ende hin wurde es immer aufregender und ich war schon enttäuscht gewesen, als es zu Ende war.
Außerdem hat ihre Sprache etwas federndes, schönes, das man gerne liest und ich freue mich auf weitere Romane von ihr.

"Im kühlen Abendwind wippten die Zweige der Obstbäume. Ihre Blüten schlossen sich allmählich, doch der süße Duft wehte noch über die Wege." - S. 115

Wie erwähnt wurde der Roman zu "Woman Fantasy" zugeordnet, aber er ist vieles, wömöglich auch alles andere mehr, als ein Fantasyroman.
Es ist ein historischer Roman. Ein politischer Thriller. Ein Familiendrama. Ein Liebesdrama? Und Magie findet sich ebenfalls, aber nicht im Sinne von Zauberer oder Anweder von Magie.
In erster Linie würde ich es als historisches Drama bezeichnen, das verschiedene Charaktere besitzt, die es schaffen alle eine wichtige Rolle zu spielen - einfach gut eingefädelt.

Daher würde ich das Buch Fans von historischen Romanen empfehlen, die sich gerne in einem Buch verlieren und die Antike erkunden möchten!
Profile Image for Tasha.
Author 8 books18 followers
July 30, 2020
Wir begleiten den jungen Tuvar Kadevis, der in der Hauptstadt Kessel in die politische Elite eingeführt werden soll nachdem er seinen Militärdienst beendet hat. Der berühmte Redner und Stratege Malkar wird zu seinem Mentor und so wird Kadevis schneller als es ihm lieb ist in die Machtspiele und Intrigen von Kessel hineingezogen. Sehr bald trifft er nämlich auf Sotan Talvar, ein ehemaliger Kommandant, der vielleicht die Schuld am Tod von Kadevis‘ Eltern trägt, vor Gericht jedoch bereits vor vielen Jahren freigesprochen wurde. Kadevis und der charismatische Mann nähern sich einander an und dann ist da auch noch Talvars bezaubernde Tochter Lerina, für die Kadevis sofort tiefe Zuneigung verspürt.
Von den ersten Seiten an wurde ich in die Geschichte hineingezogen. Mit großer Liebe zum Detail und einer gleichzeitig kunstvollen und lebendigen Sprache beschreibt die Autorin die Orte, die Kadevis kennenlernt und man fühlt sich als sei man selbst auf dem bunten Kesseler Markt, in Malkars reich geschmückten Räumen oder auf Talvars verwildertem Landgut. Kadevis ist ein Charakter mit einem großen Herz, sehr loyal und offenherzig, den man schnell liebgewinnt. Dennoch hat er Schwächen, die ihn menschlich machen. Man wünscht ihm von Anfang an, dass einer der anderen Menschen, denen er so viel Fürsorge entgegenbringt, ihm ebenso treu zur Seite steht.
Genau darin liegt jedoch die Spannung des Buches, denn während Kadevis ein ehrliches Interesse daran hat, mit Malkar oder Talvar ein freundschaftliches Verhältnis aufzubauen scheint es schnell, als würden die zwei Konkurrenten ihn eher als Spielball benutzen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Talvar versucht Kadevis auf seine Seite zu ziehen, obwohl weiterhin der Verdacht besteht er könne für den Tod seiner Eltern verantwortlich sein und Kriegsbeute gestohlen haben. Malkar hingegen will ihn davon zu überzeugen, dass er Talvar erneut vor Gericht bringen muss, um die Ehre seiner Familie zu retten. Kadevis selbst entwickelt schnell innige Gefühle für Lerina und möchte ihr nicht schaden.
Die Darstellung der Figuren hat mir unheimlich gut gefallen. Mein heimlicher Liebling ist Malkar, der stets unnahbar, oft sogar grausam wirkt und dennoch ein komplexer Charakter ist, bei dem man sich stets fragt, was sich hinter seiner Maske verbirgt und warum er derart unfähig ist, andere Menschen an sich heranzulassen. Talvar ist ebenfalls ein untypischer Gegenspieler, da man die Anziehungskraft, die er auf Kadevis ausübt, gut nachvollziehen kann. Sehr oft hat er mein Mitgefühl erregt, da er durch die Entstellung seines Gesichts, die aus dem Krieg rührt, nicht mehr wagt anderen Menschen ohne Verhüllung gegenüberzutreten und dadurch vereinsamt ist.
Die Geschichte spielt in einer an die Antike angelehnte Gesellschaft, was ich äußerst spannend finde, da ich noch nicht viele Romane gelesen habe, die in dieser Zeit spielen. Die Autorin nimmt sich jedoch ihre Freiräume. So sind Frauen in dieser Gesellschaft zum Beispiel gleichberechtigt, nehmen hohe Positionen im Rat ein und sind oft das Oberhaupt der Familien. Autoren ändern oft sehr viel in historisch inspirierten Romanen, die Ungleichbehandlung von Frauen bleibt jedoch fast immer erhalten. Es ist sehr erfrischend zu lesen, wie jemand gerade dieses Detail verändert.
Es würde mich freuen, weitere Romane dieser Art zu lesen und ich bin sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin, die übrigens unter dem Pseudonym Kaja Evert „Flügel aus Asche“ veröffentlich hat.
Profile Image for Francis Deer.
Author 1 book7 followers
June 29, 2020
"Talvars Schuld" wurde mir von einer Freundin geschenkt, ansonsten hätte ich es wohl nie entdeckt. Es ist wirklich schade, dass dieses Buch nicht bekannter ist und anscheinend zur Zeit auch nicht gedruckt verlegt wird. Wenn es noch als Paperback oder Hardcover verfügbar wäre, würde ich es mir sofort auch in einer dieser Fassungen kaufen.
Wie auch schon andere Rezensenten geschrieben haben, läßt es sich nicht in ein Genre pressen.
Die Handlung spielt in einer erfundenen Welt/Epoche, die von der Welt der Römer, Etrusker und Griechen inspiriert ist. Insofern handelt es sich um einen Fantasy-Roman, allerdings ist die erfundene Welt frei von Magie, so dass "Fantasy" dann doch nicht ganz paßt. (Sonderbar, dass es für dieses Genre keine richtige Bezeichnung gibt, denn AlternateHistory greift hier auch zu kurz.)Des weiteren fällt der Roman in die Bereiche "Mystery" und "Entwicklungsroman" und ein Schuß Romantik ist auch dabei.

