Schon immer stand Apothekenhelferin Helene im Schatten ihrer schönen und gnadenlos gemeinen Schwester, der Staatsanwältin Lisa. Bei jeder Gelegenheit wird sie von ihr in die Pfanne gehauen. Doch als Lisa sie nun wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft bringt, geht sie echt zu weit. Helene ist doch nur zufällig beim Medikamente ausliefern über diese Leiche gestolpert und dann hat sie halt dummerweise das Messer rausgezogen und dann war da überall Blut … Da kann sie doch nix dafür! Frisch aus dem Gefängnis entlassen schwört sie Rache. Die Einladung zu einem Schwesternwochenende im Spreewald passt da perfekt. Jetzt wird abgerechnet! Doch irgendwas ist faul im Spreewald und das Chaos stets nur ein Gurkenglas entfernt …
Cathrin Möllers zweiter Roman, nach dem Debüt "Wolfgang muss weg" - welches mir sehr gut gefiel - versucht nach dem gleichen Muster zu punkten. Helene Fromm, eine etwas pummlige Apothekenhelferin, von der Chefin gemobbt und mit einer kleinkriminellen Familie geschlagen, stolpert beim ausfahren von Medikamenten über eine Leiche und damit voll ins Chaos. Slapstickartig bewegt sich "Birnchen" wie sie abfällig von ihrer Schwester genannt wird durch die Geschichte, haarsträubende Geschehnisse bringen die Handlung voran, kein Klischee wird ausgelassen. Papa, der Möchtegern Mafiosi, der tumbe kleine Bruder, die eingebildete große Schwester, der trottlige Kommissar, der treue schwule Freund - als Tante Uschi, ein versoffener Waldschrapp und natürlich der gutaussehende trauernde Neffe des Opfers.... Ein peinlicher Auftritt jagt den nächsten Fremdschämmoment, von Kreuzberg geht es in den Spreewald und am Ende gibt`s natürlich ein Happy End - Friede, Freude, Eierkuchen. Der Grat zwischen Humor und Klamauk ist sehr schmal und die Geschichte rutscht oft zur falschen Seite, da wird einfach zu stark übertrieben. Viel Spannung beinhaltet das Ganze leider auch nicht, da schon ziemlich früh klar ist, wohin die Reise geht. Aber trotzdem macht es Spaß der Geschichte zu folgen, wenig nachzudenken und sich zu amüsieren. Wie soll man so ein Buch bewerten, flach wie die Fließe im Spreewald oder eine entspannte, lustige Unterhaltung - das muss jeder für sich entscheiden. Ich siedle es irgendwo zwischen 3 und 4 Sternen an - also ganz nett.
Cathrin Moeller - Die Spreewaldgurkenverschwörung - mtb
Berlin/ Spreewald Helene Fromm ist die gute Seele der Apotheke Fürst, was sie an Schulbildung versäumt hat, macht sie mit Herz und naturwissenschaftlichen Kenntnissen wieder wett. Eigentlich hätte sie selber gerne eine Apotheke und eigentlich würde sie auch sehr gerne Richterin werden, aber dazu fehlt erst mal das Abitur, sie geht in die Abendschule. Daheim geht es zu, wie in "Little Cicely" in New York, ihr Vater, ein selbstgestrickter "Don Corleone" gibt den Paten von Kreuzberg, der Bruder knackt Autos und auch Helene wurden die "flinken" Finger in die Wiege gelegt, einzig ihre Schwester scheint als Staatsanwältin, total aus der Art geschlagen zu sein. Ihr Vater hat gerade mal wieder eine Kur auf Staatskosten hinter sich und schon plant er mit Torsten, Helenes besten Freund und Frisör, das nächste "todsichere" Ding. Torsten hat genauso viel Herz wie Helene und trägt die Klamotten seiner Oma auf, seine Mutter denkt, er sei verlobt. Helenes "Bella Figura" wurde von Mamas Pasta, knuffig gefüttert, Männer, Mode und Make Up sind ihr eher zweitrangig. Mit ihrer grauen Kleidung und den Birkenstocks, sieht sie eher aus, wie ein kurviger Mülleimer auf zwei Beinen. Also, was soll´s.. Als der schöne Jan Sievers in den Laden kommt, entfleucht Helene zwischen körperformender Unterwäsche und Push Up, doch eine leise Hoffnung auf eine Romanze. Das Medikament, das er für seinen Onkel abholen wollte, ist nicht vorrätig und Frau Fürst scheucht Helene allzu gerne durch die Gegend, nach Feierabend versteht sich, Benzinkosten inbegriffen. Pflichtbewusst, wie sie ist, will Helene dem Onkel persönlich die Medikamente übergeben, doch der liegt darnieder und gegen fünf Messerstiche ist noch keine Salbe erfunden worden. Helene hält das blutige Indiz in der Hand und versteckt sich, denn da kommt die Polizei, die immer alles "falsch" versteht.Helene sagt den berühmten Satz: "Glauben sie mir, es ist nicht das, wonach es aussieht!" Helene muss ihre Unschuld beweisen, zusammen mit ihrer mafiösen Familie begibt sie sich auf eine atemberaubende Odyssee durch den Spreewald. Ein altes Gurkenrezept ist er Weg in die Feiheit..
