Das in sehr leichtem Ton geschriebene, sehr zugängliche Buch von Thomas Urban vermittelt dreierlei: Biografisches über Nabokov, Historisches über russische Emigranten nach der Oktoberrevolution; Kulturelles über das Berlin der 20er Jahre. Insbesondere im ersten Teil wimmelt es nur so von literarischen Titeln, die das russische Berlin dieser Zeit porträtieren. Man möchte gleich weiterlesen...
Da ich bislang wenig Biografisches über Nabokov wusste, fand ich es faszinierend über die politische Haltung seines Vaters zu lesen, der diese in Berlin mit seinem Tod bezahlte. Auch dass Nabokov, obwohl er 15 Jahre in Berlin lebte, mit dieser Stadt nicht warm wurde (und schon gar nicht mit Deutschland), hat mich einerseits überrascht, andererseits kein Wunder, wenn man bedenkt, dass er mit seiner jüdischen Frau vor den Nazis fliehen musste und sein Bruder in einem KZ starb.
Erschreckend zudem, wie wenig man Nabokovs Spuren in Berlin noch folgen kann, sind doch fast alle der genannten Wohnstätten und Orte, die er regelmäßig in Berlin besuchte, dem Krieg zum Opfer gefallen.
Nabokov und andere russische Emigranten im das Berlin der 20er und 30er Jahre. Eigentlich gut, viel Details und sogar ein Stadtplan - aber irgendwie bleibt der Text doch auf dem Level einer Seminararbeit hängen. Schade.