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Ein Zimmer im Hotel

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Wo sind wir, wenn wir reisen? David Wagner, ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse für sein Buch "Leben", schreibt in seinem neuen Buch über Hotelzimmer, wie jeder sie kennt und so noch nie gesehen hat.

Ein Mann reist von Stadt zu Stadt, quer durch Deutschland und Europa bis nach China und in den Iran, aber Augen hat er immer nur für das: Hotelzimmer. Er kann sich nicht sattsehen an ihnen, bestaunt mit nie erlahmender Neugier, was es da alles gibt: Erdbeeren in einem Schüsselchen. Liegt neben dem Telefon ein Bleistift – spricht seiner Erfahrung nach für ein besseres Hotel – oder ein Kugelschreiber? In wildgemusterte Teppichböden sind Flecken offenbar schon eingearbeitet worden. Energiesparfunzeln, er müsste Glühbirnen dabei haben. "Zum Lesen sollte ich mich eigentlich ins Badezimmer setzen, dort, im Schminklicht, ist es hell genug." Eine "Kulturgeschichte der Unterwäsche" mit vielen Abbildungen steht im Regal, fast hätte er das Buch geklaut. Ein kleiner Frosch, den er aus einem Eingangsbereich gerettet hat, springt in ein Farnbüschel und ist verschwunden – "oder wollte er geküsst werden?" Das Glück, in einem Turmzimmer nächtigen zu können, auf einen See zu schauen, das Licht. Das Unglück der Zierkissenpest. Und warum steht in manchen Bädern eine Waage?

David Wagner, Meister der poetischen Alltagsbeobachtung und immer wieder gerühmt für seine Beschreibungskunst bei höchster stilistischer Eleganz, nimmt uns mit in mehr als einhundert Hotelzimmer, wie jeder sie kennt und so noch nie gesehen hat. Ein Buch für alle, die unterwegs sind oder anderen eine Bleibe geben. Eine aufregende, anregende Reise der Wahrnehmung von lauter Sensationen des Gewöhnlichen – eine Schule des Sehens.

128 pages, Hardcover

Published October 10, 2016

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About the author

David Wagner

113 books13 followers
David Wagner (* 17. April 1971 in Andernach) ist ein deutscher Schriftsteller. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Gedichte, Feuilletons, sowie Prosaformen, die sich nicht eindeutig einer Gattung zuordnen lassen und wurde mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet.

David Wagner wuchs im Rheinland auf und studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Bonn, Paris und Berlin. Er hielt sich längere Zeit in Rom, Barcelona und Mexiko-Stadt auf und lebt derzeit (2013) als freier Schriftsteller in Berlin.

Bekannt wurde David Wagner durch seinen im Jahr 2000 erschienenen Debütroman Meine nachtblaue Hose, in dem er eine Kindheit im Rheinland der siebziger und achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts schildert. Es folgten ein Band mit Kurzgeschichten (Was alles fehlt, 2002) sowie ein Gedichtband und zahlreiche Erzählungen, die er in der Reihe Schöner Lesen des Independent-Verlags SuKuLTuR veröffentlichte. Von 1999 bis 2001 schrieb Wagner Feuilletons für die Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 2002 und 2003 eine Kolumne für Die Zeit.

2009 erschienen der Roman Vier Äpfel, der auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand, sowie der Roman Spricht das Kind. Wagner leidet unter einer Autoimmunhepatitis, aufgrund deren er auf eine Lebertransplantation angewiesen war. Diese Erfahrung verarbeitet er in dem Buch Leben, das aus 277 durchnummerierten Miniaturen besteht und den Preis der Leipziger Buchmesse 2013 erhielt. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland.

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Profile Image for Barbara.
725 reviews27 followers
November 26, 2017
Wer würde sich dieses Buch kaufen? Ich habe es - ja, woher eigentlich? Auf jeden Fall nicht gekauft, aber gerne gelesen. In Häppchen, als Buch auf dem Nachttisch für Abende, an denen ich zu müde für den jeweils aktuellen "Hauptroman" war. Es sind kurze Beschreibungen Wagners der unzähligen Hotelzimmer, die er für meistens nur eine Nacht bewohnt hat. Schilderungen der Einrichtung, weitere Beobachtungen und gelegentlich eine persönliche Assoziation dazu. Nichts Spektakuläres, aber so ansprechend, dass es (von 3-4) aufgerundete 4 Sterne verdient.
Profile Image for Dagmar.
83 reviews
October 19, 2023
Empfehlung: schnell wieder vergessen

Sonst kann man in kein Hotel mehr gehen ohne fleckige Teppiche oder fragwürdige Dekorationen zu sehen. Oder ein blondes Haar auf dunklem Grund. Oder von einem insgesamt ähnlich schnoddrig - angeödeten Blick auf die Unterkunft geprägt worden zu sein.

Eine Aneinanderreihung langweiliger Beschreibungen, die mehr über den Autor als über die Zimmer und Hotels verraten.

Nichtssagende Aussagen ("Der Rhein fließt vor dem Fenster, immer noch." S.72 in meiner Ausgabe der Büchergilde), kombiniert mit unangenehmen Regiolekt (wer will denn wissen, dass sich der Erzähler "Schrippen" fürs Wandern schmiert?).

Zitiert nach Ollivander: "Nein, nein, ein überdeutliches Nein!" Und schnell nach einem anderen Zauberstab, äh, - buch greifen.
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