Jump to ratings and reviews
Rate this book

Johanna Schopenhauer - Lebe und sei so glücklich als Du kannst

Rate this book
Die erste Monographie über die Mutter Arthur Schopenhauers. Dramatische Romanbiographie einer faszinierenden Frau.

Mit Arthur Schopenhauer "könnte man das schöne Geschlecht das unästhetische nennen". Johanna Schopenhauer kämpfte zeitlebens gegen dieses berüchtigte Verdikt ihres Sohnes, mit dessen zunehmendem Ruhm ihr Name allmählich in Vergessenheit geriet. Zu Unrecht, wie diese Romanbiographie beweist. Ulrike Bergmann zeichnet kenntnisreich und voller Wärme das Bild einer Frau, der es mittels der Kunst gelang, der Hölle ihrer Ehe und der gekränkten Verachtung Arthurs zu entkommen. Johanna Schopenhauer wurde nicht nur zu einer der meistgelesenen Schriftstellerinnen ihrer Zeit, sondern auch zu einem Symbol für selbstbestimmtes Frauen-Leben überhaupt.

351 pages, Hardcover

First published January 1, 2002

Loading...
Loading...

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
1 (33%)
4 stars
1 (33%)
3 stars
1 (33%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Noah.
573 reviews73 followers
November 6, 2016
Wenn man nach üblen Zitaten über Frauen sucht, stolpert man früher oder später über den berühmten Philosophen Arthur Schopenhauer. Z.B. "Schon der Anblick der weiblichen Gestalt lehrt, daß das Weib weder zu großen geistigen, noch körperlichen Arbeiten bestimmt ist."

Unweigerlich fragt man sich, was ein solcher Mann für eine Mutter gehabt haben muss, um ein derart negatives Frauenbild entwickelt zu haben. Die Antwort liefert diese sorgfältig recherchierte und trotz allem Interesse fürs Detail doch gut lesbare Biographie.

Johanna Schopenhauer wächst in großbürgerlichen Verhältnissen in Danzig auf, genießt eine für Frauen ihrer Zeit eher gute aber nicht wirklich tiefgreifende Bildung und wird mit 17 an den wesentlich älteren aber um so reicheren Heinrich Floris Schopenhauer verheiratet, den sie nicht liebt. Nach 17 Jahren Ehe, zwei Kindern, vielen Reisen durch Europa und einer Übersiedlung nach Hamburg stirbt der Ehemann und die konventionelle Hausfrau macht, was keiner erwartet hätte.

Sie liquidiert das Handelshaus, siedelt nach Weimar über und wird ein Mittelpunkt der Weimarer Intellektuellengesellschaft, mit Thegesellschaften, an denen die gesamte geistige Haute Vollée des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts teilnimmt. Sie hält sich einen 16 Jahre jüngeren Liebhaber, korrespondiert mit den geistigen Größen ihrer Zeit und wird eine der ersten Bestsellerautorinnen, jedenfalls eine der ersten Frauen überhaupt, die mit Literatur ihrer Lebensunterhalt verdient. 40 Jahre vor George Sand.

In der selben Zeit streitet sie sich unwiederbringlich mit ihrem misanthropischen Sohn. Arthur Schopehauer hat wohl das Temperament seines Vaters geerbt. Und sie bringt die Erbschaft ihrer Tochter Adele - der hochbegabten und empfindsamen Ziehtochter Goethes und einer der ersten offenen Lesben - durch.

Einziger Wehrmutstropfen: Johanna betätigt sich auch als Malerin, hält intensive Kontakte zu Künstlern und bedeutenden Sammlern und Kunsttheoretikern. Auch verfasst sie die erste Biographie über Jan van Eyck. Dieses Kapitel wird von der Autorin - Literaturwissenschaftlerin - ziemlich stiefmütterlich behandelt. Weiterhin erscheint Adele Schopenhauer noch holzschnittartiger karikiert, als in ihrem Auftritt in Thomas Manns "Lotte in Weimar".

Displaying 1 of 1 review