Die Kinderdorf-Mutter, die ihre vier Schützlinge Mama nennen; der Junge aus dem Flüchtlingslager in Damaskus, dem die Jeansjacke aus dem Rot-Kreuz-Sack ein Zuhause wird; die kleine Kamira, die im Jeep auf Lampedusa neben dem Heiligen Vater sitzen darf; der Lastwagenfahrer, der unversehens in eine Familie gerät und Schluss macht mit dem Alleinsein; oder das Mädchen Fila, das dem sterbenden Herrn Montebello die Hand halten soll - sie alle bieten den Widrigkeiten des Lebens mutig die Stirn und zeigen, wie man daran wachsen kann. Fein und präzise webt Monika Helfer ihre berührenden Geschichten, die von sensiblen Zeichnungen von Lorenz Helfer begleitet werden. Mit viel Gespür für die leisen Töne des Zwischenmenschlichen erzählt die Autorin vom ersten Glück und dem letzten Atemzug, von fremden Müttern und neuen Leben, von ungebrochener Hoffnung und der rettenden Kraft der Zuwendung.
Monika Helfer (1947), vormals Monika Helfer-Friedrich, ist eine österreichische Schriftstellerin. Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.