Zwei meisterhafte Novellen über Krisen und Lebenslügen, über die Balance zwischen Bodenhaftung und Selbstverlust, über Bindungsängste und den Sog der Selbstauflösung. Novellen von irritierender Schönheit und von geradezu metaphysischer Transparenz.
Zwei Novellen über Männer, die sich, scheinbar ohne besonderen Anlass, von ihren Partnerinnen entfremden. Das Rätselhafte tritt hier nur ganz am Rande in Erscheinung, beinahe beiläufig, wird konterkariert durch die Banalität des Alltags. Etwa bei einem Berliner Professor, der sich aus unerfindlichen Gründen nicht von seinem Miethaus trennen mag, obwohl er den Umzug in eine Erbimmobilie forciert hatte. In der zweiten Novelle überzeugt vor allem der Ort, an den Van der Velde, Verlobter von Sibylle, gebunden scheint, die größte antike Ruinenstadt Leptis Magna in Lybien. Dennoch wirken die beiden Texte wie weitere Permutationen von Langes Grundthemen und stechen nicht aus dem Gesamtwerk hervor.
Zwei nicht sehr lange Novellen. Über das Verschwinden. Über das Leugnen des Offensichtlichen. Über Selbsttäuschungen und Lebenslügen. Erinnert ein wenig an Paul Auster, nur irgendwie luftiger und abstrakter. Schlecht ist das alles nicht, und wirklich gut geschrieben, aber die ganz große Faszination wollte sich bei mir trotzdem nicht einstellen.