Man merkt, dass für die Autorin Kessel eine geistige Zweitheimat ist. Schauplätze und Charaktere sind ausgesprochen lebendig beschrieben. Beim Lesen hatte ich daher das Gefühl in die Welt von Kessel einzutauchen, Gewürztee und Schwaden von Nebelkraut, blühende Bäume und warmes Gras zu riechen, Reden auf dem Ratsplatz zu lauschen oder Zuschauer des Mittsommer-Schauspiels zu sein. Dazu trägt auch der wunderbare Sprachstil des Romans bei: Die Beschreibungen sind frei von Kitsch und Platitüden und durchwegs gelungen.
(Ob der Name "Kessel" wohl eine nette Anspielung auf den Ruhr-"Pott" ist? ;-))
Der Erzähler Kadevis ist ein junger, naiver Mann mit großem Herz und viel Empathie. Allerdings ist er durchaus auch wankelmütig in seinen Gefühlen. Im Prinzip ist er immer der Person gerade am nächsten, in deren Gegenwart er sich befindet. Dieser junge Mann gerät nun in ein sonderbares Ränkespiel zwischen Talvar und Malkar. Diese beiden wirkten auf mich beim Lesen wie Schach-Strategen (einer schwarz verhüllt, der andere mit tiefroten Haaren), die den unbedarften Kadevis auf dem Schachbrett hin und her schieben.
Was ich an "Talvars Schuld" liebe, sind die vielen Details, die sich in der Handlung verstecken, sowie die fein gezeichneten Charaktere. Für mich war das Lesen wie ein wunderbares Puzzlespiel. Immer wieder habe ich Ausschnitte aus früheren Kapiteln nochmal nach winzigen Hinweisen durchkämmt: Wann genau trinkt Malkar Pfefferminztee? Was genau löst seine gelegentlichen depressiven Einbrüche aus? Welche Hinweise haben wir zum Charakter von Kadevis und seinen Eltern? Was hat es mit Lidda auf sich? Was mit Juma Kalima?

Während die meisten Punkte zu einer klaren Auflösung gebracht werden, bleibt Malkar der geheimnisvollste Charakter. Ich habe beim Zwischen-den-Zeilen-Lesen eine weitere Theorie zu seiner Person entwickelt, und es würde mich ja brennend interessieren, ob wir in weiteren Kessel-Roman noch mehr über ihn herausfinden und ob meine Theorie korrekt ist.

Das Ende des Romans ist bitter-süß und hat mir ausgesprochen gut gefallen!
Der Titel "Schattendämmerung", der im Nachwort des Romans als alternativer Titel erwähnt wird, ist meiner Meinung nach der bessere Titel, die die Stimmung des Buches perfekt einfängt.
Ich werde das Buch mit Sicherheit noch öfter lesen, es weiterempfehlen oder verschenken. Ganz große Leseempfehlung!
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