Gegenseitige Einflußsphären, Machtbeziehungen, Konflikte, Belohnungen, Bestrafungen, Emotionalität und Bewußtseinsentwicklungen bei unverheirateten Paaren werden untersucht. Dazu wird in der machttheoretischen Analyse von einem konfliktorientierten Standpunkt ausgegangen. Die Ergebnisse beruhen auf einer schriftlichen Befragung von 42 Personen, die zu folgenden Themen Stellung nehmen sollten: Macht in ihrer Beziehung, Machtursachen, Durchsetzungsstrategien, ungleiche Liebe, einseitige Liebesbemühungen, Machtsituationen und ihre Lösungen. Beziehungen, in denen ein annäherndes Machtgleichgewicht besteht, werden von den Partnern in der Regel als sehr befriedigend und glücklich empfunden. Beziehungen mit einem Machtungleichgewicht können dann positiv empfunden werden, wenn der jeweils Machtunterlegene dieses Ungleichgewicht akzeptiert und der Überlegene mit der Situation zufrieden ist. Problematische Verhältnisse entstehen dann, wenn der in der Beziehung machtmäßig unterlegene Partner die Verhältnisse nicht als positiv empfindet und einen latenten Beziehungskonflikt verspürt. Insgesamt verdeutlicht die konfliktbezogene Analyse, "daß Machtunterlegenheit nicht prinzipiell zum Wunsch nach Veränderung führt. Halten die Betroffenen die Überlegenheit ihres Partners z. B. für nützlich, förderlich und legitim, so zeigen sie sich durchaus als zufrieden."