Spannungsgeladener Herzens-Krimi, voller Situationskomik, Ironie und Wortwitz. Ein Feuerwerk der guten Laune, das sogar noch besser ist, als sein Vorgänger "Wolfgang muss weg!". Der Tathergang ist genial durchdacht, ein todsicheres Ding! Ich habe Tränen gelacht und bin begeistert. Bitte mehr davon, macht einen Film daraus! Das lustigste Lese-Abenteuer 2016
Für dieses ebook habe ich wirklich eine ganze Weile gebraucht, was zum einen an der Technik lag, zum anderen aber auch daran, dass ich anfangs nicht so gut hineingekommen bin. Gleich vorweg: Das Buch ist jetzt kein typischer Krimi, was man beim ersten Blick auf den Titel denken mag.. Zwar gibt es einen Mord, der dann auch aufgeklärt wird, ein verschrobener Kommissar ist auch mit am Start, aber eigentlich ist es ein eher humorvoller Roman - was auf dem Cover auch zu erkennen ist. Das fand ich gut, denn so weiß man, was man bekommt. Die Hauptfigur Helene ist super witzig und liebenswert. Sie entstammt einer Ganovenfamilie, ist selbst sehr gut beim Taschendiebstahl, hat mit ihrer Schwester zu kämpfen, die als Staatsanwältin arbeitet und ihr Versuch, das Abitur nachzuholen, scheint auch unter keinem guten Stern zu stehen. Das Chaos ist also vorprogrammiert. Auch die ganze Familie ist sympathisch, auch wenn ich meine dafür nich eintauschen möchte. Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen. Denn auch wenn es leicht und witzig geschrieben ist, hatte es doch für mich einige Längen und auch meinen Humor eher selten getroffen. Das ist aber natürlich reine Geschmacksache. Das Ende hingehen war wieder richtig gut, denn wenn man denkt, jetzt sei alles aufgeklärt, kommt es doch noch zu einer sehr überraschenden Wendung. Damit habe ich nicht gerechnet und es hat den Lesegenuss auf alle Fälle wieder angehoben. Insgesamt ist es ein nettes, witziges Buch, um sich zu entspannen und mal zu lachen. Da es aber nicht zu 100% meinen Humor getroffen hat und sich zwischendrin etwas gezogen hat, vergebe ich nur 3 Sterne.
Ich verstehe erblich nicht, warum anderen negativen Bewertungen hatten. Es ist ein leichtes, lustiges, Cosy-Mystery, mit meist "runde" Charakteren. Ich gebe es 4.5 Punkten.
Die kleinen Makel? - Der Charakter von Thorsten ist echt lächerlich und die Wiederholung "mein bester Freund" nervt ein bisschen - Für die, die Spannung bis zum Ende mögen, ist das nicht genau das Buch. Man kann schon irgendwo in der 180er-Seite (aus 270) raten, was die "Verschwörung" ist; aber das löst sich auch ca. S. 230 zu einer Rache-Geschichte, in denen, die die Verschwörung "verursacht" haben.
Das Buch ist trotzdem lustig und unterhaltsam, und ich wurde gern mehr über Helene und den Kommissar lesen.