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Die Magd des Gutsherrn

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Ein kleines Städtchen im Schwarzwald, 1866: In einer stürmischen Winternacht findet der Gutsherr Lukas Biber eine halb erfrorene Frau auf seinem Grund. Als die Fremde am nächsten Tag zu sich kommt, kann sie sich an nichts erinnern. Sie weiß weder, wer sie ist, noch, woher sie kommt. Theresa, wie sie von nun an genannt wird, bleibt schließlich als Magd im Gutshaus. Dennoch hält sie an der Hoffnung fest, eines Tages einen Hinweis auf ihre Herkunft und wahre Identität zu erhalten. Sie ahnt nicht, dass bereits nach ihr gesucht wird ...

577 pages, Kindle Edition

First published January 1, 2007

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Elisabeth Büchle

45 books10 followers

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318 reviews2 followers
March 17, 2024
zwei erzählebenen:
marika, die entführt wird, weil für spionbruder thomas gehalten. gedächtnisverlust und landet bei lukas, der seine frau bei annas geburt verloren hat, mitten im schwarzwald(?). dort verbringt ise ihre zeit als hausmädchen und erzieherin, freundet sich mit einigen leuten an und versucht ihre familie zu finden. dazwischen passiert einiges: lukas bruder betrügt ihn um geld und macht sich an marika ran, wird am ende mit familie hinausgeworfen, isolde vergiftet die kinder, marika freundet sich mit hannah der prostituierten an und hilft ihr, wird dafür aber von allen dorfbewohnern gecancellt (gertrude und bettina einfach nnur widerlich!), das haus brennt ab, weil kind von klara und karl gemobbt wird. hannah heiratet den pfarrer und findet zurück zu jesus. im haupthaus soll ein hotel entstehen.
thomas, der nach ihrem verschwinden nach berlin beordert wird, sich dort in christine verliebt und nach ihr sucht. es bricht irgendwann noch ein krieg zwischen preußen und österreich aus, aber am ende ist natürlich wieder frieden. diese zeitlinie fand ich nicht spannend, weil es zu viel schwung aus der story genommen hat und hier aus quasi nix passiert ist, außer das thomas seine frau finden sollte, ja mei, hätte auch ein nebensatz sein können, weil eigtl gehts ja um marika.
This entire review has been hidden because of spoilers.
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86 reviews
February 11, 2016
In einer stürmischen Winternacht des Jahres 1866 findet der Tierarzt Lukas Biber, unweit seines Gutshauses, eine halb erfrorene junge Frau. Sie hat eine Kopfverletzung und kann sich an nichts erinnern. Sie weiß weder, wer sie ist, woher sie stammt noch, wie sie in den Schwarzwald gekommen ist. Ihr Dialekt lässt vermuten, dass sie aus der Gegend um Wien kommt, aber da ist noch ein weiterer Akzent zu hören, den Lukas nicht deuten kann. Der Witwer bietet der jungen Frau an, für ihn und seine kleine Tochter als Magd zu arbeiten, bis sie ihr Gedächtnis wieder erlangt und weiß, wohin sie gehört. Lukas nennt sie Theresa, manchmal auch gerne „Fräulein Fuchs“ (wegen ihrer roten Haare), da sie ihren wirklichen Namen nicht kennt.
Schnell lebt sich die junge Frau im Gutshaus ein und ist froh, dort leben und für die kleine Anne sorgen zu dürfen, aber insgeheim leidet sie darunter, keine Vergangenheit und keine Identität zu haben.

Ein zweiter großer Erzählstrang führt nach Wien, zur Familie des österreichischen Botschafters Wieland. Dass ihr Sohn Thomas heimlich, neben seinem Musikstudium, für das Außenministerium arbeitet und spioniert, davon wissen die Wielands nichts, nur seine Schwester Marika hat Thomas eingeweiht.
Eines Tages ist Marika spurlos verschwunden...

