Karl Kraus war neben Georg Christoph Lichtenberg der wohl bedeutendste deutschsprachige Satiriker. 1899 gründete er die Zeitschrift Die Fackel, die er nicht nur zu einem der führendsten Medien für Kultur- und Gesellschaftskritik, sondern auch zum Gewissen seiner Zeit entwickelte. Kein Autor des 19. und 20. Jahrhunderts hat mit derart unablässiger Leidenschaft den Wörtern und Wendungen seiner Zeitgenossen, dem Umgang mit der deutschen Sprache nachgespürt, der Korruption und Preßdiktatur , den heuchlerischen Sittenprozessen, vor allem aber der bürgerlich-patriarchalen Doppelmoral den Kampf angesagt wie dieser einsame Meister der Ironie. Seine in Aphorismen gegossenen Ansichten, Essays und Kritiken in ihrer gewaltigen, thematischen Vielfalt faszinieren und polarisieren noch heute.
Karl Kraus was an Austrian writer and journalist, known as a satirist, essayist, aphorist, playwright and poet. He is considered the first major European satirist since Jonathan Swift. He directed his satire to the press, German culture, and German and Austrian politics.
Ich habe die fast 500 Seiten durchgeblättert und auszugsweise auf jeder Seite Passagen gelesen. Habe nichts gefunden, das mich ansatzweise interessiert, oder was mir gefällt, sondern eigentlich alles nur nervt, viel Frauenverachtendes ist hier versammelt, die unendlich selbstverliebte Schlaumeierei, die Pointensucht ….
Anders als manche Bücher, die noch viel älter sind und trotzdem zeitlos wirken, wirkt diese ca. 100 Jahre alte Sprüchesammlung auf mich extrem zeitgebunden und da sie sich nunmal heute im Jahre 2025 in meine Lesestube verirrt hat, wirkt sie auf mich wie eine völlig verstaubte und nicht mehr funktionstüchtige Kuckucksuhr. Der Kuckuck ist wohl irgendwo da drin, aber mir erscheint er nicht mehr.
Habe das als Geschenk von jemandem bekommen, der wusste, dass mir Städtebeschimpfungen von Thomas Bernhard gefiel und meinte, dann müsse ich unbedingt mal Karl Kraus lesen. Das habe ich jetzt getan, der Unterschied zwischen diesen Autoren könnte nicht größer sein.