Schriftliche Aufzeichnungen von Mannschaftssoldaten der osterreichisch-ungarischen Armee sind nur selten uberliefert. Die in diesem Band erstmals veroffentlichten autobiografischen Texte schildern das Militar als eine -totale Institution-: Beschrieben werden vor allem der ubermassige Drill, Willkur, Schikanen und Soldatenmisshandlungen, endloses Exerzieren und militarische Lotterwirtschaft im k.(u.)k. Heer. Die gemeinen Soldaten erlebten den Rekrutendienst als eine Zeit der Erniedrigung und des Mannlichkeitsverlusts. Mit all dem wird in diesen Texten abgerechnet, ungeachtet eines spateren militarischen Aufstiegs ihrer Autoren. Mehr oder weniger ubereinstimmend zeichnen sie ein ausserst negatives Bild der Rekrutenzeit von 1868 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, fur den die Allgemeine Wehrpflicht gefugige Soldaten - des Kaisers Knechte - fabriziert hat."