Das Liedoeuvre des Berliner Komponisten Johann Friedrich Reichardt (1752 1814) ist bekannt fur sein innovatives Text-Musik-Verhaltnis. Die Studie beschreibt dieses Verhaltnis anhand von Reichardts Vertonungen deutschsprachiger Texte, die sich an Versmassen der Antike orientieren und damit fur die Liedkomposition um 1790 eine Reihe von Problemen aufwerfen. Autoren sind u.a. Herder, Goethe, Schiller, Voss oder Holty. Das umfangreichste Kapitel gilt Reichardts zentraler Klopstock-Auseinandersetzung, die mit derjenigen Glucks und Neefes konfrontiert wird. Reichardt nahert sich dem lieduntypischen Bau und Inhalt dieser Dichtungen durchaus konventionsgebunden. Ergebnis sind dadurch aber gerade uberraschend experimentelle musikalische Problemlosungen mit stilhistorischer Brisanz in der wichtigen Phase kurz vor der Erfindung des romantischen Kunstlieds."