Ich verrate sicher nicht zu viel, denn es ist von Anfang an kein Geheimnis, dass es sich bei Theresa eigentlich um die verschwundene Marika handelt. Das war mir schon von Anfang an klar. So richtig fesselnd sind jedoch die Zusammenhänge und die folgenden Entwicklungen.
Mit der temperamentvollen, rothaarigen jungen Frau, die unter Amnesie leidet, hat der Roman eine starke, eigenwillige und dabei sehr liebenswerte Protagonistin. Besonders ihre Wortgefechte mit dem eigenbrötlerischen Lukas haben mir sehr gefallen. Der Tierarzt hat den Verlust seiner geliebten Frau noch immer nicht verwunden. Seine Freunde erzählen, dass er sich seit deren Tod verändert hat und niemanden an sich heran lässt. Aber Theresa lässt sich nicht einschüchtern, sondern bietet dem mürrischen Mann Paroli und lockt ihn aus der Reserve. Die Art, wie die Entwicklung zwischen den beiden beschrieben ist, hat mir sehr gefallen, denn die Annäherung erfolgt eher zaghaft und wird verständlicherweise immer wieder von Theresas Gedächtnisverlust überschattet, denn obwohl sie sich im Gutshaus wohl fühlt, in ihrer neuen Umgebung Freunde gefunden hat und auch Lukas und seine kleine Tochter immer mehr lieb gewinnt, so weiß sie eben nicht, was oder wer in ihrem früheren Leben auf sie wartet. Ihr innerer Zwiespalt, die verschiedenen Reaktionen ihrer Mitmenschen auf die Gegebenheit und die Entwicklung neuer Freundschaften, das alles wird sehr feinfühlig und realistisch beschrieben.
Dazwischen erfährt man auch mehr über die Familie Wieland, in der Hauptsache dreht sich dieser Erzählstrang um Thomas, der nicht aufgibt und unermüdlich nach seiner Schwester sucht. Auch er knüpft neue Kontakte und erlebt Dinge, die sein Leben grundlegend verändern.

Den Rahmen zu der mitreißenden Handlung, die aufs Ende zu immer mehr an Spannung zunimmt, bildet das Zeitgeschehen rund um den deutschen Krieg. Die politischen Spannungen zwischen Österreich und Preußen und die daraus resultierenden militärischen Auseinandersetzungen werden hier sehr anschaulich erklärt, indem die Gegebenheiten immer wieder ganz dezent in den Dialogen der Protagonisten auftauchen. So erfährt man sehr viel über diese Zeit und kann auch die Auswirkungen auf private Schicksale sehr gut nachvollziehen.
Es ist ein vielschichtiger Roman, denn in der an sich kurzweiligen Handlung werden viele problematische Themen angesprochen. Hier geht es um Amnesie, um Trauer, um Vorurteile, und man lernt besondere Notsituationen kennen, wie sie in der damaligen Zeit sicher nicht untypisch waren. Wie immer in den Romanen von Elisabeth Büchle spielt auch hier das Thema Glauben und Religion eine große Rolle, ohne dabei allzu dominant im Vordergrund zu stehen. Die meisten der Charaktere im Buch sind religiös und leben ihren Glauben ganz in der Art, wie man es zur damaligen Zeit sicher allgemein getan hat.

„Winterstürme“, im Jahr 2012 bei Weltbild erschienen, wurde bereits fünf Jahre vorher bei Gerth Medien veröffentlicht, damals unter dem Titel „Die Magd des Gutsherrn“. Das frühere Coverbild zeigt eine junge Magd, die einen Apfel schält. Dieses Cover ist zwar schön, aber meiner Meinung nach passt das Bild von „Winterstürme“ besser zu der Protagonistin, da es deren Charakter und Situation realistischer widerspiegelt.
Dies war Elisabeth Büchles zweiter Roman, und es ist mittlerweile schon so, dass ich mich darauf einstelle, wenig Zeit für andere Dinge zu haben, solange ich ein Buch der Autorin lese, denn man ist so tief in der Handlung drin und muss ständig darüber nachdenken, zumindest mir geht es so, immer wenn ich einen „Büchle“ zur Hand nehme.
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