Die Verbindung von Computer und Literaturwissenschaft hat v�llig neuartige Konzepte der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Texten hervorgebracht. Der Erfolg der Digital Humanities wird vielfach erkauft durch Vernachl�ssigung der historischen Quellen, n�mlich der Texte zur Theoriebildung in Sachen Kybernetik. Die beiden wohl bedeutsamsten Voraussetzungen f�r die M�glichkeit der Digital Humanites sind die Einsicht in den kombinatorischen Charakter der Sprache und das Verfahren der maschinellen Sprachsimulation. Im Kontext des digital turn spielt vor allem die alte �berzeugung, dass alle Leistungen des menschlichen Gehirns auch mit dem Computer simuliert und verrichtet werden k�nnen, eine Rolle. Tats�chlich ist die intellektuelle Produktion jedoch deutlich von zuf�lligen Prozessen abh�ngig, mit denen der Computer nicht umgehen kann. Die hier skizzierte Monographie setzt sich zum Ziel, das Wissen um die Tradition von der kombinatorischen Funktion der Sprache und den Zuf�llen bei der k�nstlerischen und insbesondere literarischen Produktion zu rekonstruieren, und zwar auf Grundlage der theoretischen Schriften der fr�hen Kybernetiker, ihrer literarischen Rezeption sowie poetologischer Reflexionen und poetischer Texte.